Selbstfahrende Autos

07. März 2019 19:24; Akt: 07.03.2019 19:24 Print

Wie lange braucht es die Autoprüfung noch?

von Isabel Strassheim, Genf - Die ersten selbstfahrenden Autos werden 2020 in Europa unterwegs sein. Experten sagen, ob die Autoprüfung noch nötig ist und was wir dann noch im Auto machen.

Arbeiten oder Fernsehen während der Fahrt? In autonomen Autos soll das möglich sein. (Video: M. Temel)
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Die Roboterautos sind startbereit: Das Schweizer Konzeptfahrzeug Microsnap von Rinspeed soll Passagiere oder Zustellungen auf kurzen Strecken in der Stadt chauffieren (siehe Video oben). Mercedes bringt Anfang nächsten Jahres Serienmodelle heraus, die auf der Autobahn selbstständig fahren sollen. «Die Fahrer können dann Mails schreiben oder einen Film auf dem Screen am Armaturenbrett schauen», sagt Daimler-Sprecher Bernhard Weidemann zu 20 Minuten.

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Der Autopilot funktioniert jedoch nur an sonnigen Tagen, bei Regen sind die Umwelt-Erkennungssysteme hilflos. Allein schon aus diesem Grund müssen Fahrer stets einsatzbereit sein. «Sie dürfen nicht schlafen oder auf das Handy schauen», sagt Weidemann. Wenn auf dem eingebauten Screen das Übergabesignal aufleuchtet, müssen sie selbst steuern.

Einparkieren könnte bald überflüssig sein

«Die nächsten 20 Jahre brauchen wir noch die Autoprüfung», sagt Ferdinand Dudenhöffer. Der Professor für Automobilwirtschaft der Universität Duisburg-Essen meint jedoch, dass das Einparkieren bald nicht mehr geprüft werden müsse. Denn dafür gibt es schon jetzt Assistenzsysteme. Und demnächst sollten wir das Auto vor die Haustür fahren lassen können und danach fährt es ganz allein auf den Parkplatz.

Das autonome Fahren kommt Schritt für Schritt. Ob die US-Internet-Firmen Google und Uber dabei die Nase vorn haben werden oder die klassischen Autobauer wie Daimler, sei noch unentschieden, sagt Dudenhöffer. «Noch ist das Rennen offen», sagt der Branchenexperte.

Daimler und BMW forschen zusammen

Die neue Technik bringt Wirbel in die europäische Autoindustrie: So schliessen sich die beiden alten Rivalen Daimler und BMW zusammen, um das autonome Fahren voranzutreiben, wie sie vergangene Woche angekündigt haben. Sie wollen die Technik für das Fahren auf der Autobahn und beim Einparkieren gemeinsam weiterentwickeln. Ein gemeinsames Roboterauto ist aber nicht geplant, jeder soll die Technik dann mit eigenen Automodellen umsetzen. Die gemeinsame Forschung soll beide jedoch Zeit und Geld sparen lassen.

Das selbständige Fahren in der Stadt hat andere Herausforderungen als das auf der Autobahn: In der Stadt geht es um die Erkennung von Ampeln, Kindern oder Velofahrern durch die Kameras, Radar- und Lichtwellensensoren. «Die Computer müssen auch die Gesten von Kindern erkennen, um zu wissen, ob sie über die Strasse wollen», so Dudenhöffer.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sepp Hitz am 07.03.2019 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Autoprüfung

    Und im Jahr 2021 kommt der Zahltag automatisch aufs Lohnkonto und niemand muss mehr zur Arbeit gehen weil ja alles Automatisch ist? Kann zwar nicht mehr provitieren weil ich schon pensioniert bin, aber jenen die dann auch nicht mehr arbeiten müssen sag ich, geniesst das Leben solange Ihr es noch geniessen könnt und die Menschheit noch nicht ganz verblödet ist.

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  • 5 vor zwölf am 07.03.2019 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann so nie funktionieren

    100'000 Selbst fahrende Autos benötigen nur für die Kommunikation via Satelliten Verbindung so viel Strom, wie eine Kleinstadt. Soviel zur Logik dieser nicht zu Ende gedachten Geschichte bezüglich Strom Herstellung. EU ohne AKW's bla bla etc.

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  • Mugi25 am 07.03.2019 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrprüfung

    Man wird die Fahrprüfung immer brauchen auch wenn in der Zukunft Autos selber fahren können wollen die einen vielleicht doch noch selber fahren weil es ihnen z.B Spass macht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Erwin Mischler am 08.03.2019 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    Der Albtraum

    Technisch möglich - In ca. 100 Jahren. Jedes autonome Fahrzeug braucht einen Superrechner in doppelter Ausführung, wegen der Sicherheit, und dazu unzählige Kommunikationssysteme. Wer kann das bezahlen? Das wird vom Benutzer nur aktzeptiert, wenn die Hersteller bei Programm- und Hardwarefehler, und Unfall, die Kosten übernehmen!

  • elotor am 08.03.2019 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    2025

    nun, vor 2025 fährt NICHTS voll autonom auf öffentlichen Strassen. Nicht das man es nicht könnte, aber die Gesetzgebung wird noch Jahre brauchen um die entsprechenden Vorschriften/Regeln anzupassen. Achja- auf einer bestimmten Bergstrecke möchte ich dann das autonome Auto (und seinen Fahrer) sehen wenn das Postauto entgegen kommt und er zurücksetzen muss ohne Fahrbahnmarkierungen... ich lache schon jetzt:-)

  • George am 08.03.2019 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Aber sicher....

    Solange mein Computer jeden Tag ein anderes Sicherheitsupdate braucht damit er nicht zur Spam-Kanone oder von irgendwem fernesteuert wird, so lange will ich keine Auto das von irgendwem ferngesteuert werden kann - ohne mein Wissen und Zustimmung. Oder anderst ausgedrückt, ich sitze im Flugzeug, starte meinem Computer und auf dem Monitor steht: "New Hardeware found: Boing 737, abort shutdown?"

    • rhzh am 08.03.2019 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @George

      Darum fliegen die Flugzeuge ja nur mit Autopilot, weil es so störanfällig ist und nicht funktioniert...!! Du hast null Ahnung amigo, aber sowas von Null ahnung..sorry

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  • Rolf Müller am 08.03.2019 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut sinnvoll

    Wäre sicher sinnvoll. Heute auf einer Bergstrecke in GR fuhr ein ZH mit Dächlikappe als erster. Hinter ihm 9 Autos. Ausstellplätze gab es genug. Einfach nur rücksichtslos und egoistisch so ein Verhalten. Für solche Leute wäre ein selbstfahrendes Auto perfekt.

    • Hilfsfahrlehrer am 08.03.2019 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rolf Müller

      Die kollabieren immer wenn man die kurz vor der Kurve noch überholt.

    • Wolf Knüller am 08.03.2019 23:12 Report Diesen Beitrag melden

      voll sinnvoll

      dann können wir hier in ZH die mit den GR Nummern direkt ins Park+Ride lotsen. So kommen wir dann endlich auch in der Stadt wieder einigermassen schnell von A nach B.

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  • Peter am 08.03.2019 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dem Dudenhöffer ...

    ... sollte man endlich mal das Wort entziehen. Der nervt seit Jahren eigentlich nur noch. Und muss zu dem noch zu jedem Auto-Thema seinen Senf dazugeben.