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07. Oktober 2011 07:57; Akt: 07.10.2011 12:18 Print

Weniger Arbeitslose im September

Die Arbeitslosenquote in der Schweiz verharrt den vierten Monat in Folge bei 2,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr hat die Zahl der Arbeitslosen sogar um 20,5 Prozent abgenommen.

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Fast 20 000 offene Stellen stehen den Arbeitssuchenden zurzeit zur Verfügung. (Bild: Keystone)

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Der Schweizer Arbeitsmarkt hat sich trotz schwerer Finanzmarktturbulenzen, Ängsten vor einer Weltwirtschaftskrise und der Frankenstärke noch nicht verschlechtert. Im September nahm die Arbeitslosigkeit nochmals leicht ab.

Ende Monat waren 111 344 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 343 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote betrug den vierten Monat in Folge 2,8 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mitteilte.

Der Rückgang sei in den letzten Monaten wie erwartet praktisch zum Stillstand gekommen, bilanzierte Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit im Seco, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Jetzt dürfte aber der Tiefpunkt erreicht sein.

Das Seco erwartet einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit in den nächsten 12 Monaten, insbesondere wegen der Frankenstärke. Im Jahresschnitt werde die Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent im 2011 auf 3,4 Prozent im 2012 zunehmen.

Mögliche Vorboten

Angesprochen auf die neuesten Entlassungswellen beim Chemiekonzern Huntsman und beim Flugzeugwartungsunternehmen SR Technics sprach Gaillard von «möglichen Vorboten». Neben der Industrie dürfte die Arbeitslosigkeit auch im Tourismus, im Detailhandel und bei den Banken steigen.

Im September war davon in den Statistiken aber noch nichts zu sehen, wie Gaillard festhält. Grosse Bewegungen oder einen klaren Trend habe es nicht gegeben, auch nicht bezüglich der Branchen.

Im Jahresvergleich lag die Zahl der Arbeitslosen um 20,5 Prozent tiefer. Seit dem Höhepunkt im Januar 2010 mit einer Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise sei der Rückgang bemerkenswert rasch erfolgt, hielt Gaillard fest.

Nach Alterskategorien betrachtet haben die 15- bis 24-Jährigen weiterhin die höchste Quote. Im September nahm die Jugendarbeitslosigkeit aber leicht um 144 Betroffene auf 17'932 ab. Die Quote ging von 3,3 auf 3,2 Prozent zurück.

Viele Arbeitslose am Genfersee

Am höchsten ist die Arbeitslosenquote unter den Ausländern (5,3 Prozent) und in den Kantonen Waadt (4,7 Prozent) und Genf (5,3 Prozent). Die beiden Westschweizer Kantone zählen 27'348 Arbeitslose, fast ein Viertel aller Betroffenen in der ganzen Schweiz. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt dabei nur ein Siebtel.

Am tiefsten ist die Arbeitslosenquote in den Halbkantonen Obwalden und Nidwalden mit je 0,8 Prozent. Auch im Kanton Uri ist sie im September wieder unter die Marke von einem Prozent (0,9 Prozent) gefallen.

Schweizweit leicht zugenommen hat die Zahl der Stellensuchenden, und zwar um 378 auf 164'448, wie das SECO weiter mitteilte. Ihnen standen 19'435 offene Stellen zur Verfügung, 851 mehr als im Vormonat.

Mehr Anfragen wegen Kurzarbeit

Auch bei der Kurzarbeit lassen sich an den neuesten Zahlen vom Juli noch keine Zeichen einer Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt erkennen: Betroffen waren noch 2215 Personen, 1155 weniger als im Juni. Im Juli 2010 waren 9737 Kurzarbeitende gezählt worden.

Bei den Anfragen für Kurzarbeit verzeichnet das Seco derzeit allerdings wieder eine leichte Zunahme auf tiefem Niveau, wie Gaillard sagte. Ausgesteuert wurden im Juli 2011 laut weiteren Angaben 2755 Personen.



