SNB-Entscheid

15. Januar 2015 17:31; Akt: 15.01.2015 18:02 Print

Wer von der Aufhebung des Mindestkurses profitiert

von Valeska Blank - Ein Grossteil der Wirtschaft jammert über die Freigabe des Franken-Kurses durch die Nationalbank. Doch es gibt auch Profiteure.

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Schweizer Einkaufstouristen im Shoppingcenter Lago in Konstanz. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

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Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften jammern, Ökonomen sind schockiert, die Finanzmärkte reagieren panisch: Der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB), den Franken-Mindestkurs gegenüber dem Euro nicht mehr zu verteidigen, hat wie eine Bombe eingeschlagen.

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Der Tenor ist weitgehend negativ: Die Arbeitnehmerverbände befürchten den Verlust von Jobs, während die exportierenden Unternehmen um ihre Geschäfte bangen. Die Tourismus- und die Hotelbranche haben Angst vor einem weiteren Schwund ausländischer Gäste.

Doch es gibt auch Wirtschaftszweige und Personen, die vom überraschenden SNB-Entscheid profitieren. 20 Minuten zählt die wichtigsten auf:

• Einkaufstouristen: Die Freigabe des Franken-Kurses ist ein weiterer Anreiz für Schweizer Schnäppchenjäger, zum Einkaufen über die Grenze zu fahren. Da der Euro gegenüber dem Franken jetzt noch billiger ist, werden die Waren in Deutschland, Österreich oder Frankreich massiv günstiger – um rund 20 Prozent.

• Geschäfte im Euroraum: Dementsprechend richten sich grenznahe Händler auf einen Ansturm von Schweizer Konsumenten ein. Peter Herrmann, Center-Manager im Konstanzer Einkaufzentrum Lago, rechnet bereits für dieses Wochenende mit einer massiven Zunahme an Schweizer Kunden: «Wir erwarten ein Plus von 10 Prozent», sagte Herrmann zu 20 Minuten.

• Reisende: Profitieren von der Aufhebung des Wechselkurses können auch Schweizer, die in den Euro-Raum reisen oder dort Ferien machen. Ihr Portemonnaie wird durch den tieferen Euro-Franken-Kurs deutlich weniger belastet.

• Grenzgänger: Ebenso freuen über den SNB-Entscheid dürften sich Angestellte, die einen Job in der Schweiz haben, aber im Euroland wohnen. Für sie kommt der neue Wechselkurs einer Lohnerhöhung gleich, weil sie ihr Salär in Franken erhalten, das meiste Geld aber in ihrem Heimatland in Euro ausgeben.

• Importeure: Für Unternehmen, die Waren aus der Eurozone in die Schweiz einführen, ergibt die Aufhebung des Mindestkurses den Vorteil, dass sie Waren zu einem günstigeren Preis kaufen können. Andreas Burgener, Direktor der Importvereinigung Auto-Schweiz, sieht aber auch Nachteile für seine Branche: «Bereits bestellte Ware verliert durch den tieferen Wechselkurs an Wert.»

• Ausländische Exporteure: «Die Situation der ausländischen Firmen, die in die Schweiz exportieren, verbessert sich», sagt Ralf Bopp, Direktor der Handelskammer Deutschland Schweiz. Zu den Gewinnern gehörten ausländische Anbieter von Maschinen, Elektronik, industriellen Anlagen und die Zulieferindustrie. Ob eine Schweizer Firma unter der Aufhebung des Mindestkurses tatsächlich leiden werde oder ausländische Anbieter jetzt tatsächlich profitieren, hänge aber auch davon ab, ob in den Verträgen ein festgelegter Kurs vereinbart worden sei oder nicht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tato am 15.01.2015 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hatten zeit

    das die aufhebung kommt wussten alle, und hatten seit 2011 von der "subvention" profitiert und hatten zeit sich darauf einzustellen.

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  • Marco Meier am 15.01.2015 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Attraktiver Staat

    Bisher hat die NB unseren Wohlstand gesichert. Nun ist der Staat gefordert: Weniger Umverteilung, weniger Öko-Steuern, weniger Auflagen, weniger Staat!

    einklappen einklappen
  • Beni am 15.01.2015 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Möchtegern Wirtschaftsprofis

    Diejenigen, die jetzt echt mit ihren 500er wrchseln gehen, um 10 Franken zu machen sind lächerlich.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • René am 17.01.2015 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grübels Meinung nicht gefragt

    Was muss jetzt da der Grübel auch noch seinen Kommentar abgeben. So einen Weitblick hat der jetzt definitiv nicht. Der hatte ja nicht mal die UBS im Griff. Wie soll er also dies beurteilen können?

  • Simon Despres am 17.01.2015 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Odrr?

    Jetzt mal rein Theoretisch... Wenn der Franken mehr Wert hat habe ich mehr Geld. Also steigt das Vermögen von jedem Schweizer. Darüber sollten wir uns freuen und nicht aufregen. Nicht unser Problem wenn sich einzelne Firmen nicht gut vorbereiten.

  • N. Irman am 17.01.2015 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe schweizer Arbeitnehmer

    Liebe Schweizer und jene die hier Arbeiten Seit ihr nicht alle froh in diesem Land gut zu verdienen? Warum gebt ihr denn nicht auch Euer Geld hier aus? Wie sollen Geschäfte und somit eure Arbeitsplätze überleben, wenn alle das Geld nun im Ausland ausgeben?

  • Shopper am 17.01.2015 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bis zur Grenze

    Kein Problem. Deutsche Nachsendeadresse und die Abzocke durch ausländische Versandhändler nimmt ein abruptes Ende...da dies auch gleich eine EU Adresse ist, kann sie für Onlineshops sämtlicher EU Staaten ohne Probleme genutzt werden.

  • Daniel am 17.01.2015 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Euro

    Wer ins Ausland einkauft soll auch dort sein Lohn beziehen.