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14. Mai 2014 21:52; Akt: 14.05.2014 22:08 Print

Warum die CS auch eine 3-Mia-Busse verkraftet

von Yves Hollenstein - Der Credit Suisse droht eine Busse von über zwei Milliarden. Laut Experten könnte die Grossbank gut damit umgehen. Bluten würden hingegen die Aktionäre.

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Die Frage ist nicht mehr ob, sondern nur noch wie hoch. Dass die Credit Suisse im Steuerstreit mit den USA eine milliardenschwere Busse zahlen wird, ist in Bankenkreisen bereits eine klare Sache. Doch über die Höhe der Strafe, die schon in dieser Woche bekannt werden könnte, brodelt es in der Gerüchteküche.

Derzeit ist von einer Strafhöhe von mehr als zwei Milliarden die Rede. Dieser Betrag wäre etwa ein Drittel des für 2014 errechneten Vorsteuergewinns und deutlich höher als die 900 Millionen Franken, die die CS für den Steuerstreit bereits zurückgelegt hat.

Eine Geldstrafe in dieser Höhe würde die Credit Suisse nach Einschätzung von Wirtschaftsrechtsprofessor Peter V. Kunz zwar empfindlich treffen, doch: «Die Grossbank könnte das gut verkraften.» Die Credit Suisse sei gut genug aufgestellt, dass sie selbst eine noch höhere Busse nicht ins Straucheln bringen dürfte, sagte Kunz zu 20 Minuten. Die Konsequenz wäre ein schlechteres Ergebnis 2014. Bereits in ein, zwei Jahren hätte die Grossbank aber diesen Verlust wieder ausgeglichen, so Kunz.

Grossbanken können mehr zahlen

Überhaupt seien weltweit sämtliche Grossbanken kaum bussenmässig zu gefährden. Anders als noch während der Finanzkrise. «Zwei Milliarden hätten die CS damals kräftig durchgerüttelt», sagt Kunz. In der Zwischenzeit hat sich der Bankensektor jedoch sehr gut erholt. Das wüssten auch die US-Justizbehörden und witterten Morgenluft: «Sie wissen, dass die Banken höhere Bussen zahlen, und fordern das nun auch ein», so der Wirtschaftsrechtsexperte der Universität Bern.

Ähnlich äussert sich auch der emeritierte Bankenprofessor Hans Geiger im Gespräch mit 20 Minuten: «Die Credit Suisse würde auch eine Busse von 3 Milliarden verkraften.» Bluten müssten schliesslich aber die Aktionäre: «Die CS wird die Dividende kürzen müssen», so Geiger, der einst selber zum Kader der Credit Suisse gehörte. Er blickt auf eine langjährige Karriere bei der damaligen Kreditanstalt zurück und war mehrere Jahre Mitglied der Generaldirektion.

Selber hält Geiger nach eigenen Angaben zwar keine CS-Aktien mehr, sein Geld sei aber immer noch bei der Grossbank angelegt. «Ich werde mein Konto auch bei einer 3-Milliarden-Strafe nicht auflösen», sagt Geiger. Die angedrohten Sanktionen der USA seien für die CS-Kunden kein Problem. Dies bestätigt auch Kunz: «Da gibt es aus Kundensicht nichts zu befürchten.»

Busse bereits eingepreist

Die Anleger blieben derweil gelassen. Eine Strafe von mehr als zwei Milliarden Dollar sei im Aktienkurs bereits berücksichtigt, sagte ein Händler gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Schwerer wiege die Unsicherheit. Mit anderen Worten: Eine Entscheidung im schon jahrelang schwelenden Konflikt zwischen der Bank und den USA würde Erleichterung bringen.

Der Kurs der CS-Aktie verlor am Dienstag, als die Gerüchte über die neue Bussenhöhe die Runde machten, zwar 2,2 Prozent. Der Kursverlust dürfte aber auch damit zu tun haben, dass die CS am selben Tag die 70 Rappen Dividende pro Aktie ausgezahlt hatte. Bereits am Mittwoch machten die CS-Papiere rund die Hälfte des Kursverlustes vom Vortag wieder wett.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Härri Beat am 14.05.2014 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    keine Steuern

    Hauptsache in der CH keine Steuern zahlen, die Amis nehmen das Gels gerne

  • Ueberzeugter Strumpfsparer am 14.05.2014 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deine Ersparnisse

    So macht man das! Und allfällige Bussen dürfen den Steuern abgezogen werden. To big to fail... was für Manager! Shame on you!

  • Tomy am 15.05.2014 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso Dougan nicht verhaftet??

    Wenn jemand eine Tafel Schoggi im Coop klaut wird er in Handschellen abgeführt. Betrügt er aber Länder inkl. Der Dchweiz um Milliarden, wird er mit Lob und Millionen überschüttet.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kunde am 15.05.2014 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wem?

    Wem gehört all das Geld letztlich? Dir und mir.

  • Meier Ueli am 15.05.2014 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Natürlich sind die Kunden betroffen

    Natürlich kommen die Kunden zu Schaden. Wer wird denn für die Bussen bezahlen mit den überrissenden Bankgebühren der CS. Genau DER KUNDE. Die CS hat ja innerhalb eines Jahres ihre Gebühren angepasst (das heisst erhöht !) Also bitte jetzt endlich aufhören damit, dass der Kunde nicht betroffen sei.

  • BernieZurich am 15.05.2014 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Schweizer Banken?

    Schwer vorstellbar, dass Anklagen zur Verschwörung gegen die USA, wegen aktiver Beihilfe zur Steuerhinter- ziehung, nur Schweizer Banken trifft. Diese Finanz- und Firmenkonstrukte wurden doch von vielen Finanzdienst-leistern angeboten. Die USA glaubt offenbar sie sei das Mass des Rechts und könne jeden büssen, der eine andere Auffassung hat. Internationales Recht = US Recht.

    • gross bank am 15.05.2014 12:15 Report Diesen Beitrag melden

      kleinen und dicken

      kennst du das sprichwort nicht: immer auf die kleinen (länder)!

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  • Heidi am 15.05.2014 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung?

    Manager predigen uns täglich vor, was für eine riesen Verantwortung sie zu tragen haben und daher Millionen-Saläre beziehen? Wo ist hier die Verantwortung bei der CS? Saläre weiterbeziehen, Kosten auf Aktionäre abschieben und dumm in die Kamera grinsen. Verantwortung übernehmen sieht anders aus!

  • Rose am 15.05.2014 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CEO Wechsel fällig

    Setzt diese Ami endlich ab.