VW schlägt Alarm

21. März 2019 10:13; Akt: 21.03.2019 10:46 Print

Autos werden mit neuer Abgasnorm massiv teurer

Volkswagen kündigt für Dieselautos in den nächsten vier Jahren deutliche Preiserhöhungen an. Auch für Benziner muss man bald mehr bezahlen.

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Lange sprach man bei den Automobilherstellern davon, die Investitionen für nachhaltigere Antriebe wenn möglich nicht direkt auf den Kunden zu überwälzen. Doch das ist inzwischen Gerede von gestern. In einem kürzlich erschienenen Interview kündigte Volkswagen an, dass es bei den Autos aus Wolfsburg künftig zu deutlichen Preiserhöhungen kommen werde. Das erklärte Konzernvertriebsleiter Christian Dahlheim im Gespräch mit der deutschen Branchenzeitung «Automobilwoche».

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Die Verkäufe von Elektroautos kommen in Fahrt – wann steigen sie um?

Konkret plant der VW-Konzern, die Preise in den kommenden vier Jahren aufgrund strenger Klimaziele und schärferer Abgasvorschriften sukzessive anzuheben. Grund dafür sind neben der fortschreitenden Elektrifizierung die künftigen Abgasnormen ab Euro 7. Diese wird Dieselautos laut VW im Schnitt um bis zu 2500 Euro oder fast 3000 Franken verteuern. Auch Benziner sollen künftig bis zu 1500 Euro (fast 2000 Franken) mehr kosten. Dazu treibt die Inflation die Preise hoch.

Nicht nur VW betroffen

Dieselautos mit der Abgasnorm Euro 7 kommen ab 2023 auf den Markt. Sie müssen mit effizienteren Filteranlagen ausgestattet sein als gängige Euro-6-Diesel, damit sie die neuen EU-Grenzwerte einhalten können.

Modelle mit Benzinmotoren müssen ebenfalls optimiert werden, vor allem was den CO2-Ausstoss angeht. Bei ihnen wird der gestiegene materielle Aufwand aber nicht so schwer ins Gewicht fallen wie bei Diesel.

Die anspruchsvolleren Umweltauflagen machen bei Automobilherstellern aufwendigere Abgasreinigungsanlagen nötig. Man versuche, diese Mehrkosten zu kompensieren, aber einen Teil davon müsse man «an die Kunden weitergeben», heisst es aus Wolfsburg.

Auf Anfrage von 20 Minuten erklärt Amag-Sprecher Dino Graf, dass man die angekündigte Preiserhöhung nicht kommentieren könne. Der Fahrzeugmarkt sei aber grundsätzlich «preissensibel» und reguliere sich selber. Darum, so Graf, werden «unsere Marken auch in Zukunft marktkonforme und kompetitive Produkte und Preise haben».

Preise steigen seit Jahren

Tatsächlich werden sich Kunden wohl auch in der Schweiz darauf einstellen müssen, dass Preise zulegen. Denn die Anschaffungskosten für Fahrzeuge steigen schon seit Jahren kontinuierlich an. Preistreiber sind dabei zum einen die technischen Verbesserungen der Fahrzeuge sowie die steigende Motorleistung, aber auch teure Trends wie jener hin zu SUVs. Nun kommen auch noch die härteren Umweltauflagen dazu, und das spürt der Kunde. Denn die Regulierungen zur Schadstoff-Reduktion werden in einem Tempo vorangetrieben, das den Herstellern im wahrsten Sinne kaum Luft lässt. Zumal schnell entwickelte Optimierungen immer auch teuer entwickelte Optimierungen sind.

Klar ist: Die Problematik betrifft alle. So deutlich wie VW hat bislang aber noch kein Hersteller zu verstehen gegeben, wie direkt sich die neuen Vorschriften auf den Preis auswirken. Darin mag politisches Kalkül stecken, um die CO2-Vorgaben aus Brüssel unter Druck zu setzen. Immerhin müsse VW, so Konzernchef Herbert Diess, bis zum Jahr 2030 auf einen Anteil von 40 Prozent Elektroautos beim Gesamtabsatz kommen, anders seien die neuen Grenzwerte nicht einzuhalten. Aber es ist auch eine Realität, die der Kunde in nächster Zeit zu spüren bekommt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Experte am 21.03.2019 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kontraproduktiv

    Der Aufschlag der neuen Fahrzeuge wird dazu führen, das ältere Autos länger in Verkehr bleiben und somit die Luft keinen Deut besser wird, im Gegenteil!

