10. Juli 2019 22:44; Akt: 11.07.2019 07:50 Print

Wer mehr zahlt, darf mit dem E-Bike rasen

Aus Sicherheitsgründen beschränkte Smide die Geschwindigkeit bei E-Bikes auf 35 km/h. Gegen einen Aufpreis kann man das Tempo jetzt erhöhen lassen.

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Wer mehr zahlt, darf schneller fahren: Der E-Velo-Verleiher Smide bietet seinen Kunden mehr Geschwindigkeit auf seinen E-Bikes, wenn sie statt 44 Franken pro Monat, 66 Franken bezahlen. Nur eine Bedingung stellt Smide dabei: Der Fahrer muss mindestens 20 unfallfreie Fahrten mit einem E-Bike absolviert haben.

Laut «Tages-Anzeiger» gibt es diese Option schon seit Ende vergangenen Jahres, nur sei das bei der Kundschaft wenig bekannt. «Erfahrene Nutzer können gegen Aufpreis die Geschwindigkeit auf bis zu 45 Kilometer pro Stunde freischalten lassen», erklärt ein Smide-Sprecher. Ansonsten gelte die Höchstgeschwindigkeit von 35 km/h. Ist man aber ein geübter Vielfahrer, dürfe man vom günstigen Abo Easy zum Abo Easy Plus aufstocken.

Auf Wunsch der Stadt Zürich machte Smide die E-Bikes langsamer

Die Entscheidung des Unternehmens, gegen einen Aufpreis die Geschwindigkeit um zehn Kilometer pro Stunde erhöhen zu lassen, dürfte gegen den Wunsch der Stadt Zürich erfolgen. Denn die Stadtbehörden hatten gefordert, die Leihvelos auf 35 km/h zu begrenzen, weil sie eine starke Zunahme der Unfallzahlen fürchteten.

Tatsächlich zeigen die Statistiken, dass der Boom bei den E-Bikes insgesamt zu einem Anstieg der Unfallzahlen geführt hat. Waren im Jahr 2015 lediglich 163 E-Bike-Nutzer bei Unfällen schwer verletzt worden, lag die Anzahl der Verletzten drei Jahre später schon bei 309, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

Zudem verunglücken E-Bike-Fahrer häufiger als Fahrerinnen und Fahrer von herkömmlichen Velos. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung registrierte 2015 pro 100 Millionen gefahrene Kilometer 84 schwer oder tödlich verletzte E-Bike-Fahrer. Bei den Velofahrern waren es nur 38.

Bei Smide sieht man das anders: Die höhere Geschwindigkeit bei den Velos sollte die Unfallzahlen nicht ansteigen lassen. «Da es sich um Leihvelos handelt, deren Position nachvollziehbar ist, gehen die Nutzer sehr sorgfältig mit den Velos um», meint der Smide-Sprecher. Ausserdem erlaube das schnellere Fahren ein flüssigeres Mitschwimmen im Stadtverkehr.

(kle)

sentifi.com

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