Lohnende Wetterdienste

04. Oktober 2011 05:20; Akt: 04.10.2011 16:45 Print

Wetterprognosen sind Millionen wert

Nicht nur für die Landwirtschaft oder den Tourismus oder den Sport sind Wetterprognosen wichtig, sondern auch für den Verkehr. Ihr volkswirtschaftlicher Nutzen geht daher in die Millionen.

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Wetterstation von MeteoSuisse in Payerne. (Bild: Keystone)

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Mehr Staus und Unfälle auf den Strassen und weniger Flüge: Ohne Wetterprognosen wäre die Mobilität der Schweizer Bevölkerung eingeschränkt. Gemäss einer Studie beträgt der volkswirtschaftliche Nutzen der Meteorologie in den Branchen Verkehr und Elektrizität 93 bis 113 Millionen Franken pro Jahr.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Beratungs- und Forschungsunternehmens econcept. Diesem Nutzen stünden Kosten von rund 80 Millionen Franken gegenüber, teilte das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) am Montag mit. So viel koste der Service Public der Wetterprognosen pro Jahr.

Beispielsweise für den Flugverkehr sind Wetterprognosen wichtig: Wenn Unwetter im Voraus bekannt sind, können die Flugbewegungen so gesteuert werden, dass Verspätungen oder Annullierungen von Flügen möglichst vermieden werden.

Jeder dritte Flug wäre in Gefahr

Gemäss Angaben der Flugsicherung Skyguide könnten ohne Wetterprognosen nur noch etwa 70 Prozent der heutigen An- und Abflüge durchgeführt werden. Auch die Sicherheit des Flugverkehrs wäre nicht mehr so hoch wie heute, schreibt MeteoSchweiz.

Einen ähnlichen Stellenwert haben die Wetterprognosen für den Strassenverkehr, wie die Umfrage bei den Winterstrassendiensten ergab: Ohne Wetterberichte wären die Fahrbahnen häufiger schneebedeckt oder vereist. Dies wiederum hätte mehr Staus und Unfälle zur Folge.

Sonderzüge bei Ausflugswetter

Wenn Schneefälle im Voraus bekannt sind, können auch die Eisenbahnunternehmen besser reagieren. So ist es zum Beispiel möglich, die Weichen frühzeitig zu enteisen und so Verspätungen zu vermeiden. Bei Schönwetterprognosen wiederum setzen die Unternehmen zusätzliche Waggons ein, um die Wanderer und Ausflügler ans Ziel zu bringen.

Elektrizitätswerke nutzen Wetterprognosen, um den Strombedarf ihrer Kunden vorausschauend zu berechnen. Beispielsweise eine Hitzewelle im Sommer lässt die Klimaanlagen heiss laufen und den Stromverbrauch in die Höhe schnellen.

Spardruck bei MeteoSchweiz

Für die Studie befragte econcept 50 Personen aus den Branchen Strassenverkehr, Schienenverkehr, Aviatik und Elektrizitätswirtschaft. Ebenfalls wetterabhängige Wirtschaftsbereiche wie Tourismus, Landwirtschaft, Versicherungen oder Freizeit wurden in der Studie ausgeklammert.

Wie viele Bundesämter muss auch MeteoSchweiz den Gürtel enger schnallen. Bis Anfang 2014 sollen 3 bis 5 Millionen Franken pro Jahr eingespart werden. Das legte der Bundesrat 2010 in seinem Sparprogramm fest.

Unter anderem ist bei MeteoSchweiz ein Abbau von rund 20 Stellen geplant. Ebenfalls bis 2014 soll MeteoSchweiz aus der Bundesverwaltung ausgegliedert und in eine öffentlich-rechtliche Anstalt umgewandelt werden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Otto N. am 04.10.2011 05:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnismässigkeit

    Meteoschweiz muss 3-5 millionen sparen, während die armee 5 milliarden ausgeben darf. Klingt logisch oder?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Otto N. am 04.10.2011 05:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnismässigkeit

    Meteoschweiz muss 3-5 millionen sparen, während die armee 5 milliarden ausgeben darf. Klingt logisch oder?

    • Geo Engeneer am 04.10.2011 10:37 Report Diesen Beitrag melden

      beste Armee der Welt

      Das Militär ist schiesslich die beste Armee der Welt und kann deshalb sicher auch das Wetter so gestalten, dass es die Vorhersagen nicht mehr braucht! Die gezielten Massnahmen, wie Windfächern, Wolkenwegpusten oder Lufterwärmen benötigen natürlich schon ein gewisses finanzielles Polster, welches Ueli Maurer jetzt ja hat. So nebenbei: das jetzige Omegablocking (und damit schöne Wetter) wurde mit einer Durchgangssperre des Schweizer Militärs an der Schweizer Grenze erreicht! Leider hat die Armee vergessen die Feuchte abzutransportieren, bzw. auszuschaffen, deshalb haben wir jeweils morgens Nebel

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