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  • Kurt am 21.03.2019 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Und? Mir doch egal

    Dann kaufe ich mir wieder einen Gebrauchten für schmale Kasse.

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  • Eric am 21.03.2019 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Lenkungsabgaben

    Ach, eine Lenkungsabgabe mehr: höhere Preise für Benziner und Diesler, damit die dressierten Konsumenten auf Stromer umsteigen. Wer liefert dann den Strom und zu welchem Preis? AKW forever, etwas anderes wird gar nicht möglich sein - was von immer mehr Experten auch offen kommuniziert wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • gallus wandeler am 26.03.2019 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    wahrheit

    in den usa haben wir strengere abgasnormen als in der eu. somit baut vw schon lange fz. die über der heutigen eu. norm sind. preisaufschlag hat andere gründe, so ein verlogenes unternehmen.

  • Martial2 am 26.03.2019 11:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel des Guten...

    2'500 mehr für einen Mittelklasse Wagen, ist sehr viel... Dann kauft man halt einen guten Occasion von der A-Vertretung!

  • M.G. am 26.03.2019 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kraftstoffeinsparung

    Schon vor Jahren hatten sie in einer deutschen Verbraucherschutz-Sendung einen normalen Mittelklassewagen optimiert: elektrische Sitzhöhensteuerung, Klimaanlage, Sitzheizung, elekr. Fensterheber etc. ausgebaut und mit Klebestreifen die Spalten an den Türen verkleinert. Das brachte 15% Einsparung beim Benzinverbrauch. Also wurde in den letuten 20 Jahren die ganze Umweltverbesserung bei den Motoren durch Leistungssteigerung und den Einbau von immer mehr teils schweren Luxuskomponenten wieder aufgehoben.

  • zuviel greta am 26.03.2019 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    ich mags nicht mehr hören

    ihr solltet langsam wissen, den lobbyisten, den kapitalisten und abzockern ist mittlerweile jedes mittel recht, um an geld zu kommen. das ist korruption. schön verpackt als greelabel.

  • Sunpower am 23.03.2019 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    E-Auto

    In der Schweiz kommen schon heute ca. 60 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen wie Wasserkraft. Deshalb schont ein E-Auto hierzulande die Umwelt!

    • Oberli am 24.03.2019 08:05 Report Diesen Beitrag melden

      Vorläufig

      Vorläufig muss man leider noch auf Elektro-Fahrzeuge wechseln, weil zuerst die Verbrennung von Erdöl gestoppt werden muss.

    • Illumination am 24.03.2019 21:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Sunpower

      Schön, dass Sie "hierzulande" schreiben - aber nichts über die problematische Akku Rohstoff-Gewinnung in den Förderländern, mit kaum besseren Transportwegen als beim Erdöl, den E-Fahrzeugbau aus Kohlestrom in Asien und vor allem China - kein anderes Land und kein anderer Sektor haben allein soviel Einfluss auf den Klimawandel wie Chinas Kohlekraftwerke..

    • Martial2 am 26.03.2019 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sunpower

      Die Wasserkraftwerke reichen nie im Leben, um diese stark gestiegene Strom-Energie abzudecken. Es braucht Alternative, am besten baut man neue AKW's, mit neuster Technologie und Sicherheit!

    • Pete Müller am 10.04.2019 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Illumination

      stimmt so nicht ganz ... Auf internationaler Ebene existieren keine Abkommen, wie der Anstieg der Emissionen z.B. im Schiffssektor zu bremsen oder gar zu reduzieren ist. Seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten! suchen die zuständigen UN-Gremien nach Lösungen. Bislang vergeblich. Noch immer wird Schweröl eingesetzt! Wie dringend bindende Abkommen nötig sind, verdeutlichen einige Zahlen: Die Weltflotte von 90.000 Schiffen verbrennt rund 370 Millionen Tonnen Treibstoff pro Jahr, was einer Emission von 20 Millionen Tonnen Schwefeloxid entspricht. Allein die 15 größten Schiffe der Welt stießen pro Jahr so viele Schadstoffe aus wie 750 Millionen Autos, so der NABU (Naturschutzbund Deutschland).

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