Airline-Insolvenz

05. Februar 2019 14:40; Akt: 05.02.2019 19:10 Print

Germania-Schweiz-Chef verlangt jetzt Mehrarbeit

von V. Sadecky - Germania hat in Deutschland Insolvenz angemeldet. Die Germania Flug AG in der Schweiz fliegt aber weiter. Kann sie überleben?

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Der Ferienflieger Germania hat in Deutschland Insolvenz angemeldet. In der Schweiz bleibt Germania bis auf weiteres aktiv. In der Schweiz ist Germania mit der Tochtergesellschaft Germania AG weiterhin aktiv. Wie geht es nun weiter? Die wichtigsten Antworten rund um das Airline-Debakel. Germania steckte schon länger in einer Finanznot. Hauptgrund dafür waren steigende Treibstoffpreise, die die kurzfristige Zahlungsfähigkeit beeinträchtigten. Auch rückläufige Ticketkäufe dürften eine Rolle gespielt haben. So meldete der Schweizer Reiseanbieter Hotelplan Mitte Januar, dass Kunden nur noch auf eigenes Risiko Tickets kaufen könnten. Germania agiert in der Schweiz mit der nun eigenständigen Tochterfirma Germania AG. Im Gegensatz zur deutschen Mutterfirma hat die Germania AG ihren Mitarbeitern im Januar die Löhne ausbezahlt, wie Chef Urs A. Pelizzoni in einem Interview mit dem Brachenportal Travelinside sagte. Die Schweizer Germania verfügt aber nur über einen Bruchteil der Germania-Flotte mit 40 Fliegern: Laut der Germania AG sind es drei Flugzeuge, die von Zürich Destinationen wie Palma de Mallorca oder Teneriffa anfliegen. Aviatik-Experte Andreas Wittmer von der Hochschule St. Gallen prophezeit der Germania AG einen steinigen Weg: «Um mit einer so kleinen Flotte auf dem hart umkämpften Flugmarkt zu überleben, braucht eine Airline Partner.» Germania könnte laut Wittmer mit grossen Airlines wie Swiss und Easyjet Kontakt aufnehmen. «Es ist unwahrscheinlich, dass die Germania AG es im Alleingang schafft.» Die Schweizer Reiseanbieter Kuoni und TUI Schweiz arbeiten bis auf weiteres mit der Germania AG zusammen. Von TUI Schweiz heisst es, man beobachte die Lage laufend. Und: «Germania ist weiterhin ein wichtiger Partner. Der Flugplan wird eingehalten und die Lage ist ruhig.» Bei der Konkurrentin Kuoni klingt es ähnlich: «Unabhängig vom Fall Germania sind wir darauf eingestellt, dass Airlines Insolvenz anmelden können. Als Reiseveranstalter bieten wir unseren Kunden in so einem Fall auch kurzfristige Lösungen an.» Flugpleiten haben für Reiseanbieter hohe Kosten zur Folge. Wie Hotelplan-CEO Thomas Stirnimann im Rahmen eines Gesprächs an einer Tourismus-Messe im Oktober 2018 sagte, sollen die Pleiten von Fluggesellschaften im Jahr 2018 den Konzern rund eine halbe Million Franken gekostet haben. Ende 2017 groundete die Schweizer Fluggesellschaft Skywork, weil ihr das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) die Betriebsbewilligung entzogen hatte. Beim Bazl heisst es auf Anfrage von 20 Minuten, man könne zurzeit nicht sagen, wie sich die deutsche Insolvenz auf den Betrieb der Germania AG auswirke. «Die Germania AG verfügt nach wie vor über eine gültige Betriebsbewilligung und ein Air Operator Certificate», heisst es in einem E-Mail.

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Der Ferienflieger Germania ist pleite. In der Schweiz ist die Tochter Germania Flug AG aber weiterhin aktiv. Doch die Verunsicherung ist gross. Daher hat die Gesellschaft in Glattbrugg am Dienstagabend ihre rund 120 Mitarbeiter zusammengetrommelt. In einem Saal gab das Management der Crew Durchhalteparolen durch. Germania-Schweiz-Präsident Urs A. Pelizzoni sagte nach dem Anlass zu 20 Minuten, es habe sich um eine normale Infoveranstaltung gehandelt. Der Flugbetrieb in der Schweiz gehe wie gewohnt weiter. Die hiesigen Mitarbeiter müssten aber nun mehr arbeiten, da sie die Flüge von Deutschland nun übernehmen müssten.

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Ist also alles gut mit der Gesellschaft in der Schweiz? Die wichtigsten Antworten:

Wie kam es zur Germania-Insolvenz in Deutschland?

Germania steckte schon länger in einer Finanznot. Hauptgrund dafür waren steigende Treibstoffpreise, die die kurzfristige Zahlungsfähigkeit beeinträchtigten. Auch rückläufige Ticketkäufe dürften eine Rolle gespielt haben. So meldete der Schweizer Reiseanbieter Hotelplan Mitte Januar, dass Kunden nur noch auf eigenes Risiko Tickets kaufen könnten. Seit der Warnung hat Hotelplan kein einziges Germania-Ticket mehr verkauft, wie eine Sprecherin zu 20 Minuten sagt.

Wieso kann Germania in der Schweiz weiter geschäften?

Germania agiert in der Schweiz mit der nun eigenständigen Tochterfirma Germania Flug AG. Im Gegensatz zur deutschen Mutterfirma hat die Germania Schweiz ihren Mitarbeitern im Januar die Löhne ausbezahlt, wie Chef Urs A. Pelizzoni in einem Interview mit dem Brachenportal Travelinside sagte. Die Schweizer Germania verfügt aber nur über einen Bruchteil der Germania-Flotte mit 40 Fliegern: Laut der Germania Flug AG sind es drei Flugzeuge, die von Zürich Destinationen wie Palma de Mallorca oder Teneriffa anfliegen. Ob die Flieger geleast oder gekauft sind, will die Germania Flug AG gegenüber 20 Minuten nicht kommentieren.

