EDV-Panne

24. März 2011 17:21; Akt: 24.03.2011 17:22 Print

Warum hat niemand Geld abgehoben?

Ein Software-Fehler machte aus Durchschnittsbürgern Superreiche. Aber wie hebt man eine Milliarde ab? Und brauchts dazu einen Lastwagen?

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Die Milliardärsdichte in der Schweiz war nie grösser als am Mittwoch. Mit einer simplen Abfrage beim Geldautomaten wurden dutzende ins Reich der Superreichen katapultiert. An den vermeintlich fetten Gewinn traute sich aber offenbar niemand. Der Post liegen jedenfalls keine Informationen vor, dass gestern ein Neo-Milliardär mit dem Lastwagen vor einer Postfiliale aufgetaucht sei, um «seine» Moneten abzuholen. Jetzt fragen sich viele Leser von 20 Minuten Online: Warum eigentlich nicht? Wenigstens ein Versuch wäre es doch wert gewesen, am Geldautomaten zum Milliardär zu werden.

Eines vorweg: Der Bezug von einer Milliarde am Postomaten ist keine Lösung. Das Vorhaben scheitert bereits an der sicherheitsbedingten Tageslimite von 1000 Franken. Geduldige Superreiche könnten so jeden Tag 1000 Franken abheben. Sie wären dann nach 2740 Jahren Milliardär.

Peter Meier hätte das zu lange gedauert. Er schreibt: «Also ich wäre gleich rein gerannt zur Post, hätte die nette Person hinter dem Schalter gefragt, was sie für einen Kontostand sieht und hätte mir das Geld sofort auf mein Konto überweisen lassen.»

Aber geht das überhaupt? Theoretisch schon. «Am Postschalter können Sie über Ihr gesamtes Kontoguthaben verfügen», sagt Mediensprecher Marc Andrey zu 20 Minuten Online. Allerdings bunkert nicht jede Postfiliale mal eben ein paar Milliarden im Tresorraum. «Wenn Sie grosse Beträge abheben wollen, müssen Sie das vorgängig anmelden», sagt Andrey. Ab welchem Betrag, das bleibt Geschäftsgeheimnis.

Klar ist: Die Milliarde verstauen Sie nicht locker in der Handtasche. Eine Milliarde Dollar entspricht rund acht vollen Paletten mit 100 Dollar Noten (siehe Diashow). Neumilliardäre, die den Betrag in Schweizer Franken und Tausendernoten abholen wollen, müssten also mindestens mit einer Palette Geld rechnen - oder eher mehr, weil die Tausendernote grösser ist als ein hundert Dollar Schein.

Alle, die ihre Chance nicht gepackt haben, kann Stephan Meier von der Six Group beruhigen. Durch den Softwarefehler wurde der Kontostand nur auf den Bildschirmen der Geldautomaten falsch angezeigt. «Geld wurde – leider für die Betroffenen – keines verschoben.» Spätestens die Frau am Postschalter hätte die Neo-Milliardäre aufgeklärt.

(meg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • m der t am 24.03.2011 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    Vergleichen mit CHF nicht möglich.

    Ich zitiere: "müssten also mindestens mit einer Palette Geld rechnen - oder eher mehr, weil die Tausendernote grösser ist als ein hundert Dollar Schein." Die Tausendernote mag wohl ein bisschen länger sein, aber hat den zehnfachen Wert des 100$ Scheins... Würde die Aussage, dass es dann weniger Platz bräuchte, nicht eher zutreffen? Vorausgesetzt ist natürlich, dass auch 100er-Bündel gemacht werden müssten, somit also 100'000 Franken-Bündel.

  • Daniel am 24.03.2011 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt die Ehrlichkeit?

    Wo bleibt die Ehrlichkeit? Wenn jemand weiss, dass er einen falschen Kontostand hat, dann weiss er auch, dass ihm das Geld nicht gehört. Etwas zu nehmen, dass einem nicht gehört ist in unserer Gesellschaft Diebstahl unabhängig davon ob es 100 sFr oder um eine Milliarde sFr handelt.

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  • Sabrina am 25.03.2011 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Retournierung des Geldes?

    Was wäre wenn, es Jemand getan hätte, hätte dieser das Geld behalten dürfen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sabrina am 25.03.2011 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Retournierung des Geldes?

    Was wäre wenn, es Jemand getan hätte, hätte dieser das Geld behalten dürfen?

    • DaVE am 25.03.2011 11:32 Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      Nein natürlich nicht! Es ist eine ungerechtfertigte Bereicherung, die vom Berechtigten grds. zurückgefordert werden kann.

    • Jenny am 25.03.2011 11:55 Report Diesen Beitrag melden

      Geld zurückgeben..

