Malaysia Airlines MH17

18. Juli 2014 16:06; Akt: 18.07.2014 16:27 Print

Wer zahlt für die abgeschossene Boeing?

von Yves Hollenstein - 97,3 Millionen Dollar ist das über der Ukraine abgeschossene Flugzeug wert. Dafür aufkommen müsste zum grössten Teil der Rückversicherer Allianz – nicht zum ersten Mal.

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Die Überbleibsel der MH17-Passagiere am Absturzort.

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Die Münchner Allianz ist der Hauptrückversicherer des am Donnerstag über der Ostukraine abgestürzten Flugzeugs der Malaysia Airlines. Wie eine Sprecherin der Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigt, läuft die Rückversicherung für die Kasko- und Haftpflichtversicherung der Maschine über die Konzerntochter Allianz Global Corporate & Specialty. Die Versicherungsgesellschaft deckt damit die Schäden an Passagieren und dem Flugzeug ab.

Das Flugzeug selbst ist nach Angaben des Versicherungsbrokers Aon Plc gut 97 Millionen Dollar (umgerechnet 87 Millionen Franken) wert. Beim Absturz am Donnerstag kamen 298 Passagiere ums Leben. Als nahezu sicher gilt, dass die Maschine vom Typ Boeing 777 abgeschossen wurde.

Geteiltes Risiko

Der MH17-Absturz dürfte der Allianz zwar zu schaffen machen, doch sie wird nicht für den gesamten Schaden aufkommen müssen. In der Regel sind bei Flugzeugversicherungen immer mehrere Versicherer beteiligt. In der Schweiz gab es zu diesem Zweck einen sogenannten Luftfahrt-Pool, bei dem alle namhaften Versicherungsgesellschaften mit an Bord waren. Mitte 2007 wurde dieser jedoch aufgelöst. Unter den Versicherern entstand damit ein Wettbewerb, als Folge sanken die Preise für die Prämien.

Als Broker vermittelt Gianni Gabathuler, Leiter des VZ Aviation Insurance Services, Luftfahrtversicherungen. «Wird eine Flotte versichert, hat jemand – wie in diesem Fall die Allianz – den Lead und der Rest der Risiken wird auf verschiedene weitere Versicherungsgesellschaften aufgeteilt», sagt Gabathuler zu 20 Minuten. Jede von ihnen zahlt in einem Schadenfall einen zuvor ausgemachten Prozentsatz – «je nach Kapazität».

Wie hohe Prämien Malaysia Airlines jährlich zahlt, um ihre Flotte abzusichern, kann Gabathuler nicht beziffern. Je kleiner eine zu versichernde Flotte sei, desto höher die Prämie, lautet die Devise. Malaysia Airlines besitzt eine relativ grosse Flotte von über 100 Flugzeugen. Und: Für einen Business-Jet im Wert von 20 Millionen zahle man in der Schweiz zwischen 40'000 und 60'000 Franken Prämie, so der Versicherungsexperte.

Und wieder ist es die Allianz

Doch auch wenn die Schadensumme im Fall des MH17-Absturzes auf verschiedene Versicherungsgesellschaften aufgeteilt wird – für die Allianz kommt der Vorfall sehr ungelegen. Auch bei der seit März verschollenen Maschine von Malaysia Airlines ist die Allianz der federführende Versicherer. Der Langstreckenjet vom Typ 777-200 mit 239 Menschen am Bord war Anfang März zwei Stunden nach dem Start in Kuala Lumpur von den Radarschirmen verschwunden. Die Suche blieb bisher erfolglos.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Athos am 19.07.2014 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Als ob das wichtig wäre

    Als ob das wichtig wäre, was diese Maschine kostet. Wichtig ist etwas ganz Anderes: 295 Menschen mussten sterben - sinnlos. Das ist nicht mit Geld aufzuwiegen. Nicht, was die Angehörigen jetzt durch machen müssen. Schad, der Mensch denk immer nur an's Geld!

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  • night vision am 19.07.2014 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lügen tun sie alle 

    es ist doch komisch: in unserer global überwachten welt, wo selbst ein furz eines kamels in der wüste seismografische störungen auslöst, kann man nicht sagen, wo und wer auf das flugzeug geschossen wurde? hätte es obama oder putin erwischt, der oder die täter sässen schon in guantanamo oder in einem gulag. das hin und her ist betrug pur. ich war mal bei einer fahndung via satellit zugegen, das geht ruckzuck.

