Alles zur Übernahme

23. Oktober 2019 18:04; Akt: 23.10.2019 18:04 Print

Werden Pfister-Möbel jetzt günstiger?

von B. Scherer - Die österreichische XXXLutz-Gruppe hat das Möbelhaus Pfister gekauft. Werden die Möbel nun günstiger? Hier sind die wichtigsten Antworten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Traditionsmöbelhaus Pfister verliert seine Unabhängigkeit: Es geht in ausländische Hände über. Die österreichische XXXLutz-Gruppe hat das Schweizer Einrichtungshaus gekauft.

Umfrage
Dass Pfister nicht mehr schweizerisch ist, finde ich...

Bisher gehörte Möbel Pfister zur F. G. Pfister Holding. Gibt es in Zukunft also keinen Möbel Pfister oder Möbel Hubacher mehr in der Schweiz? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Heisst Möbel Pfister in Zukunft XXXLutz?

Nein. Möbel Pfister, Hubacher, Egger und Svoboda werden ihre Namen behalten, wie F. G. Pfister Holding an der Pressekonferenz am Mittwoch in Zürich mitteilte. Auch werden die Einrichtungshäuser ihren eigenen Marktauftritt weiterführen.

Was passiert mit den Angestellten von Pfister?

Für die 1800 Mitarbeitenden werde sich durch den Verkauf nichts ändern, wie Verwaltungspräsident Rudolf Obrecht an der Pressekonferenz sagt. Entlassen wird also niemand. Die Angestellten der Pfister-Gruppe würden zu den gleichen Konditionen wie bisher weiterbeschäftigt.

Wer verdient das grosse Geld mit dem Deal?

Der Verkaufspreis wird nicht verraten. Jedoch fliesst das Geld in die F. G. Pfister Holding AG, wie Obrecht an der Konferenz verkündet. Weder der Stiftungsrat noch der Verwaltungsrat profitieren finanziell. Stattdessen werden die Mitarbeiter am Verkaufsgewinn beteiligt: «Sämtliche Mitarbeiter erhalten 1000 Franken pro Dienstjahr auf jeder Kaderstufe und in jeder Funktion», so Obrecht. Somit werden mehr als 20 Millionen Franken ausgeschüttet.

Werden die Möbel jetzt billiger und die Qualität schlechter?

Ob sich die Preise durch die Übernahme verändern, sei schwierig abzuschätzen, sagt Marco Vincenzi, Projektleiter des unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstituts BAK. Der Import von Möbeln habe sich durch die Wechselkursrelation in den letzten Jahren deutlich verbilligt. «Dadurch sind ausländische Möbel preislich attraktiver geworden.» Geht der Preiswettbewerb so weiter, würden sicher auch die Pfister-Möbel günstiger, so Vincenzi.

Was ist XXXLutz für ein Unternehmen?

1945 wurde das Unternehmen als Vertrieb von Handwerkskunst in Oberösterreich gegründet. Inzwischen betreibt der Möbelhändler 297 Einrichtungshäuser in zwölf europäischen Ländern und beschäftigt 22'200 Mitarbeiter. Mit einem Jahresumsatz von 4,4 Milliarden Euro ist das Unternehmen einer der drei grössten Möbelhändler der Welt. Im September 2018 hat das österreichische Unternehmen im aargauischen Rothrist die erste XXXLutz-Filiale mit 15'000 Quadratmetern eröffnet. Bereits ist ein zweites Geschäft in Affoltern am Albis (ZH) geplant. Dieses soll 2021 eröffnen.

