Wirtschaft

29. Dezember 2010 10:31; Akt: 29.12.2010 10:52 Print

Wer sich 2010 blamierte

Nicht nur Promis treten ins Fettnäpfchen. Auch Wirtschaftsbosse, Behörden und Konzerne haben 2010 für Pleiten gesorgt. 20 Minuten Online zeigt die grössten Blamagen.

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Toyota-Chef Akio Toyoda hatte 2010 wenig zu lachen. Seine Autos sorgten wegen klemmenden Bremsen für tödliche Unfälle. Als Japans Regierung ihn rügte, entschuldigte er sich öffentlich. Der Marktanteil war aber längst eingebrochen. Auch ein vorläufiges Studienergebnis, das eine Vielzahl der Unfälle von den Fahrern selbst verschuldet war, half nicht weiter. BP-Manager Tony Hayward wurde 2010 zur Hassfigur. Er verantwortet die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und musste den Ölkonzern auf öffentlichen Druck verlassen. Das Grab schaufelte er sich mit der Aussage: «Die Ölmenge, die ins Meer fliesst, ist winzig im Vergleich zur gesamten Wassermenge.» In die Ölkatastrophe verwickelt ist auch die Schweizer Rohstoffkonzern Transocean, Besitzer der explodierten Plattform. Dreist: Der Konzern liess verlauten, dass er mit der Katastrophe sogar noch Gewinn mache. Die von der Versicherung bezahlte Summer war grösser als der Schaden. Da blamierte sich die Finanzwelt: Am 6. Mai 2010 brach der Dow-Jones-Industrial-Index innert Minuten um fast zehn Prozent ein. Die Börsianer standen vor einem Rätsel. Grund dafür war vermutlich eine Lawine von Verkaufsaufträgen durch computergesteuerte Handelsprogramme. Er stolperte über eine Sex-Affäre mit einer PR-Assistentin und über gefälschte Spesenabrechnungen: Heweltt-Packard-Chef Mark Hurd. Trotz blamablem Abgang bei HP heuerte er beim Softwareriesen Oracle an. Die irische Billigairline Ryanair sorgt auch 2010 wieder für Schlagzeilen. Die glorreiche Idee des Firmenbosses Michael O'Leary: Pro Flugzeug nur noch eine Toilette und Stehplätze. Die Sicherheitsbehörden haben ihm aber eine Abfuhr erteilt. Tata wollte mit dem Kleinstwagen Nano die Welt erobern, doch niemand will das Auto kaufen. Im November verkaufte der indische Hersteller noch rund 500 Stück. Nun will man das Marketing überprüfen. Vögele-CEO André Maeder verpasste dem Bekleidungsunternehmen mit Penelope Cruz als Botschafterin ein neues Image. Weniger gut aussehende und ältere Mitarbeiterinnen versucht der Modekonzern laut Gewerkschaften hingegen loszuwerden. Der Verlockung des Geldes erlegen? Verkehrsminister Moritz Leuenberger wird Verwaltungsrat bei der Baufirma Implenia, die auch am Bau des Gotthard Basistunnels beteiligt war. Politiker überhäuften den Ex-Magistraten mit Kritik. Das Finanzdepartement unter Bundesrat Merz büsste den Russen Viktor Vekselberg wegen Börsenvergehen mit 40 Millionen Franken. Das Bundesstrafgericht wies die Strafe aber ab. Für Merz und seine Beamten eine schallende Ohrfeige. Die Telekomanbieter Sunrise und Orange wollten 2010 fusionieren. Die Wettbewerbskommission hatte aber etwas dagegen. Nun braucht es neue Strategien. Einen gewaltigen Taucher erlebte 2010 die Aktie der Regionalbanken-Gruppe Valiant: Allein am 18. Oktober büsste der Titel 20 Prozent ein. Die Aktie fiel seit Anfang 2010 von 206 auf rund 131 Franken.

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Bremsprobleme, eine Sex-Affäre mit der PR-Assistentin sowie eine «winzige Ölmenge» im Golf von Mexiko: Die Wirtschaft war 2010 nicht Pleiten und Pannen gefeit. Die tiefsten Fettnäppchen finden Sie in der obigen Diashow. Mit dabei: BP-Manager Tony Hayward, Ryanair-Chef Michael O'Leary und ein nervöser Börsencomputer.

(sas)