Ferienreport 2011

26. Januar 2011 12:04; Akt: 26.01.2011 13:10 Print

Wie sich Schweizer in den Ferien verhalten

Mehr Alkohol, mehr flirten und mehr Sex an ungewohnten Orten. Schweizerinnen und Schweizer werden in den Ferien zu anderen Menschen.

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Ausgewählte Ergebnisse der repräsentativen Umfrge zu Ferien.

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Schweizerinnen und Schweizer lassen sich in den Ferien gerne gehen. Dies geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Ferienreport 2011 von Kuoni hervor. Demnach sind Touristen aus der Schweiz im Urlaub «experimentier- und kontaktfreudiger und möchten ihr Ferienziel intensiv kennenlernen und spüren».

Umfrage
Haben Sie schon Sommerferien gebucht?
22 %
12 %
14 %
52 %
Insgesamt 3348 Teilnehmer

Das Marktforschungsinstitut Opinion Matters befragte in Kuonis Auftrag im vergangenen November über 1000 Kunden des Reisekonzerns im Alter zwischen 25 und 65 Jahren. Der Fokus richtete sich dabei auf das Verhalten der Reisenden vor, während und nach ihren Ferien. Die Resultate bestätigen viele Klischees.

Frauen besser vorbereitet als Männer

Die Kurve in Sachen Reisefieber schlägt je nach Geschlecht sehr unterschiedlich hoch aus. Während 85 Prozent der Frauen lange vor Urlaubstart organisieren, planen und packen, sind es bei den Männern lediglich 71 Prozent, welche die Ferienvorbereitung aktiv in die Hand nehmen. 29 Prozent lassen dieses Erlebnis einfach auf sich zukommen und vertreten die Ansicht «Ferien beginnen im Kopf».

Auch in der Art der Reisevorbereitung gibt es zwischen Frau und Herr Schweizer gravierende Unterschiede. Zwar sind sich rund zwei Drittel der Vertreter der Gatttung Homo Touristicus einig, dass Lektüre zum Urlaubsziel im Vorfeld Pflicht ist. Und mit einigen Abstrichen besteht sogar über die Notwendigkeit neuer Kleidung für den Urlaub eine gewisse Einigkeit. Damit die Textilien - insbesondere jene mit etwas knapperer Oberfläche - entsprechend gut zur Geltung kommen, verfolgen ihre Besitzer indes unterschiedliche Strategien. Während mehr als jede Zehnte im Vorfeld des Urlaubs mit Diäten einige Pfunde loswerden will (12 Prozent), versuchen männliche Reisende bis zum Abreisetag ihren Body mit Fitness in Form zu bringen (10 Prozent). Und während die Frau von Welt noch unbedingt zur Maniküre muss (21 Prozent), begibt sich der männliche Ich-bin-dann-mal-weg-Sager vor Abreise noch rasch zum Coiffeur (5 Prozent).

Ostschweizer hoffen auf heissen Sex

Ob es sich nur um Imponiergehabe handelt, ist nicht klar: Jeder zehnte Schweizer gibt an, in den Ferien «viel mehr Sex» zu haben als daheim. Mehr als ein Drittel will immerhin mehr Sex als zu Hause haben. Ostschweizer hoffen gemäss Umfrage «besonders stark auf heissen Sex» im Urlaub.

Überraschend ist, dass nicht etwa die Jungen, sondern die über 35-Jährigen das abenteuerlustigste Sexualverhalten an den Tag legen. So will ein Drittel der 45- bis 54-Jährigen Sex am Strand gehabt haben. Dabei scheint selbst der Nachwuchs dem bunten Treiben nicht im Weg zu stehen. Ein Viertel der befragten Eltern gab an, Sex im Meer gehabt zu haben.

So oder so scheinen die Hormone in den Ferien keinesfalls Auszeit zu haben - lediglich drei Prozent sind während des Urlaubs nach Eigenauskunft in sexueller Hinsicht weniger aktiv als im Alltag. Familienfreundliche Hotels dürften also auch weiterhin hoch im Kurs stehen.