Das sagen die Experten

Laut eigenen Angaben hat Möbel Pfister schwarze Zahlen geschrieben. Trotzdem wurde das Unternehmen verkauft. Mit einem starken Partner, der europaweit und global tätig ist, bleibe die Pfister Gruppe in Zukunft wettbewerbsfähig, wie es an der Pressekonferenz hiess. «Ich verstehe den Verkauf nicht», sagt Detailhandelsexperte Gotthard F. Wangler. Möbel Pfister sei eine bekannte und starke Schweizer Marke und hätte auch ohne einen internationalen Partner überlebt. «Möbelgeschäfte, die gut positioniert sind und schwarze Zahlen schreiben, können sich in der Schweiz trotz der Konkurrenz behaupten.» Laut Sandra Wöhlert, Geschäftsleitung Schweiz des Marktforschungsinstituts GfK nehme der internationale Einfluss in der Schweiz seit Jahren zu. Diese Entwicklung treffe alle Branchen. Laut Wöhlert könnte es daher in Zukunft weiterhin Zusammenschlüsse mit ausländischen Firmen geben. «Wenn die Unternehmen zusammenpassen, können dadurch auch Synergien genutzt werden.»


Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Clever am 23.10.2019 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Geste

    Dass alle pro Dienstjahr gleich viel bekommen, ist ein lobendes Beispiel in einer raffgierigen Managerwelt.

    einklappen einklappen
  • Frieda Jakob am 23.10.2019 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Möbel Pfister

    Gut dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben schade Möbel Pister ist ein bekanntes Möbelgeschäft hoffe dass es gut kommr

    einklappen einklappen
  • Laubsägeli am 23.10.2019 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu vergleichen!

    Es sei nicht zu vergessen das es sich bei Pfister um ein Möbelgeschäft handelt und beim Lutz um einen Möbeldiscounter. Als was ihr das ganze Zeug in Zukunft bezeichnen möchtet bleibt euch überlassen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dada ist am 24.10.2019 21:45 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt noch nicht

    entlassen, hätte man schreiben sollen. Ich bin skeptisch bei solchen Übernahmen. Aber mal schauen, ev ist das ja eine löbliche Ausnahme-Übernahme.

  • P. am 24.10.2019 20:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überrascht...

    Wir wurden immer von Verkäufern halb missachtet, nicht gut beraten. Waren jedes Mal enttäuscht. Das Sortiment sprach uns zudem auch nicht an. Liesen wo anders dann 10'000 Franken liegen... Neulich im XXXLUTZ eine Küche für in Deutschland bestellt und wurden 1A beraten und ernst genommen.

  • Bert Mills am 24.10.2019 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    teurer, weil..

    Nein, teurer. Die Möbel werden viiel grösser. XXXL halt.

  • Kristallina am 24.10.2019 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Schade!

    Ich bedaure sehr, dass Möbel Pfister verkauft worden ist. Qualität und Kundenfreundlichkeit zeichneten das Unternehmen aus. Schade, dass immer mehr Leute im Ausland einkaufen oder via Internet. Gottseidank habe ich mich in den letzten Jahren noch mit Möbeln und Dekormaterial bei Möbel Pfister eingedeckt.

    • Päuli Bohnenblust am 24.10.2019 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kristallina

      Ja, ich auch! Habe meiner Tochter zum Einzug ihrer ersten Wohnung ein rotes Ledersofa in Lippenform gekauft. Traumhaftes Teil, sündhaft teuer, ja! Das rote Ledersofa wurde in Lettland sorgfältig genäht, und dort hergestellt. Heute 10 Jahre später, gibt es die kleine Lederwerkstatt nicht mehr. Ihre Freundinnen bewundern das rote Lippensofa sehr, der Papa auch. Holte damals das Sofa in Suhr mit zwei kräftigen jungen Männern bei Möbel-Pfister persönlich ab. Sogar das Mittagessen im Pfister-Restaurant war sehr gut und zahlbar. Reise nächsten Monat wieder nach Suhr, vermute, dass Schnäppchenjäger auf ihre Rechnung kommen könnten, brauche neue Betten und ein Sideboard.

    einklappen einklappen
  • Luzifer am 24.10.2019 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    Nein wohl nicht, das einzige dass billiger wird sind dann die Arbeitsverträge und die Qualität.