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  • Strinzo am 18.07.2014 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo?

    Emmm... Wer zahlt für die Menschen die sinnlos ums leben gekommen sind????

Die neusten Leser-Kommentare

  • D.R. am 21.07.2014 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Propaganda

    Es ist die Propaganda wie damals nach 9/11 worauf Afghanistan und der Irak in Kriege verwickelt wurden. In diesen Ländern herrscht seit dem Krieg tatsächlich der Terror. Es ist die Wirtschaft welche am Ende ist, doch statt ein Neustart zu machen halten sich die Oligarchen an der Macht und drängen die Welt in einen neuen Krieg. Sofort wird den Russen die Tat in die Schuhe geschoben wie damals Osama bin-Laden. Die Fakten kannte man nicht, doch die Täter war klar? Dabei ist es heute noch umstritten ob es nicht die USA selber waren. Es gibt heute wie damals zu viele Ungereimtheiten.

  • vali am 20.07.2014 00:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    waass?

    ist das das einzige was euch interessiert?

  • Charly62 am 19.07.2014 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    Teroristen

    Nur die Kriminellen und Verantwortlichen müssen die 100 Billionen zahlen sonst niemand, alles andere ist ein weiteres verbrechen an die ehrliche Bürger

  • night vision am 19.07.2014 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lügen tun sie alle 

    es ist doch komisch: in unserer global überwachten welt, wo selbst ein furz eines kamels in der wüste seismografische störungen auslöst, kann man nicht sagen, wo und wer auf das flugzeug geschossen wurde? hätte es obama oder putin erwischt, der oder die täter sässen schon in guantanamo oder in einem gulag. das hin und her ist betrug pur. ich war mal bei einer fahndung via satellit zugegen, das geht ruckzuck.

    • hansli am 19.07.2014 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      realy

      naja es wahren e di russen ..oder separaristen wo durch die russen waffen bekommen

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  • Res Strehler am 19.07.2014 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Die EU belangen!

    Ich könnte mir vorstellen, dass die EU angeklagt werden könnte. Sie hat zu Beginn der Krise mit unqualifizierten Massnahmen (Hartem Druck auf die Ukraine, dem Super-Gau-Konstrukt EU beizutreten) die kriegerische Eskalation, die nun im Abschuss des Fliegers gipfelte, direkt ausgelöst und in Kauf genommen. Brüssel gehört vor Gericht und zu massiven Reputationszahlungen verurteilt!

    • Sven am 19.07.2014 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      EU ist unschuldig

      Herr Strehler, Die Eu hat keinerlei Druck auf die Ukraine ausgeübt zum Beitritt. Dieser Wunsch kam von der Ukraine selbst. Ich weiss nicht wie Sie darauf kommen,die EU nun belangen zu wollen? Was kann Sie dafür das solche Terroristen ein Flugzeug vom Himmel holen??

    • Thomas Müller am 20.07.2014 02:04 Report Diesen Beitrag melden

      Sven

      Wer ist denn die "Ukraine"? Wollte das Volk der EU beitreten? wurde es befragt? Nein. Irgendwelche pro-europäischen MArionetten die in der Ukraine an der Macht sind wollten das.

    • Sepp am 21.07.2014 13:46 Report Diesen Beitrag melden

      Die EU hat Demonstranten bezahlt

      Russland hat Söldner und schwere Waffen geschickt. Die EU hat auch nicht korrekt gehandelt, aber das ist doch nochmal eine ganz andere Eskalationsstufe! Leute die bezahlt werden dass sie demonstrieren schiessen keine Flieger ab und beginnen keinen Krieg. Dazu braucht es schweres Gerät und das wurde eindeutig von Russland zur Verfügung gestellt. Traurig ist, dass von prorussischer sowie proEU Seiten die pro-Ukraine Leute geschlossen als Neonazis und Terroristen bezeichnet werden. Dabei sind das die einzigen, die Anrecht auf IHR Land haben. Da zeigt sich, wie gut die Propaganda Maschinerie läuft

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