Avenir Suisse

18. November 2015 12:30; Akt: 18.11.2015 12:30 Print

Werden Frauen beim Lohn doch nicht diskriminiert?

Noch immer ist der Durchschnittslohn der Frauen tiefer als jener der Männer. Dies ist laut Avenir Suisse nicht auf das Versagen der Unternehmen zurückzuführen.

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Die Löhne der Frauen steigen schneller: Teilnehmer einer Tagung in Oerlikon. (Januar 2013) (Bild: Keystone)

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Frauen werden gemäss einer neuen Publikation von Avenir Suisse von den Unternehmen nicht diskriminiert, auch wenn ihr Durchschnittslohn rund 19 Prozent tiefer liegt. Die Lohnunterschiede liessen sich weitgehend auf individuelle Entscheide bezüglich Karriere und Berufswahl zurückführen.

Seit 30 Jahren stiegen die Löhne der Frauen schneller als diejenigen der Männer, schreibt die liberale Denkfabrik Avenir Suisse in einer Mitteilung vom Mittwoch. Die «letzte Meile der Gleichstellung» brauche eine Politik, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weniger als bisher behindere. Dazu gehörten die Individualbesteuerung, die Deregulierung familienergänzender Betreuung und ein flexibler Elternurlaub.

Nur ein «klares Versagen des Arbeitsmarktes» würde nach Ansicht von Avenir Suisse regulatorische Eingriffe rechtfertigen, wie sie mit der geplanten Lohnkontrolle im Raum stünden. Eine falsche Therapie aufgrund einer Fehldiagnose werde sich zu Ungunsten der Frauen auswirken, denn «sie könnte Unternehmen dazu bewegen, weniger Frauen einzustellen».

«Weibliche Neigung zur Teilzeitbeschäftigung» als Grund

Die Avenir-Suisse-Studie erwähnt als Gründe für die Lohndifferenzen unter anderem die «weibliche Neigung zur Teilzeitbeschäftigung» und die geringeren Präferenzen für technische Berufe und für Tätigkeiten, die grosse zeitliche oder örtliche Flexibilität erfordern.

Nach Ansicht von Avenir Suisse könnten die Frauen in ihren beruflichen Ambitionen am besten unterstützt werden, wenn jene Hürden aus dem Weg geschafft würden, die einem stärkeren beruflichen Engagement entgegenstehen. Viele Frauen würden nämlich ihr Arbeitspensum erhöhen, wenn die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser gewährleistet wäre.

«Chancengleichheit und nicht Ergebnisgleichheit»

Eine liberale Gleichstellungspolitik sollte laut Avenir Suisse «Chancengleichheit und nicht Ergebnisgleichheit» anstreben. Das Schweizer Steuersystem sei für berufstätige Frauen nachteilig, der Übergang zur wahlweisen Individualbesteuerung angebracht.

Sinnvoll sei auch die Einführung von Betreuungsgutschriften, denn Eltern könnten selbst am besten über Form und Qualität der Kinderbetreuung entscheiden. Zudem plädiert Avenir Suisse für einen flexiblen Elternurlaub. Er entspreche den Bedürfnissen junger Familien besser als der Mutterschaftsurlaub.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nico Meier am 18.11.2015 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Steuersystem

    Das Steuersystem hat wirklich komische Auswüchse da können Betreuungskosten von den Steuern abgezogen werden und wer seine Kinder selbst betreut kann keine vergleicbaren Abzüge tätigen obwohl er in der Regel ganz oder teilweise auf ein zweites Einkommen verzichtet um die Kinder selber zu betreuen!

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  • CBBasel am 18.11.2015 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Zustimmung

    Aus meiner persönlichen Erfahrung im Arbeitsmarkt und als Vorgesetzter stimme ich den gemachten Beobachtungen und Empfehlungen vollständig zu.

  • Peter Holzbauer am 18.11.2015 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Diskriminierung

    Würde eine Frau für die gleiche Arbeit weniger Lohn verlangen, dann würde jeder männliche Arbeitnehmer sofort durch eine Frau ersetzt. Lohnungleichheit hat nichts mit Diskrminierung, sondern mit der unterschiedlichen Karriere-Erwartung an die Arbeitnehmer zu tun. Ein Mann, der vielleicht 30 Jahre in meinem Betrieb arbeitet, ist mir finanziell mehr wert, als eine Frau, die vielleicht bald heiratet und kündigt. Das ändert sich erst, wenn Beurf und Familie vereinbart werden können. Merke: Geld ist nicht alles. Ich beneide die Frauen für Ihre Fähigkeit Kinder zu kriegen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sheldon Cooper am 19.11.2015 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Überlege Dies:

    Ich habe meine Leute immer nach Gav bezahlt, darin sind die Löhne jedoch nicht Geschlechts Spezifisch Festgehalten.......Ergo verdienten jeder gleich viel.

  • DäruBE am 19.11.2015 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lohn

    Woher wissen hier eigentlich die Meisten, was ihre Kollegen/innen verdienen?! Ich sag keinem was ich verdiene und frag auch keinen danach. Naja, gehöre mit 26 Jahren wohl schon zum alten Eisen (Altmodisch) :)

  • Emil Wirz am 19.11.2015 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Danke !

    Vielen Dank für diesen mutigen Artikel gegen das ewige Feministinnen-Gejammer ! Die Argumentation ist absolut glaubwürdig !

  • Paul Meier am 19.11.2015 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    Bin dafür

    Gleichberechtigung fängt nicht in der Chefetage an. Mehr Maurerinnen, Plattenlegerinnen, Eisenlegerinnen, Müllfrauen, Militärdienstleistende und Wehrpflichtzahlende

  • Chris Berner am 18.11.2015 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Verhandlungssache

    Lohn ist Verhandlungssache. Schwierigkeiten ergeben sich, wenn man(n) die Stelle unbedingt braucht oder unbedingt will; Man(n) ist dann selten in der Position, um zu verhandeln. Wenn Man(n) aber Optionen hat, dann sieht alles anders aus.