Kampf gegen Milben

10. April 2018 09:21; Akt: 10.04.2018 10:33 Print

Schweizer wollen Bienen vor dem Aussterben retten

von R. Knecht - Ein Start-up aus Winterthur will eine Lösung fürs Bienensterben gefunden haben. Nun sucht die Firma Unterstützung bei der Bevölkerung.

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«Save the Bees» heisst die Kampagne, die Pascal Brunner mit seinem Vater Willi auf Wemakeit.com gestartet hat. Die beiden Winterthurer haben das Start-up Vatorex gegründet und sammeln nun auf der Crowdfunding-Plattform Geld, um ihre Technologie zur Bekämpfung von Bienen-Parasiten zu verbessern. Das Ziel: Die Technologie soll für Imker attraktiver werden. Als Anreiz für Spenden bietet Vatorex etwa Honig, T-Shirts oder ein Grillfest.

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Willi Brunner ist selbst Imker und der Erfinder eines Systems, das Bienen vor der Varroamilbe schützen soll. Dieser Parasit sei der Hauptgrund, warum Bienen vom Aussterben bedroht seien, schreibt das Start-up in einer Mitteilung. Die Milbe befällt die Brut der Bienen, saugt Larven aus und überträgt schädliche Viren auf die Tiere – ganze Kolonien würden deswegen innert weniger Jahre aussterben.

Milben werden totgeheizt

Das System von Vatorex basiert auf Wärmebehandlung: Ein in die Bienenwaben eingebauter Heizdraht erhöht die Temperatur des Bienenstocks auf 41 Grad. Bei dieser Temperatur sterben die Varroamilben, ohne dass die Bienen Schaden nehmen, wie es auf Wemakeit.com heisst.

Zwar gibt es gegen die Milbe bereits eine andere Bekämpfungsmethode, doch habe diese zwei grosse Nachteile, wie Vatorex schreibt. Die Bienenvölker wurden bisher mit Säuren behandelt, die laut den Brunners einerseits auch den Bienen schaden können und im schlimmsten Fall sogar zum Verenden der Bienen führen könne. Andererseits könne die Methode bei falscher Anwendung den Honig mit Rückständen der Chemikalien verunreinigen.

1000 Kunden gesucht

Das Start-up Vatorex gibt es seit drei Jahren. In dieser Zeit konnte das Unternehmen in der Schweiz rund 60 Kunden gewinnen. Diesen Kreis möchte Pascal Brunner jetzt ausweiten. «In der Schweiz sind 600 bis 1000 Kunden realistisch», sagt der ETH-Abgänger zu 20 Minuten.

Seit der Lancierung am Samstag sind mit der Kampagne bereits über 9000 Franken zusammengekommen. Das ist rund ein Fünftel des Zielbetrags – anvisiert werden total 50'000 Franken. «Dass wir schon so viel Geld sammeln konnten, zeigt, dass die Schweizer Bevölkerung sich der wichtigen Rolle der Bienen bewusst ist und sich dafür einsetzt, dass man in der Natur nicht mit Chemikalien und Giften hantieren muss», so Pascal Brunner. Sein Vater und er haben noch 46 Tage Zeit, bis die Kampagne zu Ende ist.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefano M am 10.04.2018 09:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bienensterben

    super sache. Endlich jemand der etwas für unsere Bienen macht!! Weiter so.

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  • Robert am 10.04.2018 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das?

    Warum habt ihr keinen Link zu der Crownfunding Kampagne platziert?

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  • Simi am 10.04.2018 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Übetrieben

    Ob die Milbe nun wirklich der Hauptgrund für das Bienensterben ist, ist umstritten. Wenn man die zurückgehenden Insektenpopulationen als ganzes betrachtet, ist wohl eher unsere exzessive Anwendung von Pestiziden dafür verantwortlich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandro High am 11.04.2018 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da wäre aber doch noch was

    Und was ist mit dem Gift aus der Landwirtschaft oder Handyantennen?

  • Alex am 11.04.2018 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Allergisch auf Bienen

    lasst die Fichern Austerben ,ich bin allergisch und muß meine spritze immer dabei haben habe richtig Angst von den Fichern

    • jasmin am 11.04.2018 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alex

      ja dann würden wir auch aussterben! Schonmal dran gedacht?

    • FluffyUnicorn am 11.04.2018 10:14 Report Diesen Beitrag melden

      Dödel

      Äähm, hast du überhaupt eine Ahnung, was du da für einen Stuss rauslässt und was es für die Menschheit heisst, wenn alle Bienen ausgestorben sind?! Extrem viele Nahrungsmittel gäbe es ohne die Bienen nicht mehr! Also bitte zuerst etwas mehr informieren!

    • lexy am 11.04.2018 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alex

      Würde ja sagen gehen sie in Therapie. Bin ja auch Allergiesch auf Wespen aber heule deshalb nicht gleich los.

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  • Klepto am 11.04.2018 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Kann doch nicht die Hauptursache sein...

    Nicht nur Bienen sterben, sondern alle Insekten. Die Milbe hätte man sofort als Grund identifiziert, wenn sie der Grund wäre. Das Liegt eher an der steigenden Umweltverschmutzung und gegen die unternimmt man kaum was.

    • marko 33 am 11.04.2018 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klepto

      Krass

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  • Imker am 11.04.2018 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider Humbug

    Wenn die Idee was taugen würde, was leider nicht der fall ist, dann wäre dies vom VDRB ( Verein Deutscher Reteromanischer Bienenfreunde) gefördert worden. Ist aber nicht so. Also Finger weg. Jeder vernünftige ernstzunehmender Imker dem was an seinen Surris liegt ist da dabei, weil sie den Imker mit Fachleuten ( bei Seuchen oder anderen problemen) unterstützen. Pflanzt diesen Frühling Bieneblumen. Schönen Tag uns allen!

    • Imker am 11.04.2018 09:25 Report Diesen Beitrag melden

      Humbug

      Das System ist wissenschaftlich geprüft. Ich arbeite mittels Wärmebehandlung seit bald zwei Jahren und meinen Bienenvölker geht es so gut wie noch nie zuvor. Das sagt alles. Danke vatorex für euren Einsatz! Viele Imker haben leider Angst vor neuen Methoden...

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  • Biene Maya am 11.04.2018 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Pestizide und Milben

    Für den Tod der meisten Bienen im Sommer sind die tonnenweise auf die Felder gesprühten Pestizide. Die Milben kommen dann im Winter zum Zug im Bienenhaus. Sicher ist, dass die Pestizide die Bienen ausrotten werden mit den Insekten zusammen .... !