Verpönte Labels

07. April 2019 13:30; Akt: 07.04.2019 14:00 Print

Welche Kleidermarken würden Sie nie tragen?

Gewisse Klamotten-Labels haben wegen Ihrer Kundschaft einen schlechten Ruf. Erzählen Sie uns, welche Marke Sie niemals anziehen würden und warum.

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Die Banker der Wallstreet haben den massgeschneiderten Anzug gegen eine graue Fleeceweste von Patagonia mit Hemd und Slacks eingetauscht. Das passt dem nachhaltigen Outdoor-Label nicht. Die Weste der Banker hat bereits einen eigenen Instagram-Kanal mit dem Namen #midtownuniform. Patagonia stört sich daran, dass sein Name mit Unternehmen in Verbindung gebracht wird, die die nachhaltige Philosophie des Outdoor-Labels nicht teilen. Auch andere Kleidungsstücke und Labels werden immer wieder mit einer ganz spezifischen Kundschaft verbunden – gewollt und ungewollt. Edelweiss-Hemden sind zum Beispiel seit langem beliebt bei Schwingern und Landwirten. Sie sind praktisch und drücken Verbundenheit mit der Schweiz aus. Nationalkonservative Assoziationen wecken sie höchstens, wenn sie von SVP-Nationalräten getragen werden. Ganz klar rechtsextremes Gedankengut wird hingegen mit Kleidern der Marke Thor Steinar vermittelt, auch wenn die Firma das in Abrede stellt und sich auf die nordische Sagenwelt beruft. Gern werden auch Marken wie Lonsdale in die rechte Ecke gestellt: Das kommt daher, dass im Namen NSDA vorkommt, was an die NSDAP, die Partei Hitlers, erinnert. Der britische Hersteller kämpft bis heute gegen dieses Image. Wie bei Lonsdale hat auch bei Fred Perry die überwältigende Mehrheit der Kundschaft nichts mit rechtem Gedankengut am Hut. Die Marke war über die apolitischen britischen Skinheads in die Neonazi-Szene gerutscht. Kleider von Alpha Industries, die auch bei Hollywood-Promis beliebt sind, wurden auch schon von Neonazis getragen. Der Grund: Das Logo erinnert an jenes der SA, der paramilitärischen Kampforganisation der NSDAP. Dass Alpha Industries auch Bomberjacken herstellt, macht die Marke für Neonazis doppelt attraktiv. Trotzdem gilt auch hier: Kleider allein machen noch keine Extremisten. Sogar die zurzeit so angesagten New-Balance-Sneakers werden mit rechter Gesinnung in Verbindung gebracht, weil das N für Nationalsozialismus stehen könnte. Auch am äussersten linken Ende des politischen Spektrums gibt es symbolhafte Kleidung wie den schwarzen Kapuzenpulli. Doch auch wenn sich Anhänger des Schwarzen Blocks gern damit vermummen, die meisten Hoodie-Träger sind keine Extremisten. Auch T-Shirts des FC St. Pauli werden ab und zu von Linksextremen getragen. Aber auch von Familienvätern, modebewussten Frauen und Kindern, denen einfach der Totenkopf gefällt. Heutzutage geht sowieso fast alles auf T-Shirts. Auch das Symbol der Anarchisten taugt längst nicht mehr, Extremisten von Fashionvictims zu unterscheiden. Dann gibt es Symbole, die von beiden Seiten beansprucht werden. Die Linken tragen das Palästinensertuch, um ihre Solidarität mit den Palästinensern auszudrücken. Die Rechten zeigen so ihren Antisemitismus. Und ab und zu ist das Pali-Tuch auch wieder in Mode und wird von allen getragen. Che Guevara ist das Symbol der Linken. Doch daran versuchten sich die Rechtsextremen ebenfalls. Begründung: Sie sehen sich wie Che als Kämpfer für die Freiheit. Springerstiefel von Dr. Martens werden von Linken und Rechten gern getragen. Aber auch als modisches Statement fernab jeglicher Ideologie. Sorgt immer mal wieder für Aufregung: Der Doppeladler, das Symbol der Albaner. Wie das Schweizer Kreuz ist es ein Ländersymbol. Nicht mehr und nicht weniger. Erst der Kontext, indem er erscheint, gibt ihm eine Bedeutung, wie das auch beim Edelweiss-Hemd der Fall ist. Schliesslich können auch Hosen, die über dem Knöchel enden, als Symbol verstanden werden. Wer sie trägt, wird oft als Islamist betrachtet. Doch auch Muslime ohne extremistische Gesinnung tragen ihre Hosen so. Sie halten sich damit an mehrere Hadithen, die lange Hosen mit Arroganz gleichsetzen. Bibeltreue Christen erkennt man weniger an ihrer Kleidung. Ab und zu aber an ihren Motorfahrzeugen, wenn sie mit einem Fisch geschmückt sind, dem Symbol für Jesus.

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Die graue Fleeceweste von Patagonia ist an der New Yorker Wall Street der letzte Schrei: Banker kombinieren die Weste mit Hemd und Anzughosen. Das passt dem umweltbewussten Hersteller von Outdoorkleider aber überhaupt nicht: Patagonia sorgt sich, dass die Banker das Image der Marke beschädigen. Kein Wunder: Immer wieder sind Kleidermarken wegen ihrer Kundschaft negativ behaftet und werden daher von vielen Konsumenten verpönt (siehe Bildergalerie).

Welche Kleidermarken würden Sie niemals tragen? Und warum nicht? Sagen Sie uns Ihre Meinung:

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Bodmer am 07.04.2019 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Canada Goose und Echtpelz

    Canada Goose! Die mit ihren Pelzsäumen an den Kapuzen (gibt ja nicht einmal warm). Ekelhaft! Überteuert sind sie auch noch. Pfui!

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  • Schweizer am 07.04.2019 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    So nicht

    Adidas-Trainer auf der Strasse oder öffentlichem Raum.

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  • Fritz Lang am 07.04.2019 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Nachholbedarf

    Wer sein Image mit angesagten Labels aufpolieren muss hat wohl grundsätzlich Defizite

Die neusten Leser-Kommentare

  • W.T. am 08.04.2019 23:45 Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm...

    ... ALLE! Sage mir welche Marke du trägst und ich sage dir, welche Macke du hast.

  • Umberto Sonnenschein am 08.04.2019 23:26 Report Diesen Beitrag melden

    Never Ever

    Freitag Taschen. Aus Plastik, schlecht fürs Klima und die Umwelt.

  • Di am 08.04.2019 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Grenzen

    versace, muss ich ehrlich erklären wieso??

  • Christine am 08.04.2019 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    Man müsste ja bezahlt werden ...

    Ich vermeide etwas zu tragen, das den Namen aufgepflastert hat, denn man müsste ja bezahlt werden, wenn man Werbung für ein Produkt macht.

    • C.R.33 am 08.04.2019 22:14 Report Diesen Beitrag melden

      Die meisten Leute sind stupid

      Recht haben Sie ja, Christine, aber die Mehrheit der Leute ist saudumm und arbeitet als Werbeträger, ohne einen Lohn zu verlangen.

    • Cuckoo"s Nest am 08.04.2019 23:17 Report Diesen Beitrag melden

      @ Christine

      Ja, wir leben eben in einem Irrenhaus, wo es keine Wärter, aber nur Patienten gibt.

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  • Benno am 08.04.2019 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Leider

    Ich schaue auf Firmen die keinen echt Pelz verwenden. Leider ist Kinderarbeit ein grosses Thema. Man kommt beim Kleiderkauf fast nicht drum herum