Vorsorge

10. März 2015 18:31; Akt: 10.03.2015 18:31 Print

Was bringt Ihnen der Vorsorgeausweis?

von C. Landolt - Im Frühling werden die Vorsorgeausweise der Pensionskassen verschickt. Kaum jemand versteht den Zahlensalat. 20 Minuten verrät, wie man das Papier entschlüsselt.

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Fast alle Angestellten erhalten im März ihren Vorsorgeausweis. Bei nicht wenigen landet das Papier in der Schublade. Kein Wunder, denn «es ist schwierig, bei dieser Menge an Zahlen durchzublicken», sagt Albert Steck, Vorsorgeexperte bei der Migros Bank. Es lohne sich aber, über den Vorsorgeausweis Bescheid zu wissen. «Denn der grösste Teil unseres Vermögens steckt in der Pensionskasse.»

Am Beispiel eines fiktiven Vorsorgeausweises erklärt 20 Minuten, was Jahreslohn, Altersguthaben und Deckungsgrad bedeuten.

• Grunddaten in CHF
Jahreslohn 78'105
BVG-Lohn 53'430
Beschäftigungsgrad100 %

Der AHV-Jahreslohn, den der Arbeitgeber der Pensionskasse (PK) meldet, sollte Ihrem effektiven Jahreslohn entsprechen, also dem Bruttolohn gemäss Lohnausweis inklusive 13. Monatslohn, Überstunden und Zulagen. In unserem Beispiel sind es 78'105 Franken. Den BVG- Lohn berechnet die PK, indem sie vom gemeldeten AHV-Jahreslohn den BVG-Koordinationsabzug abzieht (derzeit 24'675 Franken). Dieser Betrag entspricht sieben Achtel der maximalen Rente von 28'200 Franken.

• Stand Sparkapital per 1.2.2015: CHF 50'942
Das Sparkapital umfasst alle vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber einbezahlten Beiträge inklusive Zins. Es bedeutet das Guthaben, das Sie bis Ende des letzten Jahres in Ihrer Pensionskasse angespart haben. Man kann es zusätzlich in einen obligatorischen und einen überobligatorischen Teil aufgliedern. Der erste Teil basiert auf den Beiträgen im Rahmen des BVG-Obligatoriums bis zum maximalen BVG-Lohn. Ist der Lohn höher als 59'925 Franken, wandert das Geld in den überobligatorischen Topf, welcher je nach Pensionskasse niedriger verzinst wird und also eine geringere Rendite als vom BVG vorgeschrieben aufweist.

• Jährlicher Sparbeitrag: CHF 5343
Der jährliche Sparbeitrag ist abhängig vom Alter des Arbeitnehmers: Ab 25 Jahren beträgt er 7 Prozent des versicherten Lohns, ab 35 sind es 10 Prozent, ab 45 Jahren steigt der Beitrag auf 15 Prozent und ab 55 auf 18 Prozent. Davon muss der Arbeitgeber mindestens die Hälfte übernehmen. Etliche Firmen bezahlen aber freiwillig mehr.

• Jahresbetrag für Risikoversicherung, Kosten und Sicherheitsfonds: CHF 1514
Der Risikobeitrag unterscheidet sich je nach Pensionskasse. In der Regel beträgt er etwa 3 Prozent des Lohns. Aus diesem Beitrag wird eine allfällige Invalidenrente sowie im Todesfall eine Ehegattenrente oder Waisenrente finanziert.

• Voraussichtliches Altersguthaben mit 65 inkl. 1,75 % Zins: CHF 301'677
Das voraussichtliche Altersguthaben insgesamt bei der Pensionierung entspricht einer hypothetischen Hochrechnung inklusive Zins. Dabei wird angenommen, dass der aktuelle Lohn gleich bleibt und Sie immer gleich viel arbeiten.
In unserem Beispiel entspricht die Verzinsung dem aktuellen BVG-Mindestzinssatz von 1,75 Prozent.