Das geht im Urlaub gar nicht

Während Touristen aus England, Holland oder Deutschland ja mitunter im Ruf stehen, im Urlaub gerne einmal über die Stränge zu schlagen und den Knigge für ordentliches Verhalten schon mal ins Lagerfeuer befördern, kann die Mehrheit der Schweizer offenbar Anstand und Sitte nicht einfach so zuhause lassen. So geben 41 Prozent der Befragten an, dass es für sie auch in der Ferne ein Gräuel ist, irgendwie aufzufallen. Ein Papier, eine Dose oder den Rest des Apfels einfach auf den Boden zu werfen, geht für 81 Prozent überhaupt nicht. Paradox dabei: 8 Prozent der Männer geben an, in den Ferien jemand ganz anderer zu sein und eine neue Persönlichkeit anzunehmen.

Für 48 Prozent der Schweizerinnen ist auch «oben ohne» ein absolutes NoGo. Das sehen Männer - oh Wunder - indes ein klein wenig anders: Für 72 Prozent ist der Anblick unverhüllter Busen am Strand nicht unbedingt ein triftiger Grund, sofort die Hände vor die Augen zu halten. Zumindest in dieser Hinsicht scheint die plötzlich in den Ferien erlangte «neue Persönlichkeit» der alten sehr zu ähneln.

Schöne Orte sehen

Sex ist aber nicht die Hauptsache im Urlaub: Als wichtigstes Ferienerlebnis wollen 76 Prozent der Befragten schöne Orte sehen. Gleich viele wollen ein anderes Land erleben. Kulinarische Erfahrungen wollen 64 Prozent machen, 62 Prozent wollen einfach Spass haben und 59 Prozent wünschen sich kulturelle Erfahrungen.

Dazu sind Schweizerinnen und Schweizer bereit, tief in die Tasche zu greifen. Am meisten Geld geben die Befragten für Ausflüge (49 Prozent) aus. Daneben investieren sie ihre Moneten in lokales Essen (46 Prozent), Wellness und Beauty (45 Prozent) sowie in Souvenirs (33 Prozent). Ein Viertel gab an, in den Ferien mehr Geld für Kleider auszugeben als zu Hause.

39 Prozent trinken mehr Alkohol

Locker sitzt das Portemonnaie bei Schweizer Touristen auch in Bezug auf alkoholische Drinks. Vier von zehn Befragten gaben an, in den Ferien mehr Alkohol zu trinken als zu Hause. Am meisten trinken gemäss der Studie Singles. Eltern mit Kindern trinken in den Ferien hingegen nicht mehr Alkohol.

Das Marktforschungsinstitut befragte die Touristen auch nach den Zukunftsreisetrends. 42 Prozent glauben demnach, dass Nachhaltigkeit immer wichtiger werden wird. Knapp ein Drittel geht davon aus, dass Öko-Tourismus an Bedeutung gewinnen wird. Gleichwohl wünschen sich 38 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer in zehn Jahren einfache Luxus-Ferien mit traditionellen Werten.

Die diesjährige ist die zweite Ausgabe des Kuoni-Ferienreports. Während heuer das Verhalten der Reisenden analysiert wurde, ging es bei der Erstausgabe im Vorjahr darum, wie Ferien das Leben verändern und welche Entscheide in der Folge die Zukunft zu Hause beeinflussen.

(rn/oku)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jay am 26.01.2011 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    schweizer im ausland..

    genau die die sich im ausland am dümmsten und respektlosesten verhalten haben ein problem wenn sich touristen bei uns nicht an die regeln halten.. habe schon gesehen wie hier in der schweiz touristen fertig gemacht wurden weil sie kein deutsch sprechen.. wie viel der schweizer spricht die jeweilige landessparche der feriendestination?

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  • Duden am 26.01.2011 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Rechtschreibung

    Wie wär's mal wieder mit einem guten Buch für's Wohlbefinden in den Ferien? Oder heisst es doch Ferein...? (Slide 5).

  • samuel94 am 26.01.2011 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    schweizer in den Ferien

    ich schäme mich im Ausland Schweizer zu sein, die Swiss sind noch schlimmer als die Deutschen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ostschweizer am 31.01.2011 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Massen nein Danke

    Ich halte mich von allen Deutsch sprechenden fern in den Ferien. Ich halte es mehr mit den Einheimischen.

  • Hans-Rudi am 27.01.2011 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    leider ist das so...

    Nun ja, das verwundert mich nicht! Wenn man bedenkt, dass es hier in der Schweiz nicht besser ist als in den Ferien. Man muss ja schon betrunken an eine Party gehen und dies bis in den nächsten Morgen so weiter ziehen. Fazit daraus; Wandalismus in den Strassen und Bahnhöfen, Umgeworfene Zeitungsboxen, demolierte Fahrräder und Roller, Abfall und Flaschen werden nicht in den Abfalleimer geworfen, Zeitungen werden Bündelweise auf die Strassen geworfen, Jugendliche sind nicht mehr ansprechbar und die Aggressionen sind gestiegen. Da ich sehr viel Frühdienst habe, sehe ich diese Entwicklung öfters.

