Teure Delikatesse

01. Januar 2016 20:53; Akt: 01.01.2016 20:53 Print

Wie Fälscher edle Trüffel manipulieren

Trüffel sind rar, aber eine absolute Delikatesse. Und deshalb sehr teuer. Auch Kriminelle wissen das und versuchen, dies auszunutzen.

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Sie sind die wertvollsten und teuersten aller Pilze: die Trüffel. Feinschmecker schwören auf ihren Geschmack und sind bereit, für den Genuss tief in die Tasche zu greifen. Je nachdem kann ein Kilogramm weisser Speisetrüffel bis zu 10'000 Franken kosten.

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Aufgrund der hohen Preise sind Trüffel auch für Fälscher attraktiv. Oft geschieht es, dass sie minderwertige Sorten in den Handel bringen, die von den hochwertigen äusserlich kaum zu unterscheiden sind, wie das «Gastro-Journal» berichtet. Ganz anders sieht es beim Geschmack aus, wo sie dem Original klar unterlegen sind.

Hohe Preise animieren Kriminelle

Dass beim Trüffelhandel nicht alles mit rechten Dingen zu- und hergehen kann, dafür gibt es viele Hinweise. So gelangen laut «Berner Zeitung» in mageren Jahren merkwürdigerweise fast doppelt so viele Alba-Trüffel auf den italienischen Markt, als in dieser Gegend eigentlich wachsen. Die Erklärung: Betrüger geben zumeist kroatische Trüffel als piemontesische aus, weil für Gourmets Trüffel aus Italien stammen müssen.

Manchmal nehmen sich die Trüffelfälscher auch die echten Trüffel vor, wie der Zeitungsbericht zeigt. Mark Grimm von Trüffelimporteur Hugo Dubno in Hendschiken erzählt so von seinen Erfahrungen mit den Betrügern. Mit Erde gestopfte oder mit Steinen beschwerte Trüffel, Bleikügelchen und Kieselsteinchen in getrockneten Morcheln, Streichhölzer in tiefgekühlten Steinpilzen, alles habe er schon erlebt, so Grimm.

Trüffel mit Nägeln zusammen gesteckt

Letzte Saison habe Grimm einen besonders dreisten Betrugsfall erlebt. In Lieferungen aus Italien entdeckte er in Alba-Trüffeln rostige Nägel. Grund: Weil die Trüffeljäger für eine zerbrochene Knolle weniger bekommen, flickten sie diese kurzerhand mit Nägeln. Die unterirdisch wachsenden Pilze werden bekanntlich mit Hunden gesucht. Allerdings beschädigen diese die Knollen manchmal.

Um die zusammengenagelten Bruchstellen unsichtbar zu machen, hatten die Fälscher sie mit Erde eingerieben. Da Trüffel meistens ungereinigt verkauft werden, fiel der Betrug nicht auf. Selbst für erfahrene Importeure sind die Machenschaften der Trüffelfälscher deshalb nur schwer zu durchschauen. «Glücklicherweise bilden solche Fälle aber immer noch seltene Ausnahmen, und wir brauchen zum Einkaufen auch noch keine Metalldetektoren und Röntgengeräte», so Mark Grimm zur «Berner Zeitung».

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Muri Elle am 01.01.2016 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umfrage

    Mit einem Teilnehmer in der Umfrage ist das Resultat echt repräsentativ.

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  • Ganjaflash am 01.01.2016 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Betrüger überall

    Heute wird echt überall betrogen. Zum Glück bin ich kein Pilz Fan.

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  • C.R. am 01.01.2016 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt nicht ganz...

    Der Raupenpilz ist der teuerste Pilz der Welt. Mit einem stolzen Preis von mehr als 60'000 Fr. pro Kilogramm.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ivan Lukisch am 02.01.2016 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    Bla bla von wegen

    So ein Witz da will man den Leuten einreden wenn man die "Schweizer"Trüffel oder vom Schweizer Verkäufer kauft, bekommt man die beste Ware zum Höchsten Preis, dabei kaufen die Speziellen Verkäufer auch die Billigtrüffel ein und verhökren sie zum grössten Preis an die Leute.

  • Seppl am 02.01.2016 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trüffel ist doch Pipifax

    so teuer ist trüffel garnicht, rechnet mal den kilopreis von marken kaugummi aus, dafür gibts schon richtig was.

  • Meiner Einer am 02.01.2016 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    finde ich gut

    es trifft bei diesen Betrügereien keine Armen und noch nicht mal den aussterbenden Mittelstand, also finde ich nix schlimmes dabei. Wer so viel Geld für Luxus Lebensmittel, hat oft sein Geld mit der Ausbeutung anderer gemacht. Jetzt wird die Reiche Gesellschaft eben mal über das Ohr gehauen. Kein Problem damit, sofern keiner verletzt wird, außer der Stolz.

    • Othmar Kamm am 02.01.2016 15:56 Report Diesen Beitrag melden

      Trüffel ist sehr gut

      Da sind sie aber gewaltig auf dem Holzweg. Heute ist es nicht mehr nur der Reiche oder den Mittelstand der Trüffel geniesst. Wie im Artikel erwähnt gibt es den kroatischen Trüffel, der sehr billig zu haben ist. Dann noch zu mir, ich habe 48 Jahre hart gearbeitet, dabei gespart und so kann ich mir heute auch einmal den teureren Trüffel leisten. Habe also niemanden ausgebeutet so wie sie die Geniesser bezeichnen. Spare in der guten Zeit, dann hast du auch in der Not ist die Zauberformel, die leider viele nicht verstehen, das Einkommen jeden Monat verjodeln und nachher jammern.

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  • Fjodor Trüffel am 02.01.2016 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Auch in der Schweiz

    Solche Betrügereien gibt es sogar in der Schweiz - gegenwärtig ist die schlechteste Trüffelsaison je, aber an den Trüffelmärkten werden "Schweizer Trüffel" verkauft... Zwar sind die Preise bei zwischen 450 und 800 Franken pro Kilo moderat, aber auch hier winken enorme Preisspannen.

  • Trüffelsucher am 02.01.2016 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber suchen

    seit ein paar Jahren suche und finde ich mit meinem Hund Trüffel. Unsere Schweizertrüffel sind beim Trüffelsucher frisch gekauft, im Vergleich zu ausländischer Ware, günstig und qualitativ sehr gut. Schon ab 40.00 - 50.00sfr für 100g ist er zu haben. Und natürlich, es ist Geschmackssache ob man ihn mag :-)