Swiss Made

05. Februar 2016 08:34; Akt: 05.02.2016 16:35 Print

Wie viel Schweiz steckt in den Traditions-Marken?

von S. Spaeth - Syngenta ist bald chinesisch. Doch was ist mit Marken, die wir als urschweizerisch betrachten? Eine Übersicht von Aromat bis Toblerone.

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Es steht beinahe in jedem Schweizer Haushalt: das Aromat. Die Streuwürze aus dem Hause Knorr gilt als beliebtestes Würzmittel im Land. Ähnlich verhält es sich mit Ovomaltine, sozusagen dem Schweizer Nationalgetränk, oder der Berner Toblerone-Schoggi. Doch wie viel Schweiz steckt hinter diesen Produkten wirklich? So werden die Artikel zwar in Thayngen, Neuenegg oder Bern gefertigt, die Firmen sind aber längst nicht mehr in Schweizer Hand.

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So gehört der Aromat-Hersteller Knorr zum holländischen Nahrungsmittelmulti Unilever, Ovomaltine von Wander ist im Besitz von Associated British Foods und Toblerone zählt zum Imperium des US-Lebensmittelgiganten Mondelēz International. Und seit dieser Woche ist bekannt, das der chinesische Staatskonzern ChemChina für knapp 44 Milliarden Franken den Schweizer Saatguthersteller Syngenta zu kaufen plant und Haers Vacuum Containers aus China den Frauenfelder Flaschenhersteller Sigg übernimmt. (für weitere Beispiele klicken Sie sich durch die interaktive Karte der Schweizer Markenlandschaft).

Imprägniert mit Swissness

Spielt es für die Kunden überhaupt eine Rolle, ob hiesige Marken zu Schweizer oder ausländischen Konzernen gehören? Prinzipiell sei es für die Konsumenten sehr wichtig, dass ein Schweizer Produkt auch von einer Schweizer Firma kommt. Nur dann würden Heimatgefühle ausgelöst und das Image von Qualität vermittelt, sagt Konsumpsychologe Christian Fichter von der Kalaidos Fachhochschule. «Viele Marken im Besitz von ausländischen Konzernen sind sehr stark mit Swissness imprägniert. Dadurch verkennen die Konsumenten, dass es sich nicht mehr um reine Schweizer Produkte handelt», so Fichter.

Kommen Schweizer Firmen in ausländische Hände, ist die Empörung in der Bevölkerung meist gross, die Kommentare bissig und ablehnend. Egal sein dürfte es den Schweizer Konsumenten allerdings im Fall von Syngenta, denn der Agrochemiehersteller ist den meisten als Marke völlig unbekannt. Ähnlich dürfte es sich bei den Landwirten verhalten, die Syngenta-Produkte auf ihren Feldern einsetzen: «Bei Syngenta-Produkten geht es um Investitionsgüter, die weniger an ein Landes-Image gebunden sind», sagt Fichter.

Mitarbeit: Ethel Keller, Kaspar Wolfensberger

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Asi Cool am 05.02.2016 08:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Selber Schuld. Wir in der Schweiz sind Geldgeil. Kaum kommen Ausländische Unternehmen und bieten ein paar Millionen schon wird es verkauft ohne nachzudenken. Warum läuft es dann nachher weiter? Somit ist es immer Rentabel! Hört mal auf mit den Ausreden ,,Starker Franken usw..'' Zu Faul um selber zu Arbeiten, aber die Richtigen Arbeiter ausbeuten und dann im Stich lassen! Wacht mal auf!!!

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  • Byebye am 05.02.2016 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schwiiz

    Swissness tschüss ... nächster Schritt die Schweiz verkaufen. Kaum gewählt, wird der Karren an die Wand gefahren. Noch Fragen ...

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  • Marco Kälin am 05.02.2016 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    Die Löcher im Schweizer Käse

    Es ist schade, dass so viele Urschweizerunternehmen in Ausländischer Hand sind aber man sollte auch die positiven Aspekte nicht ausser Acht lassen. So werden Schweizer Produkte auch im Ausland den Weg zu Kunden finden die wiederum diese Produkte kaufen weil sie Schweizer Qualität darstellen. Ich bin jedoch froh das die Löcher im Schweizer Käse nicht ins Ausland verkauft werden können und immer Urschweizerisch bleiben werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Manuel Fehr am 07.02.2016 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    kritischer Konsument 1

    Dieser Artikel soll für alle Anlass sein, weiterhin bzw. ab sofort sich als kritische Konsumenten zu verhalten. Bei jedem Artikel den ich kaufe bin ich mir bewusst, dass ich eine (meine) Stimme abgebe für die Herkunft, die Materialen, den Produktionsprozess und den Hersteller des Produkts. Hinter jedem Produkt steht ein Produktmanager oder Importeur, der nach Umsatz und Wachstum lechzt und darauf wartet dem Konzerchef die tollen Zahlen zu präsentieren. Wenn die Naturwiese, die glücklichen Kühe oder eben das Schweizer Kreuz auf einem Produkt helfen, mehr zu verkaufen, dann wird es aufgedruckt.

  • Heinz Mutter am 07.02.2016 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitskraft

    Es ist schon seit längeren Zeit klar das die Arbeitskraft in der Schweiz zu teuer ist, es wird alles ausgelagert. Was bleiben wird sind Dienstleistungen und Banken. Denn die meisten Jungen wollen nur noch im Sitzen arbeiten.

  • Querdenker am 07.02.2016 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swissness?

    Arbeitsplätze in der Schweiz sind das eine, arrogantes Swissness-Getue das andere. Wieso sollte ein Produkt besser sein, nur weil in der Schweiz durch eine Firma in Schweizer Hand hergestellt? Sind im Ausland hergestellte Nestlé-Produkte per se schlechter? Aber solange sich die (Schweizer) Konsumenten gerne abzocken lassen, werden sie auch abgezockt werden.

  • Al Bundy am 07.02.2016 05:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausverkauf

    Warum wurde Syngenta verkauft wenn es doch hichprovitabel war? Da wollten dich einige Herren gross und schnell absahnen. 5 Jahre Arbeitsplätze gesichert...und dann?? Eidgenossen..passt auf euer Land auf...es ist Ausverkauf.

  • ökonom am 06.02.2016 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Schuss ins eigene Bein

    Es ist klar: Ein ausländischer CEO hat weniger Skrupel, Schweizer Arbeitsplätze ins Ausland (z.B. nach Polen) auszulagern. Sehr viele Schweizer Unternehmen sind keine Schweizer Unternehmen mehr. Und im Ausland ist man deshalb nicht mehr bereit, die Schweiz-Qualitäts-Prämie zu bezahlen. Mit der Zuwanderung ausländischer Fachkräfte und der Verlagerung ins Ausland hat sich die Schweiz selber ins Bein geschossen. Niemand will mehr Produkte, auf denen nur noch Schweiz draufsteht, aber keine Schweiz mehr drinsteckt.

    • Fritzli am 06.02.2016 20:20 Report Diesen Beitrag melden

      Der Osten ist viel günstiger, oder......

      ... wir viel zu teuer. Es heisst ja auch nicht mehr "Made in Switzerland" sondern "Entwickelt in der Schweiz". Polen ist nicht das einzige Land, es sind beinahe alle Ostblock - Staaten die Ausländische Firmen mit Handkuss aufnehmen und es sind nicht nur die Schweizer Firmen auch die anderen Länder verlieren Betriebe (Hörmann, Dell, HP.....).

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