In Türkis

06. Oktober 2019 10:10; Akt: 06.10.2019 10:10 Print

Was hat es mit diesem Cola-Etikett auf sich?

Der Getränkehersteller will den Einsatz von recyceltem Material vorantreiben. Neue Flaschen bestehen teils aus Plastik, das aus dem Meer gefischt wurde.

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Coca-Cola hat eine neue Flasche mit türkisfarbenem Etikett vorgestellt. Die Flasche besteht zu einem Viertel aus Plastik, das aus dem Mittelmeer gefischt sowie von Stränden aufgesammelt wurde. Rot, Grau, Schwarz, Grün: Diese Farben haben die Etiketten auf Coca-Cola-Flaschen. Sie stehen für das klassische Cola, Cola Light, Cola Zero und die Sorte, die mit Stevia gesüsst wird. Coca-Cola hat auch Pläne, das Kaffee-Business weiter auszubauen. Der Konzern will nächstes Jahr die britische Marke Costa Coffee in mindestens zehn europäischen Ländern einführen – darunter auch in der Schweiz. Der Softdrink-Hersteller kaufte die britische Kaffeekette letztes Jahr für 4,9 Milliarden Franken. Coca-Cola hat dabei keine Kaffee-Shops im Visier, sondern will sich bei der Expansion laut eigenen Angaben vor allem auf Vending-Automaten, Foodservice-Maschinen und Ready-to-drink-Produkte fokussieren. Der Softdrink-Hersteller hat sich selbst zum Ziel gesetzt, Getränke für alle Tageszeiten im Angebot zu haben. Ein Fertigkaffee-Getränk fehlte da bisher noch. Als eine der ersten Handlungen nach der Übernahme lancierte Coca-Cola im Juni 2019 zusammen mit Costa Coffee drei kalte Kaffeegetränke in Dosen. Kommen diese auch in die Schweiz, würde der US-Softdrink-Riese vor allem Emmi und Starbucks konkurrenzieren. Beide haben in der Schweiz bereits gekühlte Fertigkaffees in den Regalen der Detailhändler. Dass Coca-Cola neu auf Kaffee setzt, kommt nicht von ungefähr. Denn Kaffee ist eines der lukrativsten und am schnellsten wachsenden Geschäftsfelder im Getränkemarkt. In den 28 Märkten, in denen Coca-Cola aktiv ist, werden mit Kaffee derzeit mehrere Milliarden Dollar umgesetzt. Das Wachstumspotenzial wird jährlich auf rund 4 Prozent geschätzt.

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Rot, Grau, Schwarz, Grün: Diese Farben haben die Etiketten auf Coca-Cola-Flaschen. Sie stehen für das klassische Cola, Cola Light, Cola Zero und die Sorte, die mit Stevia gesüsst wird.

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Jetzt kommt eine neue Farbe hinzu: Türkis. Der Getränkekonzern Coca-Cola hat das Etikett und die Flasche dazu am Donnerstag vorgestellt. Das Label in Türkis schmückt eine PET-Flasche mit einer «bahnbrechenden Technologie», wie es in einer Mitteilung heisst.

Recycelter Meeresabfall

Der Hintergrund: Die Flasche besteht zu einem Viertel aus Plastik, das aus dem Mittelmeer gefischt sowie von Stränden aufgesammelt wurde. Sie sei die erste Trink-Plastikflasche, die zum Teil aus erfolgreich recyceltem Meeresabfall bestehe, schreibt Coca-Cola.

Vorerst sind nur 300 Flaschen mit dem türkisfarbenen Etikett produziert worden. Ein kleiner Schritt, räumt der Konzern ein, aber: Die Technologie dahinter habe grosses Potenzial. Sie zeige, dass qualitativ schlechtes Plastik dahingehend wiederverwertet werden könne und dass zum Schluss wieder Material entstehe, das sogar für Lebensmittel-Verpackungen verwendet werden könne.

Start womöglich im Jahr 2020

In welchen Märkten und zu welchem Zeitpunkt die neue Flasche auf den Markt kommt, ist noch unklar. Als vagen Starttermin gibt Coca-Cola das Jahr 2020 an. «Die Technik ist jetzt da, nun liegt es an uns, sie so schnell wie möglich marktfähig zu machen», sagt Westeuropa-Chef Tim Brett.

(vb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MrX8600 am 06.10.2019 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Ironie

    Ja eins auf sozial machen, aber dann die Flasche auf 0.45L reduzieren, dass noch mehr PET entsteht. Da kann man nur den Kopf schütteln...

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  • Fabian am 06.10.2019 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billiger Marketing Trick

    6er Pack Coca Cola wird mit Plastik umhüllt. Wieviele dieser Plastikteile im Meer schwimmen kann man nur erahnen. Da scheint mr diese Aktion bloss ein Marketing Trick zu sein. Wegen diesen 300 Flaschen ist Coca Cola leider kein Schritt gesünder oder nachhaltiger.

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  • Typhoeus am 06.10.2019 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuchelei,

    denn viele Plastkflaschen landen wieder im Meer

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Trudi am 07.10.2019 23:34 Report Diesen Beitrag melden

    Alles was unter 50%

    recyceltes Material enthält, steuert 0% zum Umweltschutz bei.

  • Muscleflower am 07.10.2019 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    Biofritz

    Wieso kann man nicht abstimmen mit : "ich trinke nie coca cola" ..?

  • Andreas am 07.10.2019 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Asche zu Asche, Staub zu Staub

    Wenn die Flasche zuvor sozusagen aus dem Meer gefischt wurde, kann ich sie dort eigentlich wieder bedenkenlos entsorgen. Weniger ist bekanntlich mehr. Etwas weniger Marketing, dafür etwas mehr Recycling, das man niemandem unter die Nase bindet, und Ihr wärt dann etwas glaubwürdiger.

  • Philoswiss am 07.10.2019 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Plastik ist die beste Verpackung

    Man kann es drehen und wenden wie man will, Plastik ist heute immernoch besser als Glas, Karton oder Metal. Es ist ökologischer und ökonomischer. Zum smeltzen braucht man nur um die 300°C. Man kann Preforms daraus machen die erst beim Abfüller in Flaschenform geblasen werden. Es ist sehr leicht und beständig. Und seit neustem hat die Privatwirtschafft ein Verfahren entwickelt wo 100% recycling PET verwendet wird. Man muss halt nur die Flasche ins Recycling schmeissen und nicht in den Müll oder See und genau da muss man ansetzen um das Problem zu lösen.

    • Alfred Seiler am 07.10.2019 20:28 Report Diesen Beitrag melden

      Glas

      Bin für glas ... wie früher und umweldfreundlicher ... da nicht so oft einfach weg geworfen wie plastik ... usw

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  • Rita Diener am 07.10.2019 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quer durch Europa gekarrt

    Dann wird der Abfall also quer durch Europa gekarrt um uns ein besseres Gewissen zu machen? Ist das der richtige Ansatz? Wie wäre es, zurück zur Glasflasche zu finden, selbstverständlich auch aus rezykliertem Glas?!

    • smithy am 07.10.2019 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rita Diener

      wird der Rohstoff ja sowieso. Einziger Ansatz wie immer:.... VERZICHT

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