Insbesondere im Detailhandel und im Bankensektor dürfte die Arbeitslosigkeit steigen, sagt Serge Gaillard, Leiter Direktion für Arbeit beim Seco, im Videointerview.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael Wilfrid am 07.10.2011 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe die Schweiz

    Sehr gut! 2.8 Prozent ist sehr schön. Wir müssen stolz auf unser Land sein. In der EU ist die Arbeitslosenquote viel höher.

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  • Hans Moser am 07.10.2011 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Vergesst es!

    Verzichtet doch bitte in Zukunft auf solche Publikationen. 1. Stimmen die Zahlen überhaupt nicht!! -> Ausgesteuerte 2. Interessiert es niemanden solange so geschummelt wird und 3. ist den Arbeitslosen so auch nicht geholfen

  • Sepp am 07.10.2011 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgesteuert

    Auch ich habe dazu beigetragen das es weniger Arbeitslose gibt in der Statistik. Bin seit Oktober Ausgesteuert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • B.Stuber Solothurn am 02.11.2011 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    falsche zahlen

    Warum immer diese falschen Zahlen? Gegenüber wem will unsere Elite besser dastehen als wir wirklich sind? In unserer Region sind sehr viele Leute arbeitslos, es ist aussichtslos einen Job zu finden. 791 Bewerbungen lassen grüssen!!!!!!

  • wesi am 08.10.2011 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Entlassung

    "Im September war davon noch nichts zu sehen", was es ja auch noch gar nicht kann, da die Entlassungen bei SR-Technik und Huntsmann erst kürzlich publiziert wurden,sodass sie in der Septemberstatistik noch gar nicht enthalten sein können, oder?Die werden vermutlich in der Oktoberstatistik in Erscheinung treten,da die Kündigungswelle vermutlich erst angelaufen ist, u.die KF normalerweise 3 Monate dauert!

  • Mani pulite am 07.10.2011 20:33 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne die Anzahl der Ausgesteuerten

    für dieselbe Periode, macht diese Mitteilung überhaupt keinen Sinn.

    • Patrick E. Eyholzer am 08.10.2011 09:13 Report Diesen Beitrag melden

      Ausgesteuerte der letzten 12 Monate

      Die Summe der in der Statistik nicht mehr erfassten Ausgesteuerten beträgt für die letzten 12 Monate 25.633. Die genannten 28.696 «Arbeitslosen weniger» (25%) minus die 25.633 Ausgesteuerten ergibt 3.063 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Dies entspricht 2,2% (Achtung, nicht Prozentpunkte). Zu beachten: Die Zahlen der Ausgesteuerten werden immer um zwei Monate verzögert publiziert. Aber das war auch vor einem Jahr schon so und hebt sich hier wieder auf.

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  • sari am 07.10.2011 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lächerlich!!

    Leute die im Zwischenverdienst arbeiten werden nicht gezählt, wie auch sozialbezüger...was die Zahlen erheblich verfälscht. Saisonale Berufe, wie das Baugewerbe boomt noch, was in 2 Monaten auch nicht mehr der Fall sein wird...dann siehts mit den Zahlen wieder anders aus....und so wiederholt sich das jährlich. Sie realistischen Zahlen sehen bedeutend anders aus!!

  • RAVer am 07.10.2011 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch schön!

    Ist doch herrlich, Hauptsache die Arbeitslosenquote sieht auf Papier schön tief aus. Schade, dass diese Quote leider nicht der realen Zahl von Menschen ohne Arbeit entspricht. Wenn man die reale Arbeitslosenquote ausweisen würde, dann würde der Widerstand zu gross und niemand möchte noch zusätzliche Arbeitskräfte aus dem Ausland. Selbstbetrug zur Zweckerfüllung.

    • wesi am 08.10.2011 19:38 Report Diesen Beitrag melden

      Unten

      Hr Wilfrid. Nach unten vergleichen ist immer leichter als nach oben!.Haben Sie schon mal die CH mit Schweden verglichen?Wenn wir dann die KK aushalten, dass sind wir ECHT gut.Damit man nichts tun muss, vergleicht man sich lieben nach unten.

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