Initiative Swiss21.org

15. Februar 2018 21:58; Akt: 15.02.2018 21:58 Print

Start-ups bekommen Büro-Software jetzt geschenkt

von R. Knecht - Kleinfirmen sollen künftig gratis Software erhalten – von der Buchhaltung bis zum Online-Shop.

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In vielen kleinen Vereinen oder Ein-Mann-Firmen geschieht die Buchhaltung heute noch von Hand. Wer nebengewerblich etwa seine handgemachten Kinderkleider verkauft oder Englisch-Nachhilfe anbietet, verliert so viel Zeit mit Administration. Dafür will die Initiative Swiss21.org nun eine Gratis-Lösung bieten.

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Schweizer Start-ups ...

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erhalten Zugriff auf kostenlose Software für die Büroadministration, solange sie eine gewisse Grösse nicht übersteigen (siehe Box). Die private Nutzung sei ebenfalls gestattet, sagt ein Sprecher von Swiss21.org zu 20 Minuten.

Gemeinnützige Organisation

Derzeit sind die Firmen Abacus Research, Fasoon, Glarotech und Orphis an Swiss21.org beteiligt. Es sollen in Zukunft weitere Unternehmen dazukommen. Geleitet wird die Organisation von Fasoon, einem Unternehmen, das Firmengründer unterstützt. Laut Handelsregister ist die Aktiengesellschaft gemeinnützig und nicht gewinnorientiert. Das Ziel sei, Unternehmern den Einstieg in die Selbstständigkeit zu erleichtern und die Digitalisierung zu fördern, schreibt Swiss21.org.

Doch was haben die Unternehmen hinter der Initiative davon, dass sie ihre Software gratis anbieten? Für Nils Hafner, Professor an der Hochschule Luzern Wirtschaft, liegt es auf der Hand: Man wolle die Jungunternehmen möglichst früh als Kunden gewinnen. Mit der Digitalisierung assoziiere man Wachstum, sagt Hafner zu 20 Minuten: «Die Anbieter hoffen, dass die Firmen wachsen und irgendwann zu zahlenden Kunden werden.»

Ausländische Konkurrenz

Aus dem gleichen Grund würden viele Schweizer Grossunternehmen Start-ups unterstützen. So entstehe über längere Zeit eine Kundenbeziehung. Für Schweizer Anbieter sei das zudem eine Möglichkeit, der ausländischen Konkurrenz zuvorzukommen: «Alte Freunde behandelt man schliesslich anders als neue Freunde», veranschaulicht Hafner das Prinzip.

Ein Sprecher von Swiss21.org bestätigt, dass das Unternehmen internationalen Firmen zuvorkommen will. Es gehe bei der Lösung darum, den hiesigen Kleinunternehmen Schweizer Software anzubieten, bevor ausländische Konkurrenz ein ähnliches Angebot lanciert.

Daten bleiben in der Schweiz

Und wie steht es um den Datenschutz? Alle rechtlichen Aufgaben seien erfüllt und die Verantwortlichen stehen im Kontakt mit dem Datenschützer, wie ein Sprecher sagt. Die Daten in der Cloud werden in zwei Schweizer Rechenzentren gespeichert.

Die Reaktion auf die Initiative sei positiv, schreibt Swiss21.org. Bundesrat Johann Schneider-Ammann begrüsse die Initiative. Sie entlaste Schweizer KMU und Start-ups von administrativen Arbeiten. Laut Bruno Sauter, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, ist das wichtig, weil Erreichbarkeit und Administration bei kleinen Unternehmen finanziell besonders ins Gewicht fallen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sven K. am 15.02.2018 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Find ich gut.

    Finde ich eine gute Idee. Obwohl ich für mein Start-up ein günstiges Cloud-ERP, WMS sowie Webshop gefunden habe. Gibt gute und günstige CH-Lösungen für Start-ups. Was mich mehr stört sind die horrenden Mieten für paar lausige Qm. Alte Werkhallen, Fabriken mit günstigen Mieten werden abgerissen, um verputze Legebatterien zu bauen, die kaum Mieter finden.

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  • Walter Borpa am 15.02.2018 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wie auf Kaffeefahrt

    Auf der Kaffeefahrt wird den Leuten auch ein schöner Ausflug mit feinem Essen und ein Früchtekorb zum Abschied versprochen... bis dann die Tür der Turnhalle zufällt und die erste Gesundheitsmatratze vorgestellt wird...

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  • andi am 15.02.2018 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lacher des jahres

    nicht gewinnorientierte aktiengesellschaft? mein gott wie soll denn sowas gehen? wie naiv muss man sein, sowas zu glauben und auch noch in einen bericht zu schreiben?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • T. Ypisch am 16.02.2018 23:50 Report Diesen Beitrag melden

    Eh ja... Träumereien

    Es gibt genug OpenSource Software die tatsächlich was taugt und logischerweise auch gratis ist - man muss sich nur etwas umsehen und auch dafür interessieren! Anstatt Apple habe ich Linux und alle Tools sind gratis! :-)

  • Eliano am 16.02.2018 22:41 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung Trick

    Teuer ist die Arbeit und nicht die Software.

    • Pedro am 16.02.2018 22:55 Report Diesen Beitrag melden

      Wieso schwimmt Abacus im Geld?

      Genau. Ein Treuhaender kostet schnell 200 Franken - die Stunde! --> da kann dieser locker die Kosten fuer Abacus uebernehmen.... Hier wird Laerm um etwas gemacht, dass nicht den Kern trifft..

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  • Raoul am 16.02.2018 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    Vernichtet Startups/KMU

    Das ist Planwirtschaft. Startups die gleiche Software entwickeln haben nun das Einsehen. Der Markt geht so kaputt

  • Dani B. am 16.02.2018 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    warum auch nicht

    ...wenn der Quellcode jeder Softwarekomponente öffentlich ist. Ansonsten doch Linux. Ich kann mir kaum vorstellen, was ein KMU an Bürosoftware bräuchte, was dort nicht Freeware ist.

  • PG am 16.02.2018 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer es glaubt...

    ...gratis gibt es nur den Tod. Damit möchte man die KMU locken. Es gibt einfache, zweckmässige und günstige Software-Lösungen für KMU. Das ist den grossen Anbietern ein Dorn im Auge...also.Angeblich gratis zu haben...die KMU "lösen" ihre einfachen Software- Lösungen auf und bewegen sich in eine Black-Box (andere sagen dem Cloud) und sind kurzfristig happy. Hammer kommt dann ca.2 Jahre später...teure Upgrads die man machen muss, totale Abhängigkeit in der Cloud. Zurück können und gehen dann aus Kosten- Zeitgründen zu eigenen Lösungen die wenigsten KMU. Somit...verdonnert zum zahlen, für immer und ewig. Sage nur....KMU, Finger weg!