• Voraussichtliche jährliche Altersrente: CHF 20'514
Zur Berechnung dieser Altersrente multipliziert man das Altersguthaben mit dem sogenannten Umwandlungssatz. In diesem Beispiel haben wir den aktuellen BVG-Satz von 6,8 Prozent verwendet. Tritt die Rentenreform 2020 in Kraft, würde dieselbe Altersrente auf 18'100 Franken sinken.

• Jährliche Invalidenrente bei Krankheit:CHF 31'200
• Jährliche Ehegattenrente: CHF 9329
Zu den wichtigsten weiteren Angaben auf dem Vorsorgeausweis gehört der erlaubte Vorbezug für den Kauf von Wohneigentum. Von Bedeutung ist zudem der maximale Betrag für einen freiwilligen Einkauf in die Pensionskasse. Ein solcher Einkauf erhöht die Altersrente und lässt sich zudem vom steuerbaren Einkommen abziehen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • marc john am 10.03.2015 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wohneigentum

    Ich habe mein Geld ausbezahlt und in selbstbewohntes Wohneigentum angelegt. Fazit: Wohne fast gratis und kann mir mit dem ersparten Zins meine Rente selber ansparen. 3. Säule ist dabei Pflicht. Voraussichtlich werde ich in 4 Jahren mit 55 in Frührente gehen.

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  • Protagonist am 10.03.2015 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hellseher

    Es ist nicht ein "nicht verstehen". Es ist ein desinteresse sich dafür zu interessieren. Beginnt schon mit dem lesen der monatl. Lohnabrechnung. Viele können dies durch das verschlossene Couvert hindurch.

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  • marc john am 10.03.2015 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    an Nala71

    Kinder sind inzwischen erwachsen. Ich habe nicht an der Familie gespart. Aber z.B. beim Auto. Wir brauchten nie einen Pampersbomber. Ein normaler PW reichte allemal. Für Ferien mieteten wir einen Camper. Heute reicht ein Kleinwagen zu zweit.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nico Meier am 11.03.2015 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jung

    Ich bin mitte 30 und für mich als junger Mensch is der PK-Ausweis spannend, da ich in ein par Jahren Wohneigentum wewerben will und dafür evtl. einen teil des PK-Geldes verwenden oder verpfenden werde.

    • hirschmann am 11.03.2015 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      naja

      machen sie das wenn möglich nicht. sie werden später einbussen zu befürchten haben.

    • Georg Hanselmann am 11.03.2015 16:26 Report Diesen Beitrag melden

      Wohneigentum

      Siehe marc john, raus nehmen soviel wie möglich und in Wohneigentum investieren , wer Garantiert mir das der Umwandlungsatz nicht noch weiter nach unten geht,aber jeder muss selber es wissen.

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  • marc john am 10.03.2015 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    an Nala71

    Kinder sind inzwischen erwachsen. Ich habe nicht an der Familie gespart. Aber z.B. beim Auto. Wir brauchten nie einen Pampersbomber. Ein normaler PW reichte allemal. Für Ferien mieteten wir einen Camper. Heute reicht ein Kleinwagen zu zweit.

  • Protagonist am 10.03.2015 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hellseher

    Es ist nicht ein "nicht verstehen". Es ist ein desinteresse sich dafür zu interessieren. Beginnt schon mit dem lesen der monatl. Lohnabrechnung. Viele können dies durch das verschlossene Couvert hindurch.

    • Kevin Eigenmann am 11.03.2015 16:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Berater

      Es ist nie zu früh aber oft zu spät. Vielleicht sollten Sie anfangen umzudenken....

