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14. November 2019 10:55; Akt: 14.11.2019 11:37 Print

Werben Schweizer Influencer bald auf Tiktok?

von B. Scherer - Sara Leutenegger posiert auf Tiktok mit Mövenpick-Glace. Der Inhalt sei nicht gesponsert – noch nicht. Laut Experten wird Tiktok bald zur neuen Werbeplattform.

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Die Schweizer Influencerin Sara Leutenegger (25) posiert in einem Tiktok-Video mit einem Mövenpick-Glace.Geld erhält die Schweizer Influencerin laut eigenen Angaben dafür aber nicht. Sie sei noch keine Kooperation auf Tiktok eingegangen. Sie hat das Video durch einen Instagram-Post auf Tiktok übernommen. Genauso wie dieses Rexona-Deo-Video. Denn Geld mit gesponserten Inhalten auf Tiktok zu verdienen, ist bisher gar nicht so einfach. Denn die App hat in der Schweiz noch keine grosse Reichweite. In Deutschland sieht das schon ganz anders aus: Der deutsche Youtuber und Vlogger Heymoritz (17) hat auf Tiktok rund 898'000 Followers und verdient pro Post auf der Video-Plattform zwischen 10'000 und 12'000 Euro. Kati alias Katulka hat auf Tiktok 1,3 Millionen Fans. Die deutsche Tiktokerin erhält für ihre Videos zwischen 5000 bis 6500 Euro. Der deutsche Falco erreicht unter dem Namen Falcopunch mit seinen Lip-Sync-Videos über 7 Millionen Menschen auf Tiktok. Er erhält zwischen 25'000 und 29'000 Euro für einen Video-Post. Auch Schweizer Influencer setzen immer häufiger auf Tiktok. Firmen werden daher vermehrt über Tiktok für ihre Produkte werben wollen. 2020 lanciert die App in der Schweiz einen Marktplatz für Influencer. Unternehmen können dort selber nach passenden Persönlichkeiten für ihre Produkte suchen. Gemäss der Lauterkeitskommission müssen gesponserte Posts aber als solche ausgewiesen werden. Dabei komme es nicht darauf an, auf welcher Plattform Werbeinhalte geschalten würden: «Solange Schweizer Konsumenten davon betroffen sind, muss klar erkennbar sein, was Inhalt und was kommerzielle Kommunikation ist», wie Thomas Meier, Sprecher der Lauterkeitskommission erklärt.

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Sie möge sie nicht, sie liebe sie: Sara Leutenegger (25) steckt auf Tiktok ihre Zunge in einen grossen Kübel Mövenpick-Glace und fragt ihre Follower, was ihre Lieblingsglace sei. Geld erhält die Schweizer Influencerin laut eigenen Angaben dafür aber nicht.

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«Ich bin noch keine Kooperation über Tiktok eingegangen. Das Glace-Video ist spontan entstanden, als ich einen Post für Insta vorbereitet habe», sagt Leutenegger zu 20 Minuten. Das Video ist nicht der einzige Content, den die Zürcherin von Instagram auf der Videoplattform Tiktok geteilt hat: Ein kurzer Insta-Clip mit einem Rexona-Deo hat sie ebenfalls auf der chinesischen App veröffentlicht.

Das werden ihr in Zukunft immer mehr Schweizer Influencer gleichtun, sagt Henrik Kammermann vom Influencer-Marketing-Unternehmen Picstars mit Sitzen in Zürich und Berlin. Die Mediengruppe Tamedia, zu der auch 20 Minuten gehört, ist an Picstars beteiligt. «Weil Tiktok noch eine grössere Reichweite als Instagram hat, sind immer mehr Influencer auch auf der Video-App aktiv.» Firmen werden daher vermehrt über Tiktok für ihre Produkte werben wollen.

Zielgruppe zu erreichen, ist schwierig

Geld mit gesponserten Inhalten zu verdienen, ist auf Tiktok aber gar nicht so einfach. Denn im Vergleich zu Deutschland hat die App in der Schweiz noch keine grosse Reichweite, so Kammermann. «Auch sehen die Nutzer in erster Linie globale Inhalte, es ist daher schwieriger für Firmen über Tiktok ihre Zielgruppe zu erreichen.»

