Fusion

03. Juni 2019 07:12; Akt: 03.06.2019 07:19 Print

Weko nimmt Sunrise-UPC-Deal genau unter die Lupe

Die Wettbewerbskommission sieht bei der Fusion von Sunrise und UPC genau hin. Der Telekomkonzern nimmts gelassen.

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Hat den Kaufvertrag mit der UPC-Mutter Liberty Global gekündigt: Sunrise. (Bild: Andrea Zahler) Eine deutliche Mehrheit der Aktionäre unterstützt den Kauf von UPC durch Sunrise nicht. Eine ausserordentliche Generalversammlung wurde deshalb in letzter Minute abgesagt. Wortführerin des Widerstands war die deutsche Grossaktionärin Freenet, die 24,5 Prozent an Sunrise besitzt. Verwaltungsratspräsident Peter Kurer erklärte: «Wir bedauern die Annullation der GV. Wir haben viel Zeit in die Gespräche mit unseren Aktionären investiert und sind weiterhin von den strategischen und finanziellen Gründen der Übernahme überzeugt». Im Februar 2019 die Ankündigung: Sunrise-CEO Olaf Swantee reisst sich UPC unter den Nagel. Obwohl es sich bei der Übernahme um einen milliardenschweren Deal handelt, bleibt erst mal alles so, wie es ist, wie Telecomexperte Ralf Beyeler von Moneyland zu 20 Minuten sagt. Da UPC vor allem im Bereich Sport-TV stark ist, wird Sunrise mit dem Kauf der Firma künftig mehr Inhalte anbieten – zum Beispiel Liveübertragungen von Eishockeyspielen. «Dank der Transaktion wird das neue Unternehmen unter dem Namen Sunrise auftreten», sagt Sunrise-Sprecher Rolf Ziebold zu 20 Minuten. Der Name UPC dürfte demnach verschwinden. Durch diesen Zusammenschluss erhält die Swisscom erstmals einen mächtigen Konkurrenten. Eine Fusion wird es UPC ermöglichen, über das Sunrise-Netz günstig 5G-Dienste anzubieten, was auch den Kunden in Form von niedrigen Preisen zugutekommen könnte.

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Die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) wird die geplante Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC durch Sunrise einer genauen Überprüfung unterziehen. Mit einem Entscheid der Behörde wird spätestens Anfangs Oktober 2019 gerechnet, teilte Sunrise am Montag mit.

Konkret werde die Weko eine sogenannte Phase-II-Prüfung durchführen. Der Telekomkonzern geht von einer Zustimmung der Weko aus, wie er in dem Communiqué schrieb. Denn die Übernahme von UPC Schweiz führe zu einer Intensivierung des Wettbewerbs auf dem hiesigen Telekommunikationsmarkt.

Man gehe daher davon aus, dass die Transaktion noch im vierten Quartal 2019 vollzogen werde. Sunrise werde dann besser positioniert sein, um den Wettbewerb zu fördern. Dies sei «mit unmittelbaren Vorteilen für die Schweizer Wirtschaft sowie für die Kunden und Aktionäre von Sunrise» verbunden.

Preis von 6,3 Milliarden

Angekündigt worden war die Übernahme im Februar dieses Jahres. Der Schweizer Telekomkonzern hatte sich mit der UPC-Mutter Liberty Global auf einen Kaufpreis von 6,3 Milliarden Schweizer Franken geeinigt. Um den Schritt zu finanzieren, benötigt Sunrise jedoch frische Mittel.

Konkret soll eine Kapitalspritze 4,1 Milliarden Franken einbringen. Über diese Kapitalerhöhung soll im Herbst an einer ausserordentlichen Generalversammlung entschieden werden. Sunrise-Grossaktionär Freenet hat bisher noch nicht entschieden, wie er abstimmen wird.

(sda)