Swiss Startups Awards

09. Mai 2012 07:20; Akt: 09.05.2012 10:15 Print

Wer hat die beste Geschäftsidee?

von S. Spaeth - Jungunternehmer aufgepasst: Ab sofort läuft die Bewerbungsfrist für die Startups.ch Awards 2012 – der Auszeichnung für die beste Geschäftsidee. Die Sieger vom Vorjahr haben erste Investoren gefunden.

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Die Gewinner aus dem Vorjahr: Marc Massenz (links) und David Bachmann. (Bild: zvg)

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Die Schweiz ist ein Land von Jungunternehmern. 2011 wurden fast 40 000 Firmen neu gegründet. Am meisten davon in den Bereichen Unternehmensberatung, Investment und Gastronomie.

Noch einen Schritt vor der Firmengründung stehen die Kandidaten für die Startups.ch Awards. Hier zählt allein die gute Geschäftsidee.

Im Rahmen des Jungunternehmer-Wettbewerbs sucht Startups.ch die drei besten Firmengründungsprojekte der Schweiz. Der Schritt in die Selbständigkeit wird den Gewinnern mit einem Startkapital sowie mit Beratungsdienstleistungen im Gesamtwert von 50 000 Franken versüsst.

Den Schuhmarkt aufmischen

Sieger der Startups.ch Awards aus dem vergangenen Jahr ist die Firma Diamond Heels. Die Geschäftsidee: High Heels nach Mass – vertrieben über ein Franchise-System. «Farbe, Form, Absatzhöhe und Verzierung der Schuhe sollen zu hundert Prozent den Wünschen der Kundinnen entsprechen», sagt Mitgründer Marc Massenz. Möglich seien rund 330 000 verschiedene Kombinationen.

Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner David Bachmann will Massenz den internationalen Schuhmarkt aufmischen. Zuerst die Schweiz, dann Deutschland und Österreich – später die USA. Die Aktiengesellschaft ist mittlerweile gegründet und im Handelsregister eingetragen – nun läuft die Suche nach Investoren. «Dass wir den Startups.ch Award gewonnen haben, ist ein Vorteil», so Massenz. Das zeige, dass die Geschäftsidee gut sei und der Businessplan von Experten geprüft wurde.

Kein Geld von Banken

Von Banken können die Jungunternehmer keine Kredite erwarten. «Hier will man Umsatzzahlen sehen, bevor es Geld gibt», sagt Massenz. Diese kann das Unternehmen aber noch nicht vorweisen. Darum präsentieren die Jungunternehmer ihre Geschäftsidee derzeit bei Risikokapital-Firmen und vermögenden Privatinvestoren. Kein leichtes Unterfangen, gesucht ist immerhin Kapital von 4,5 Millionen Franken.

Die vielen Präsentationen haben sich kürzlich ein erstes Mal ausbezahlt. Die beiden Jungunternehmer haben einen ersten Investor gefunden, der sich mit einem höheren fünfstelligen Betrag am Jungunternehmen beteiligt. Damit potentielle Investoren dem Projekt der beiden erst dreiundzwanzigjährigen Gründer eher vertrauen, versucht Diamond Heels einen Beirat mit bekannten Unternehmerpersönlichkeiten auf die Beine zu stellen.

180 bis 2000 Franken

Der Businessplan sieht vor, dass Diamond Heels in fünf Jahren über rund 5500 Franchisepartner wie Mode- und Hochzeitsboutiquen in aller Welt 1,5 Millionen Paar Schuhe absetzt. Die massgefertigten High Heels kosten in der Basisvariante 180 Franken – in der Luxusversion rund 2000 Franken. «Die Schuhe werden erst gefertigt, wenn sie bestellt sind», erklärt Massenz. Die Kosten für die Lagerhaltung fallen dadurch komplett weg und das unternehmerische Risko wird minimiert. Von der Bestellung bis zur Lieferung an die Kundinnen soll es nur rund eine Woche dauern.

Derzeit arbeitet Massenz noch in der Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei einem Maschinenkonzern. Sein Geschäftspartner Bachmann ist im Modebusiness tätig. Für ihren Traum – das eigene Schuhunternehmen – arbeiten die beiden Jungunternehmer jeweils am Abend und am Wochenende. Im Durchschnitt seien es mehr als drei Stunden täglich.

Tibits und Doodle

Schweizer Start-ups haben durchaus das Potenzial, den internationalen Durchbruch zu schaffen. So begann die Geschichte der vegetarischen Restaurantkette Tibits – ihre Filialen gibt es u.a. in Zürich, Bern, Basel und London – als Idee eines Businessplanwettbewerbs im Jahr 1998. Ein Schweizer Start-up ist auch der vom ETH-Absolventen Michael Näf entwickelte und 2007 gegründete Terminumfrage-Dienst Doodle. Die Plattform gibt es mittlerweile in über 30 Sprachen.