Das bestätigt auch Mövenpick: Zurzeit sei die Reichweite innerhalb der Schweiz zu niedrig, deshalb werde noch kein bezahlter Content auf der Plattform aufgeschaltet, heisst es auf Anfrage von 20 Minuten.

Influencer auf Tiktok selber finden

Interessanter könnte Tiktok für Schweizer Unternehmen ab 2020 werden. Dann lanciert die App ihren eigenen Influencer-Marktplatz, wie Kammermann von Picstars erklärt. Dort können Unternehmen direkt auf Tiktok nach passenden Influencern für ihre Brands suchen.

Sara Leutenegger ist deshalb bereits im Gespräch mit Tiktok: «Es ist sicher interessant, mit der Plattform direkt zusammenzuarbeiten, weil Tiktok die Inhalte dann pusht und man mehr Menschen erreichen kann.» Bis es so weit ist, sind Leuteneggers Tiktok-Videos nicht als Werbung gekennzeichnet. Doch: «Grundsätzlich gilt: Werbung muss stets klar erkennbar sein», so Thomas Meier, Sprecher der Lauterkeitskommission.

Dabei komme es nicht darauf an, auf welcher Plattform Werbeinhalte aufgeschaltet würden: «Solange Schweizer Konsumenten davon betroffen sind, muss klar erkennbar sein, was Inhalt und was kommerzielle Kommunikation ist.» Besonders jüngere Menschen könnten nicht immer zwischen Werbung oder redaktionellen Inhalten unterscheiden.

Allerdings wird die Lauterkeitskommission nur auf Beschwerde aktiv. Bisher seien aber noch keine solchen bezüglich Tiktok-Beiträgen eingegangen.


Deutsche Influencer sahnen auf Tiktok ab

Anders als in der Schweiz, nutzen deutsche Influencer Tiktok bereits rege, um Geld zu verdienen. Der 17-jährige Vlogger HeyMoritz aus Deutschland verdient zwischen 10'000 und 12'000 Euro mit einem Tiktok-Post, wie Picstars mitteilt. Dem jungen Influencer folgen rund 898'000 Personen auf der App.

Noch mehr Geld erhält FalcoPunch auf Tiktok: Der deutsche Internetstar mit über 7 Millionen Fans erhält zwischen 25'000 und 29'000 Euro für ein Video. Nicht ganz so viel verdient Katulki. Obwohl die deutsche Influencerin über 1 Million Follower hat, kann sie nur mit 5000 bis 6500 Euro pro Post auf Tiktok rechnen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pablito am 14.11.2019 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Toll, die Verblödung geht weiter!

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  • i-fit-you am 14.11.2019 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mövenpick

    Zum Glück glaub der Sara die ganze Welt, dass sie eine Packung Eis nebenbei frisst und so ausschaut. Danke fürs Influenzen.

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  • Bianca am 14.11.2019 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Und ich höre meinen Arbeitgeber...

    ...bereits wieder rufen "da müssen wir jetzt aber unbedingt auch dabei sein und Socialmedia machen" ...und ich arbeite im wissenschaftlichen Fachbereich /facepalm

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolfgi am 15.11.2019 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg

    Mir Wurscht wo all diese Influenzis hingehen, meinetwegen auch ins Takatukaland...

  • muzungu am 15.11.2019 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr im Himmel

    ICH habe ein paar Videos angesehen von Tik Tok zum fremdschämen da will man am liebsten im Boden versinken als Schweizer.

  • rob good am 15.11.2019 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    werbung gleich geldeinkommen

    auf diese Weise probiert man dass man über tiktok Geld verdienen kann.. das ziel jeder plattform heute: durch werbung geld verdienen... suuucht euch nen richtigen job kinder!!!

  • RubenWerdeEhNichtGepostetFerreira am 15.11.2019 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte weg

    Schweizer machen TikTok einfach zum zweiten Facebook. TikTok ist zur Unterhaltung da und kann auch sehr lustig sein wenn man sich mit der App auskennt. Bitte nicht als Werbeplattform missbrauchen. Danke.

  • anonym am 15.11.2019 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was willst du später mal werden

    1990: mutter fragt tochter,"was willst du später mal werden?" tochter: "ärztin" 2019: "ich will influencerin werden."