      ..falls jemand Geld abgehoben hätte, welches ihm nicht gehört, hätte er es zurückgeben müssen. Gemäß OR Art. 62 Abs. 1.

    • Tobias am 25.03.2011 12:03 Report Diesen Beitrag melden

      antwort

      Nein

    • Bruno am 25.03.2011 16:14 Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      Nein, erstens wie oben geschrieben wär das nicht möglich gewesen und zudem, gehört es nicht Dir, also müsstest du es wieder zurückzahlen.

    • Frank Löscher am 25.03.2011 16:33 Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      Nein, denn es würde sich um ungerechtfertigte Bereicherung handeln, was strafbar ist.

    • beny am 25.03.2011 18:26 Report Diesen Beitrag melden

      Verwaltungsrat

      Was ist mit den Verwaltungsrägen - gilt da der Artikel über ungerechtfertigte Bereicherung nicht?

    • Adrian am 25.03.2011 20:55 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort

      Hallo, gemäss Schweizer Recht ist eine Person, die unrechtmässiges Geld erhält, zur Rückerstattung verpflichtet. Ich bin aber kein Jurist.

    • Dominic Meyer am 25.03.2011 22:46 Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      Klar nein. Das wäre gemäss Obligationenrecht eine ungerechtfertigte Bereicherung...

    • Peter McMoneysack am 25.03.2011 22:55 Report Diesen Beitrag melden

      Nien

      Sicher nicht. Es wäre ungerechtfertigte Bereicherung für jeden offensichtlich ist, dass es sich um einen Fehler handelt.

    • küse wyler am 26.03.2011 13:24 Report Diesen Beitrag melden

      kontostand...

      und vor allem hätte sein konto am donnerstag, nachdem der fehler behoben worden war, eine milliarde im minus gestanden...

    • Steff am 26.03.2011 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      quatsch

      @frank löscher nein, ungerechtfertigte bereicherung ist nicht strafbar. es entsteht einfach ein schuldverhältnis, mehr nicht.

    • Beni Carlin am 27.03.2011 05:24 Report Diesen Beitrag melden

      Nein...

      nein. wie im text auch steht war das geld gar nicht auf dem konto sondern nur am automaten angezeigt. und auch wenn: wäre ungerechtfertigte bereicherung...

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  • Stefan Schneider am 25.03.2011 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Fiese Versuchung

    Eine tatsächlich erfolgte Falschbuchung wäre eine fiese Versuchung für die Betroffenen. Wer einen solchen Betrag abhebt und damit die Rückbuchung verunmöglicht, macht sich sogar der unrechtmässigen Aneignung strafbar. Also besser, wenn es nur eine falsche Bildschirmanzeige ist.

  • ThinkMore am 24.03.2011 23:02 Report Diesen Beitrag melden

    One Way to Japan

    Abheben wäre eh undenkbar und sowieso unmöglich. Doch den ganzen Betrag digital auf ein Spendenkonto für Japan zu transferieren hätt vieleicht geklappt. Das wäre wohl schwer rückforderbar gewesen.

  • Daniel am 24.03.2011 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt die Ehrlichkeit?

    Wo bleibt die Ehrlichkeit? Wenn jemand weiss, dass er einen falschen Kontostand hat, dann weiss er auch, dass ihm das Geld nicht gehört. Etwas zu nehmen, dass einem nicht gehört ist in unserer Gesellschaft Diebstahl unabhängig davon ob es 100 sFr oder um eine Milliarde sFr handelt.

    • Robin Hood am 25.03.2011 16:00 Report Diesen Beitrag melden

      Wo bleibt die Ehrlichkeit der Banken?

      da muss mann doch eher von ErLeichKeit sprechen bei deren Praktiken.

    • Mike am 28.03.2011 08:30 Report Diesen Beitrag melden

      bei 1mia endet Ehrlichkeit

      also wenn ich morgen eine Mia. aufm konto hätte wär würden davon binnen Minuten ein first class ticket gekauft werden + das Geld an ein anderes Konto versendet .P

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  • m der t am 24.03.2011 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    falsch

    nein nein falsch, was ich gesagt habe ist falsch. :D es wäre ja nur "eine" palette und nicht 8.

    • Tschannen Werner am 25.03.2011 07:31 Report Diesen Beitrag melden

      hmm, seltsam

      one bilion Dollar sind bei uns eine Miliarde Dollar und da die 100$ Note kleiner ist, ist mehr Fläche auf dem Pallet übrig zum stapeln. Zum Glück ist mein Guthaben nicht so gross das ich mir Sorgen machen müsste wieviel Pallets ich brauche bei einer Kontoauflösung....

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