Türkei-Wahl

09. Juni 2015 12:33; Akt: 09.06.2015 12:33 Print

Wasserwerfer-Aktie sinkt nach Erdogan-Schlappe

Nach der Wahlniederlage für den türkischen Präsidenten Erdogan gehen Börsianer davon aus, dass weniger Wasserwerfer eingesetzt werden.

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Der vorläufig letzte Einsatz von Wasserwerfern in Istanbul: Demonstranten und Polizei am 1. Mai. (Bild: Keystone/Tolga Bozoglu)

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Die Logik der Börsianer ist einfach: Kann die Partei AKP des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht allein weiterregieren und muss sich auf demokratische Prozesse und Kompromisse einlassen, dürfte der Bedarf und Einsatz von Wasserwerfern bei Demonstrationen abnehmen. Folgerichtig bricht die Aktie von Katmerciler Ekipman, der türkischen Firma, die den als Toma bekannten Wasserwerfer herstellt, ein.

Am Montag nach der Wahl sackte der Wert um zehn Prozent und damit deutlich tiefer als der Gesamtmarkt und auch am Dienstag notierte die Aktie weiter im Minus, während sich die türkische Börse auf breiter Front erholte.

Die Gezi-Proteste liessen die Aktie steigen

Die Firma war 2010 an die Börse gegangen und hat nach jedem öffentlichen Auftrag zugelegt, wie Hurriyetdailynews berichtet. Erst im Oktober 2014 ging die Aktie durch die Decke, nachdem die nun von den Wählern abgestrafte damalige türkische Regierung ankündigte, jeden der bei Protesten zerstörten Wassserwerfer durch zehn neue zu ersetzen, wenn die Demonstrationen im Land weitergingen.

Seit den Unruhen in Istanbul auf dem Taksim-Platz 2013 kam es in der ganzen Türkei zu zahlreichen Demonstrationen, die die Polizei mit Wasserwerfern bekämpfte. Zum Teil kamen dabei auch Menschen ums Leben. Der damals 14-jährige Junge Berkin Elvan war 2013 während der Gezi-Unruhen in Istanbul von einer Tränengaskartusche der Polizei am Kopf getroffen worden und hatte mehrere Monate im Koma gelegen. Am 11. März 2014 war er gestorben.

Auch Libyen bestellt Wasserwerfer

Die Firma Katmerciler Ekipman gehört der Zeitung «Hurriyet» zufolge hauptsächlich dem früheren stellvertretenden AKP-Parteichef Ismail Katmerci. Der Wasserwerfer-Einsatz in den letzten zwei Jahren machte den Hersteller weltweit berühmt und führte zur Eroberung neuer Märkte: Die Tomas wurden demnach auch von Libyen und Brasilien bestellt.

(ish)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Haha am 09.06.2015 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witzig

    Das tut gut, solche anüsante News zu lesen. Avh was für ein unbeschwertes Leben habe ich doch und muss mir zum glück keine Gedanken machen, was meine Wasserserfer Aktien machen

  • Christian am 09.06.2015 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wasserwerfer sind wichtig!

    Es geht also in der Türkei nur um Wasserwerfer? Warum die Demonstranten demonstrieren interessiert wohl niemanden. Vielleicht sollte das FBI einmal Erdogans Konten überprüfen. Ob da auch dubiose Gelder geflossen sind...?

    einklappen einklappen
  • Jammer am 09.06.2015 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    kein wunder

    na die Börsianer haben ja eine Logik !! :)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Supermario am 09.06.2015 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnisblödsinn

    Ist ja wieder eine Schlagzeile wert, wenn ein Unternehmen mit einer Börsenkapitalisierung von ganzen CHF 24 Mio. nicht mehr ganz so gefragt ist. Zum Vergleich hat allein heute Roche mehr als CHF 2 Mrd. an Börsenwert verloren!

  • derTürke am 09.06.2015 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn es zu früh Wahlen kommt

    und Erdogans AKP wieder gewinnt dann machen wir für den Sepp Blatter zu Lieb die WM in der Türkei.

  • Jammer am 09.06.2015 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    kein wunder

    na die Börsianer haben ja eine Logik !! :)

  • malino am 09.06.2015 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    noch an pole position

    Bin Überrascht das Realität nicht einfach unter den Tisch gewischt wird. Aber Er ist ja noch an der Spitze und hat es auch ohne Rechtsgrundlagen weit getrieben.

  • Markus S. am 09.06.2015 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erdon ist gut

    Ein Land wie die Türkei braucht einen starken Mann an der Spitze. Da die hiessigen Medien Erdogan immer negativ Darstellen, glaube ich, dass er wohl ein guter Präsident ist. Das sage ich als aussenstehnder Schweizer.