Wie stehen die Chancen, dass Germania in der Schweiz überlebt?

Aviatik-Experte Andreas Wittmer von der Hochschule St. Gallen prophezeit der Germania Flug AG einen steinigen Weg: «Um mit einer so kleinen Flotte auf dem hart umkämpften Flugmarkt zu überleben, sind Airline-Partnerschaften verschiedener Arten unterstützend.» Germania könnte laut Wittmer mit grossen Airlines Kontakt aufnehmen. «Es ist eher unwahrscheinlich, dass es die Germania Flug AG im Alleingang schafft.» Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbands wählt vorsichtigere Worte: «Es ist für uns schwierig abzuschätzen, ob die Schweizer Gesellschaft auf eigenen Beinen überlebensfähig ist.» Aus Konkurrenzgründen habe die Branche ein grosses Interesse am Überleben von Germania. Den dem Verband angeschlossenen Reisebüros werde in solchen Situationen jeweils geraten, ihre Kunden transparent über die entsprechenden Risiken aufzuklären.

Droht Germania Schweiz das gleiche Schicksal wie Skywork?

Ende 2017 groundete die Schweizer Fluggesellschaft Skywork, weil ihr das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) die Betriebsbewilligung entzogen hatte. Beim Bazl heisst es auf Anfrage von 20 Minuten, man könne zurzeit nicht sagen, wie sich die deutsche Insolvenz auf den Betrieb der Germania Flug AG auswirke. «Die Germania Flug AG verfügt nach wie vor über eine gültige Betriebsbewilligung und ein Air Operator Certificate», heisst es in einem E-Mail. Das Air Operator Certificate kann der Germania Flug AG allerdings wie anderen Airlines auch aus wirtschaftlichen Gründen entzogen werden.

Was bedeutet die deutsche Insolvenz für Germania-Kunden in der Schweiz?

Wer bei der Mutterfirma Germania in Deutschland Tickets gekauft hat, kann wahrscheinlich keine Entschädigung erwarten. Auf der Germania-Website können Schweizer Kunden weiterhin Flüge ab Zürich buchen. Sollte die Germania ihren Betrieb in der Schweiz aber bald einstellen, hätten sie das Nachsehen. Zwar hat man bei einem Airline-Konkurs als Kunde Anrecht auf Entschädigung, doch Passagiere stehen immer zuletzt auf der Schuldnerliste. Aus diesem Grund bekommt man selten sein Geld zurück.

Was bedeutet die Insolvenz für Schweizer Reisebüros, die über Germania Tickets bezogen haben?

Die Schweizer Reiseanbieter Kuoni und TUI Schweiz arbeiten bis auf weiteres mit der Germania Flug AG zusammen. Von TUI Schweiz heisst es, man beobachte die Lage laufend. Und: «Germania Schweiz ist weiterhin ein wichtiger Partner. Der Flugplan wird eingehalten und die Lage ist ruhig.» Bei der Konkurrentin Kuoni klingt es ähnlich: «Unabhängig von Germania sind wir auf Insolvenzen von Fluggesellschaften vorbereitet und bieten unseren Kunden dann kurzfristig alternative Lösungen an.» Flugpleiten haben für Reiseanbieter hohe Kosten zur Folge. Wie Hotelplan-CEO Thomas Stirnimann im Rahmen eines Gesprächs an einer Tourismus-Messe im Oktober 2018 sagte, sollen die Pleiten von Fluggesellschaften im Jahr 2018 den Konzern rund eine halbe Million Franken gekostet haben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aviatikerin am 05.02.2019 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Dumping Preise

    Hört endlich auf mit diesen Dumping Flugpreisen. Es kann doch nicht angehen, dass ein Flugticket von Zürich nach London günstiger sein soll als ein Zugticket nach Genf.

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  • B. Obachter am 05.02.2019 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Da haben ein paar Investoren innerhalb zweier Wochen, gleich zig Millionen in den Sand gesetzt.

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  • Realist am 05.02.2019 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wie heisst sie nochmals,

    die geplante Schweizerische Billigairline, die zur Zeit gerade Investoren sucht? Ich würde jedenfalls jetzt dieses hoffnungslose Projekt still und heimlich beenden; man sieht ja, wie es endet...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandra Rüegg am 06.02.2019 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Germania

    Super habe einen Flug gebucht für Ende Februar nach GRAN CANARIA

  • Fränzi am 06.02.2019 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flügel gestutzt

    Gehe doch das Risiko nicht ein, dass während meinen Ferien die Fluggesellschaft pleite gegangen ist und ich einen weiteren Flug buchen muss um nach Hause zu kommen!

  • Freewather am 06.02.2019 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überarbeiten

    Sehr sinnvoll das sie die Flüge von Deutschland übernehmen müssen.. Übermüdete Piloten nein Danke ich hange an meinem Leben

  • huschmie am 06.02.2019 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist auch bald weg

    Mit 3 Fliegern ist nicht mehr viel auszurichten. Die Airline wird auch bei uns bald verschwinden. Mit etwas Glück wird sie von Edelweiss oder Helvetic geschluckt.

  • Franz Strechi am 06.02.2019 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zwei Flüge anulliert

    heute Morgen von drei Germania Flügen ab ZRH zwei anuliert 6 Feb 2019. warum dies bei verlangter Mehrarbeit ?

    • TripleSeven am 06.02.2019 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Franz Strechi

      Einer übernimmt die airbus mitarbieter streckenflüge toulouse hamburg..

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