  • Karin am 26.01.2011 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das seine

    Wozu in die Ferien reisen, wenn man im schönsten Land der Welt lebt? Um die Umwelt mit noch mehr Abgasen und Müll zu verseuchen? Oder weils alle anderen tun? Gruppendruck? Oder um danach im Büro anzugeben, wer am weitesten war? Aber geht ihr nur alle in die Ferien! Ich geniesse seit jeher die Ruhe im Land wenn ihr alle weg seid.

    • Freddy am 26.01.2011 16:46 Report Diesen Beitrag melden

      Wo?

      Wo ist dieses Land??? Gibt es Flüge ab Zürich dahin? Ich hoffe nur da stehen keine komischen Plakate in den Wiesen.

    • Sencha am 26.01.2011 17:35 Report Diesen Beitrag melden

      Fernweh!

      Das schönste Land der Welt liegt irgenwo im Südpazifik (kann mich für keines entscheiden). Da sind die Menschen viiiiel entspanter und freundlicher als in der Schweiz. Zudem gibts da Sonne, Strand und Meer satt! Ich erachte es als meine Pflicht, die Welt auf der wir leben aktiv kennenzulernen. Macht einen auch aufgeschlossener und das würde vielen Schweizern gut tun! Ein Leben lang in der SChweiz? Nein danke! Aber wie du schon sagst: jedem das seine...

    • Paul am 26.01.2011 17:48 Report Diesen Beitrag melden

      Naja

      @Sencha Vielleicht ist Dir bei Deinen x-Ferientrips auch schon mal aufgefallen, dass die Menschen primär wegen des Klimas und Wetters "entspannter" wirken, aber auch alles träger und langsamer vor sich geht = wirtschaftlich tote Hose. Man merkts wie aufgeschlossen man dadurch wird, gebildeter wohl ebenfalls nicht. Was man sich auf Ferien alles einbilden kann, erstaunlich.

    • Mike am 26.01.2011 20:10 Report Diesen Beitrag melden

      Irgendwie traurig

      Ich kenne viele, die freuen sich 48 oder 50 Wochen auf ihre Ferien, genauso verhält es sich mit den Wochenenden. Eigentlich schade so leben zu müssen, muss man sich mal überlegen, ob nicht etwas falsch läuft. (Fast) jeder hat es selber im Griff, etwas zu ändern, dann braucht es plötzlich nicht mehr die obligatorischen 2 Wochen Sommerferien.

    • Urs am 27.01.2011 09:00 Report Diesen Beitrag melden

      he he stimmt!

      Karin so ist es:-) ich geniesse auch immer die ruhige Schweiz wenn alle weg sind. Und wir übernachten meistens zuhause, leben ansonsten im Überfluss und brauchen erst noch weniger Geld. Wir brauchen noch lange bis wir alles von der genialen und schönen Schweiz gesehen haben!

    • Lubeja am 27.01.2011 14:47 Report Diesen Beitrag melden

      Ruhe, wo?

      Ich frage mich, von welcher Ruhe Ihr wohl sprecht? Man kann in der Schweiz wann und wohin man will, es hat immer viel zu viel Volk. Mich zieht es heuer nach Chatham Island: 1000 Quadratkilometer und 600 Einwohner, DAS nenn ich Ruhe!

    • Anja am 28.01.2011 16:00 Report Diesen Beitrag melden

      leider leider viel zu viele Menschen hier

      Also ich habe auch langsam das gefühl die schweiz platzt aus allen Nähten :-(

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  • georg am 26.01.2011 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    ist mir egal

    also ich benehme mich auch in den ferien anständig. was soll das getue über sex und feste. ich muss nicht in die ferien gehen um ein fest zu haben oder mal einen dreier. ist es bereichernd wenn ich lalle oder ein glas fallen lasse. in den ferien stehe ich lieber früh auf und geniesse was ich zuhause nicht habe. bier und frauen gibts auch in der schweiz.

  • Michael Meier am 26.01.2011 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    schweizer oder nicht?

    Ach dann geht doch nicht mehr in die Ferien wenn ihr euch als Schweizer so schämt...ich geh gerne ins Ausland und gebe mich als Schweizer aus!