Der Entscheid für die eigene Firma dürfte sich für die Doodle-Gründer mittlerweile ausbezahlt haben. 2008 beteiligten sich die Finanzgesellschaft Creathor Venture und die Innovationsstiftung der Schwyzer Kantonalbank an Doodle. Und im Mai 2011 übernahm der Medienkonzern Tamedia (zu dem auch 20 Minuten gehört) eine Beteiligung von 49 Prozent.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Textiler am 10.05.2012 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wellness

    So unglaublich, erhalten den Preis für ein Produkt, das die Chiropraktiker freut! Die Menschheit hat darauf gewartet- und made in Taiwan auch.

  • hugo goon am 09.05.2012 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schuhprojekt eine doofe Idee

    also meine Freundin trägt fast ausschliesslich Designerschuhe von Louboutain, jimmy joo usw. die haben meistens um die 18cm Absätze und jeder Laie erkennt die haben Style. Ein no-name Produkt den man selbst kreieren kann find ich persönlich alles andere als Interessant da man Schuhe meistens direkt kaufen will nach einer anprobe beim shoppen!!

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  • S.R. am 09.05.2012 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Idee

    top Idee Jungs! Nike & Co. zeigen vor, dass diese Art und Weise Schuhe zu verkaufen funktioniert! Ich habe mich vor 2 Jahren auch im Textilbereich selbständig gemacht, mit Privatinvestoren und Erspartem. Der Weg ist sicherlich nicht einfach und mit viel Arbeit verbunden, aber die Freude daran, den Lebenstraum umzusetzen und zu leben setzt alles Andere in den Schatten! Good Luck!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Antaril am 11.05.2012 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee... aber Umsetzbar?

    Wow, möchte wirklich wissen warum die Jungs den Preis abgeräumt haben. Von der Idee her schonmal solide... massgefertige Schuhe ok. Dann aber die Vorstellung: Von Bestellung bis zum Erhalt der Ware eine Woche!!! Preis 180 bis 2000 Fr.!!! Für 2000 Fr. wird sich Frau wohl woanderst umschauen... Marken wurden hier schon genannt. Investition von 4,5 Millionen ist auch eine satte Nummer. Ich würde nicht gerade investieren und haben deshalb nach einem Jahr auch nur ein Investor gefunden. Dazu noch voll Berufstätig, zeigt wohl dass die beiden auch nicht an den Erfolg glauben.

  • Viel Glück am 10.05.2012 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher funktionierts!

    Liebe Freunde jede Marke halt als no-name begonnen!

  • Textiler am 10.05.2012 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wellness

    So unglaublich, erhalten den Preis für ein Produkt, das die Chiropraktiker freut! Die Menschheit hat darauf gewartet- und made in Taiwan auch.

  • xyz sta am 09.05.2012 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr seid toll!

    Ihr seid toll! Ab wann kann ich meine High Heels kreieren?

  • shawny am 09.05.2012 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Simple Idee für simple Menschen

    so verkauft man keine Schuhe - schöne und gute idee aber umsetzbar? bedenklich! heutzutage wollen die rich-people keine selbstdesignte schuhe sondern luxus pur wie loouboutin und co. so viel aufwand um so eine simple Idee ist ehrlichgesagt zu schade um das Geld. und wie wollen die marketing machen? durch promis? unmöglich, da diese solche schuhe nie anziehen würden. so etwas ist für "normals" okey aber sicher nicht für die grossen und international?!! leider kann man daher mit dieser idee nicht wirklich viel geld machen. naja träumen kann man ja ... liegt nicht jedem im blut kreativ zu sein :

    • Arturo Settebellezze am 09.05.2012 23:18 Report Diesen Beitrag melden

      Träumenlassen

      Du hast leider Recht... Aber lass es Sie versuchen mit Ehrgeiz erreicht man sehr viel..

    • the Individualist am 09.05.2012 23:51 Report Diesen Beitrag melden

      Gucci und Prada Clone sind von gestern..

      Die Idee ist genial. Diese schlecht zu machen weil man sich selber als gross und international sieht, weil man keine Fantasie dafür Geld hat? Schon mal in den Spiegel geguckt heute? Sorry aber wer wirklich etwas drauf hat, macht vor und nicht nach ;-) Mut tut gut!

    • Lukas Zumsteg am 10.05.2012 01:55 Report Diesen Beitrag melden

      Great Depression?

      Haha! :) Die Jungs haben von 120 Teilnehmern einen Preis abgeräumt und du meinst, sie seien nicht kreativ..

    • Shawny D. am 10.05.2012 12:34 Report Diesen Beitrag melden

      Shawny

      @ the Individualist: woher willst du wissen dass ich keine Fantasie habe aber dafür Geld?nachmache? Ja in den Spiegel schaue ich immer und sehe ein schönes sowohl fröhliches Wesen wessen kreativität keine grenzen hat. Ach ihr lieben leute-träume verwirklichen und träumen lassen sind halt schon zwei paar schuhe. ihr versteht das ganze einfach nicht, wer nur ein bisschen mum hat kann mit der modebranche in der schweiz sehr viel geld machen ohne 4,5 mio. zu benötigen. kreativ sein, umsetzen verwirklichen und den erfolg geniessen ist mein Geheimnis. ich bin keine träumerin sondern verwirkliche!

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