Kleider, Schuhe, Kosmetik

25. Februar 2020 11:10; Akt: 25.02.2020 19:53 Print

Schweiz-Zuschlag kostet pro Person 280 Fr. im Jahr

von F. Pöschl - Die Schweiz ist eine Hochpreisinsel: Der Wirtschaft entgehen jährlich 15 Milliarden Franken. Jeder Konsument zahlt wegen Importbarrieren 280 Franken zu viel, so eine aktuelle Studie.

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Viele importierte Produkte kosten in der Schweiz deutlich mehr als im Ausland. Das zeigt eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz. Laut den Studienautoren schotten ausländische Hersteller und Händler ihre Vertriebskanäle ab und verlangen hohe Schweiz-Zuschläge.

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Die höheren Preise in der Schweiz sind ...

Dadurch entgehen der Schweizer Volkswirtschaft Milliardenbeträge, heisst es in einer Mitteilung zur Studie. Jeder Schweizer könnte pro Jahr mindestens 280 Franken sparen.

Kleider sind 20 Prozent teurer

Das grösste jährliche Sparpotenzial bei der Beschaffung im Ausland machten die Studienautoren bei der Bekleidung aus (1,86 Milliarden Franken). Wie der Preisvergleich bei verschiedenen Shops zeigte, kosten Kleider vom selben Anbieter in der Schweiz im Durchschnitt ein Fünftel mehr als in Deutschland. Bei einem Shop betrugen die Preisunterschiede sogar fast 80 Prozent.

Bei Körper- und Gesichtspflege beträgt das jährliche Sparpotential 271 Millionen Franken. Der durchschnittliche Preisunterschied zwischen Schweizer und deutschen Onlineshops für die Körper- und Gesichtspflege beläuft sich auf 57 Prozent. Je nach Marke kann der Preisunterschied aber bis auf 145 Prozent steigen.

Ebenfalls gross ist der Preisunterschied bei Sonnenschutzmitteln. Im Durchschnitt kostet Sonnencreme in der Schweiz 81 Prozent mehr als im Ausland. Die Spannweite der Preisunterschiede liegt bei 36 bis 164 Prozent. Rechnet man die Preisunterschiede hoch, so gibt sich ein jährliches Einsparpotenzial 21 Millionen Franken.

15 Milliarden Franken Verlust für die Schweizer Volkswirtschaft

Für die Studie analysierten die Autoren die Preisunterschiede zwischen der Schweiz und dem Ausland mit Fokus auf die Branchen Gesundheitswesen, Gastronomie, Forschung und Bildung, aber auch auf die Konsumgüter Mode, Kosmetika, Kontaktlinsen, Babynahrung und Windeln.

Alleine in den untersuchten Bereichen bezahlen Schweizer Nachfrager über drei Milliarden Franken zu viel. Insgesamt ist der Betrag aber deutlich höher. Der ehemalige Preisüberwacher Rudolf Strahm sagt:«Ich gehe von einem gesamtwirtschaftlichen Schaden in der Grössenordnung von 15 Milliarden Franken pro Jahr aus.»

Initiative gegen Hochpreisinsel

Betroffen von den hohen Importpreisen sind alle, ob KMU, Landwirtschaft, öffentliche Verwaltung oder Konsumenten. Die meisten Händler und Hersteller im Ausland beliefern sie nicht direkt. Sie verweigern den Direkteinkauf laut Studie etwa im Onlineshop mittels Geoblocking oder Lieferverweigerungen.

«Für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Konsumenten muss es möglich werden, im Ausland zu den dort angebotenen Marktpreisen einzukaufen und das individuelle Einsparpotenzial auszuschöpfen», fordert Studienleiter Mathias Binswanger von der Fachhochschule Nordwestschweiz. Das will auch der Verein «Stop der Hochpreisinsel – für fairere Preise», der die Studie in Auftrag gab. Am 9. März berät der Nationalrat die Fair-Preis-Initiative.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • honestopinion am 25.02.2020 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    CH-Produkte

    Das schlimmste am ganzen ist, das CH-Produkte im Ausland viel billiger sind. Auch wenn wir als Schweizer mehr verdienen, sehe ich keine Grund wieso wir als CH. Mehr bezahlen müssen, sollten wir als CH nicht davon profitieren das es bei "uns" produziert wird?

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  • the symbol am 25.02.2020 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein Witz?

    280??? wohl eher 2800 wenn wir nur von Kleider, Schuhen und Kosmetik sprechen. wenn noch andere Dinge wie KK, Essen,Mieten dazugekommen ist es dann so 28000!

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  • Sandra am 25.02.2020 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld geld geld

    Die preise gehen hoch, die löhne werden angepasst, jedoch im bereich sozialamt und IV werden renten gekürtzt, leistungen gestrichen. Die reiche Schweiz lässt ihre mitbürger ausbluten auf kosten der ärmsten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • C. Rechner am 27.02.2020 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    falsche Zahlen

    Kleider sind 20 % teuerer. Wurde da auch die Zollabgabe berücksichtigt, die der CH Staat abknöpft wenn nicht EU Ware?? wohl kaum, daher ist die Statistik ziemlich falsch.

  • Ladama Dani am 26.02.2020 21:43 Report Diesen Beitrag melden

    Hochpreisinsel

    Werde soviel im Ausland kaufen wie möglich. Habe es ausgerechnet, die hohen Preise würden sich rechtfertigen, wenn der Mindestlohn CHF 5000/Monat und alle Preise 30 % tiefer wären.

    • aslan wolf am 27.02.2020 07:09 Report Diesen Beitrag melden

      wie denn?

      Hallo Dani Wie hast du das Gerechnet? Hast du die Einstandpreise(sind geheim) mit dem Personalkostensatz(auche geheim) und dann noch mit einem ominösen Umwandlungssatz zusammen gezaubert? Das kann man schlicht nicht rechnen, knapp noch schätzen.

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  • Christian am 26.02.2020 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur weil wir

    Schweizer sind müssen wir mehr bezahlen. Das ist doch eine Form von Rassismus?

  • Nico Perello am 26.02.2020 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    CH wollen 5li und sweggli

    280 pro jahr ist doch ein klaks, finde ich absolut in ordnung. und wer an deren stelle wäre würde doch genau so handeln oder wie ich mich und meine schweizer kollegen kenne, noch mehr draufpacken.

  • Markus am 26.02.2020 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armselig

    Diesen Einkaufstouristen sollte man auch nur einen deutschen Lohn auszahlen. Ihr SK seid dann die ersten, die sich beklagen, wenn Schweizer Geschäfte Mitarbeiter entlassen. Hoffentlich seid ihr auch mal dran: Stelle einen billigen Deutschen ein!

    • Hmmm am 26.02.2020 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Markus

      Ich bin der billige deutsche, Mechaniker 44 j und habe mit 2 Schichten 7350,-

    • Markus am 26.02.2020 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hmmm

      Was heisst 2 Schichten? Arbeitszeit?

    • Hmmm am 26.02.2020 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Markus

      8h täglich, 05:40- 14:10 14:00- 22:30 -27 Tage Urlaub, je nach Alter -13 Löhne -Bonus im Schnitt 5 Prozent des Jahreseinkommens. -Reka

    • Marion am 26.02.2020 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Markus

      Das Märchen mit den Billiglöhnern hält sich gut.

    • Werni am 27.02.2020 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marion, ja, logisch

      Das ist schliesslich die Rechtfertigung der eigenen Unfähigkeit.

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