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  • marc john am 10.03.2015 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    an Fornax

    Die Planung einer Pensionierung ist Langfristig. Der Entscheid zu Wohneigentum mit Altersguthaben habe ich vor 23 Jahren gefällt. Wichtig ist, dass das gesparte Geld wieder angespart wird. Mit der Säule 3a konnte ich den Eigenmietwert abfedern. Mit den weiteren Abzügen konnte ich mehr Steuern sparen gegenüber als Mieter. Heute ist die Wohnung bezahlt und das 3. Säule von mir und meiner Frau voll. Ab 60 werde ich mir dieses Jahrweise zurückzahlen ( pro Jahr ein 3a-Konto). Nun musst du noch das Geld für die Zeit von 55 - 60 ansparen. Da ich keine Miete bezahle kommen so jeden Monat weitere 1500 zusammen (und das seit Jahren bis 2019). Das Restkapital der Pensionskasse halte ich als Reserve. Weiter habe ich die KK mit max. Selbstbehalt. Die gesparten Prämien habe ich mir selbst eingezahlt. Da wir die letzten 30 Jahre kaum Krank waren, kamen hier ein 6stelliger Betrag als weitere Reserve zusammen. So gehe ich mit 55 in Rente. Wichtig: Früh planen und Disziplin.

    • Nala71 am 10.03.2015 21:23 Report Diesen Beitrag melden

      an Fornax

      und keine Kinder. Das würd den Plan ziemlich durcheinander werfen ;-)

    • Fornax am 10.03.2015 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Disziplin

      cool, wenn es lediglich ein weing Disziplin benötigt! Nach einer Scheidung mit drei Kindern und der Teilung der Pensionskasse und des Vermögens bleiben weder genug Mittel um ein Eigenheim zu finanzieren noch irgendwelche Vorbezüge aus der Pensionskasse um die Pension zu finanzieren. Funktioniert wahrscheinlich im Idealfall... aber nicht beim Durchschnittsschweizer

    • Markus Müller am 11.03.2015 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kinder

      Warum macht man auch drei Kinder wenn man sie sich nicht leisten kann?

    • Küde Stocker am 11.03.2015 07:39 Report Diesen Beitrag melden

      Super Marc, saubere Planung

      @marc john, ja genau so funktionierts problemlos, wir haben dazu noch einen Jungen gross gezogen mit Studium und er hat heute eine Firma mit 32 Mitarbeitern. Es geht wenn man will, jedoch den Fünfer und das Wegglich gibts natürlich auch bei so einer Planung nicht, vermisse aber nichts solange auch die Gesundheit mitspielt. Bravo Marc.

    • Karl S am 11.03.2015 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      An Mark Jon

      Und wie hältst Du es mit dem Eigenmietwert bei den Steuern?

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  • SkiMa am 10.03.2015 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    Raubrittertum ?

    Kann mir jemand nur annähernd sagen WARUM jetzt dieser Ausweis kommt und man es nicht einfach so belassen hat ? Alles muss heutzutage möglichst schwierig zum verstehen sein, damit man (die Versicherer) alles so drehen und wenden kann wie sie es wollen. An die Junge Generation : Hofft nicht darauf das ihr in 40 Jahren noch eine Pension ausbezahlt bekommt wenn es so weitergeht wie in den letzten 20 Jahren und das ist nicht Schwarzmalerei !

    • Besser Wisser am 10.03.2015 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hä?

      Was genau willst du uns sagen? Das System der PK wie auch der Ausweis ist alles andere als neu. Wenn du es nicht verstehst frage doch nach. Ich bin sicher, dass dir das jemand aus deinem Umfeld erklären kann.

    • Fred am 10.03.2015 19:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Besser Wisser

      SkiMa ist vermutlich jünger als 25 und hat daher noch nie so einen Ausweis gesehen

    • Personalerin am 10.03.2015 21:22 Report Diesen Beitrag melden

      wieso neu?

      diesen ausweis gibts doch schon lange jedes Jahr. wenn man ihn nicht versteht sollte man in der Personalabteilung nachfragen die können das erklären, oder bei der Lohnbuchhaltung....

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