Mubarak, Ben Ali & Co

09. Februar 2011 07:42; Akt: 09.02.2011 10:41 Print

Wie sich Banken vor «heissem Geld» schützen

von Markus Kick - Heute Freund, morgen Feind. Banken müssen schnell entscheiden, ob ein Kunde erwünscht ist. Hilfe bieten Datenbanken über politisch exponierte Personen.

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Vorgestern Duvalier und Mobutu, gestern Ben Ali, heute Mubarak. Gelder von ehemaligen Staatschefs, die von Staatsoberhäuptern zu Despoten mutieren, werden plötzlich zum Hot Money: Geld, an denen sich keine Bank die Finger verbrennen will.

Nicht nur Staatschefs, ihre Familien und deren Umfeld, sondern weltweit tausende Menschen können aufgrund ihrer Person, Funktion oder Verbindung für Banken potentiell zum Risiko werden. Je nach Schätzung fallen zwischen 700 000 und 1,5 Millionen Personen in diese Kategorie. Damit Banker keine Brandblasen an den Fingern einfangen, müssen sich diese sogenannten politisch exponierten Personen (PEP) verschärften Kontrollen unterziehen.

PEP fallen immer in höchste Risikostufe

Gemäss Unternehmensberater Peter Cosandey, früher als Bezirksanwalt im Kanton Zürich zuständig für internationale Rechtshilfe und Geldwäscherei, werden PEP standardmässig bei Banken in die höchste Personenrisikokategorie eingeteilt. «Das heisst jedoch nicht, dass Leute, die auf der PEP-Liste stehen, keine Geschäfte mit den Banken tätigen können. Die Banken nehmen einfach diese Personen und deren Finanztransaktionen genauer unter die Lupe.»

Konkret muss jeweils die Bankzentrale die Herkunft des Geldes und die Geschäftsbeziehung einer PEP beurteilen – und dies alljährlich. Auffällige Finanztransaktionen muss der Kunde erklären können. Bei begründetem Verdacht ist die Bank ferner verpflichtet, Meldung beim Bund zu erstatten und das Konto zu sperren.

Marktführerin World-Check

Woher weiss ein Finanzinstitut, dass ein Kunde eine PEP ist? Seit 2001 baut hiefür das Unternehmen World-Check eine entsprechende Datenbank auf. Mittlerweile hat World-Check fast 75 Prozent Marktanteile weltweit. In der Schweiz dürfte der Anteil gemäss Branchenbeobachtern gegen 90 Prozent betragen. Die World-Check-Datensammlung umfasst Informationen von über einer Million als riskant eingestufter Personen und Organisationen in 162 Ländern.

Der Anstoss zum Aufbau sei aus der Schweiz gekommen, sagte CEO David Leppan im «Bund». «Schweizer und Liechtensteiner Banken fragten mich damals an, ob ich ein Frühwarnsystem aufbauen könne, damit sie Geldwäscher, Betrüger, Terroristen und korrupte Entscheidungsträger rechtzeitig erkennen könnten.»

Rund 450 Personen recherchieren in öffentlichen Quellen nach Informationen. Die Londoner Firma erzielte 2010 fast 66 Millionen Franken Umsatz. Gemäss Leppan nutzen auch über 800 Schweizer Banken, Versicherungen, Industriefirmen und auch Aufsichts- und Regulationsgremien den Informationsservice. Kleine Schweizer Konkurrentin ist die Zuger Firma KYC Spider, welche die Migros Bank, einige Regionalbanken, zehn Casinos, zwei Versicherungsgesellschaften sowie mehrere Treuhand- und Investmentfirmen mit PEP-Infomationen beliefert.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcel am 09.02.2011 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    Geld blendet die Lebenskultur

    Fragt mal die UBS und CS - sie wissen, was gespielt wird ...

  • Tom Dubach am 09.02.2011 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    endlich mal ein schlauer Artikel!

    Und nicht immer dieses Aufspringen auf alte Nachrichten, wie beispielsweise die Mubaraks hätten 70 Mia auf Schweizer Banken. Jede seriöse Bank in der Schweiz regelt die Betreuung von PEPs streng und überwacht dies laufend. Alle gegenteile Behauptungen ist dummes Geschwätz!

  • Rappunzel am 23.02.2011 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    world check könnte besser sein

    leider ist diese Datenbank nicht so toll, wie man nach dem lesen des artikels annehmen könnte. der grösste teil der personendaten verfügt über kein geburtdatum. so ist z.b. auch heute das geburtsdatum des sohnes von mubarak in der datenbank nicht enthalten. bei häufigen namen ist diese datenbank deshalb keine grosse hilfe.vielmehr führen die vielen hits dazu,dass die wirklich interessanten treffer untergehen. nach 9/11 war diese datenbank ein guter anfang gemacht,hat sich aber seither nicht weiter entwickelt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rappunzel am 23.02.2011 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    world check könnte besser sein

    leider ist diese Datenbank nicht so toll, wie man nach dem lesen des artikels annehmen könnte. der grösste teil der personendaten verfügt über kein geburtdatum. so ist z.b. auch heute das geburtsdatum des sohnes von mubarak in der datenbank nicht enthalten. bei häufigen namen ist diese datenbank deshalb keine grosse hilfe.vielmehr führen die vielen hits dazu,dass die wirklich interessanten treffer untergehen. nach 9/11 war diese datenbank ein guter anfang gemacht,hat sich aber seither nicht weiter entwickelt.

  • Philippe Latscha am 10.02.2011 04:47 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Lüge!

    Das ich nicht lauthals lache. Wer Geld bringt, ist in der Schweiz, insbesondere bei den Banken, mehr als willkommen. Alles Lüge.

  • Tom Dubach am 09.02.2011 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    endlich mal ein schlauer Artikel!

    Und nicht immer dieses Aufspringen auf alte Nachrichten, wie beispielsweise die Mubaraks hätten 70 Mia auf Schweizer Banken. Jede seriöse Bank in der Schweiz regelt die Betreuung von PEPs streng und überwacht dies laufend. Alle gegenteile Behauptungen ist dummes Geschwätz!

  • Marcel am 09.02.2011 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    Geld blendet die Lebenskultur

    Fragt mal die UBS und CS - sie wissen, was gespielt wird ...