6 Fragen, 6 Antworten

20. September 2016 11:57; Akt: 20.09.2016 11:57 Print

Wird Blockchain die Banken wegfegen?

von K. Wolfensberger - Die Blockchain-Technologie könnte die Wirtschaft umkrempeln. Worum handelt es sich genau? Was ist dran an dem Hype?

Fintech-Investor Marc P. Bernegger im Interview mit 20 Minuten. Thema: Potenzial der Blockchain-Technologie. (Video: Kaspar Wolfensberger)
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So wie das Internet die Kommunikation verändert hat, so soll sie dereinst sämtliche Transaktionen zwischen Menschen umwälzen: die Blockchain. Bisher war sie primär als Technologie hinter der Cyber-Währung Bitcoin bekannt. Nun sprechen Experten von einer möglichen Erschütterung der Finanzbranche in ihren Grundfesten und der kompletten Demokratisierung aller Handelswege. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

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Was ist die Blockchain-Technologie?
Blockchain bezeichnet eine dezentral organisierte Kette von Daten, die die Informationen zu sämtlichen Transaktionen enthält, die je zwischen den Computern eines Netzwerks getätigt wurden. Alle Teilnehmer verfügen über dieselben Informationen, die nicht manipuliert werden können, solange niemand die Mehrheit der Rechenleistung besitzt. Durch diese Funktionsweise werden Mittelsmänner theoretisch komplett überflüssig. Handel ist auf transparente Art und Weise direkt zwischen den Teilnehmern möglich.

Welches Potenzial bietet Blockchain?
Gewisse Befürworter der Technologie wollen mit ihrer Hilfe alle Intermediäre des Wirtschaftssystems abschaffen. Laut der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» würde dies das Ende von Banken, Börsen, Kreditkarteninstituten, Beratern oder Wirtschaftsprüfern bedeuten. Die Blockchain könnte somit – zumindest in der Theorie – klassische Konzerne, aber auch Plattformen wie Uber oder Airbnb obsolet machen.

Wieso kommt die Technologie noch nicht häufiger zum Einsatz?
Blockchain gibt es erst seit wenigen Jahren. Fintech-Investor Marc P. Bernegger sagt zu 20 Minuten: «Bis eine Technologie umfassend Erfolg hat, dauert es oft eine Weile, wie man auch beim Internet gesehen hat.» Die Entwicklung der Blockchain stünde noch ganz am Anfang, doch im Hintergrund werde an vielen Einsatzmöglichkeiten gearbeitet, die in den nächsten Jahren für bedeutende Veränderungen sorgen könnten, so Bernegger.

Welche Blockchain-Firmen gibt es in der Schweiz?
Die Schweiz ist ein wichtiger Blockchain-Standort für Kryptowährungen. Christian Decker, der an der ETH Zürich forscht, nannte dazu gegenüber 20 Minuten drei Gründe: «Erstens ist in Zürich ein grosses technisches Know-how und Interesse in diesem Bereich vorhanden.» Zweitens seien die rechtlichen Regulierungen von Kryptowährungen in der Schweiz sehr liberal – im Gegensatz zu anderen Ländern. «Und drittens ist die Schweiz auch steuerlich sehr attraktiv», so Decker. In Baar ist mit Ethereum eines der ambitioniertesten Projekte ansässig: Die vom 21-jährigen Russen Vitalik Buterin gegründete Firma will eine Plattform zur Verfügung stellen, in der alle möglichen Arten von Applikationen ohne zentralen Speicherplatz ausgeführt werden können. Bekannte Schweizer Blockchain-Firmen sind ausserdem Monetas, Xapo oder die Bitcoin Suisse AG.

Wird die Blockchain-Technologie den Finanzplatz oder grosse Konzerne in Bedrängnis bringen?
Innovationen bedeuten für bestehende Wertschöpfungsketten immer eine Veränderung. Blockchain könnte auf dem Schweizer Finanzplatz tatsächlich für Umwälzungen sorgen. «Die Herausforderung für Schweizer Banken und Unternehmen wird sein, auf diese Veränderungen einzugehen und sie sinnvoll zu integrieren», erklärt Marc P. Bernegger. Wichtig sei also: Keine Abwehrhaltung einnehmen, sondern die positiven Möglichkeiten, die Blockchain bietet, integrieren.

Was sind die Gefahren der Blockchain?
Zumindest beim Beispiel Bitcoin gilt: Durch die Anonymität steigt auch die Attraktivität der Cyberwährung für Kriminelle. Da die Einrichtung eines Kontos einfach ist, kann es für Delikte wie Steuerflucht oder Geldwäsche missbraucht werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Binärdenker am 20.09.2016 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Das reicht, sich eine Meinung zu bilden

    Ich zitiere: "Informationen, die nicht manipuliert werden können, solange niemand die Mehrheit der Rechenleistung besitzt." - Also manipulierbar!

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  • Germane am 20.09.2016 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    und bei Stromausfall

    kannste nicht mal einen Kaffee kaufen

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  • Chrisi am 20.09.2016 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Blockadepolitik

    Die Politik weiss positive Entwicklungen zu blockieren, wenn es nicht im Sinne der Elite ist. Blockchain wird sich eher nicht durchsetzen. Genau aus dem Grund.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ronja am 21.09.2016 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Altes Thema neues Wort

    Blockchain. Schönes neues Wort. in Deutsch: "blockierte Kette". Schöner alter Brauch seit dem Internet 2.0 (1.5). Ein simples Beispiel: Wenn ich auf der Site x, einen Artikel x bestelle, bin ich x schuldig. Damit habe ich bereits einen "Blockchain" eingegeben. Um diesen Blockchain nun zu lösen, muss ich die "Rechnung" begleichen. Dazu kann aber nun auch bezahlt werden, ohne (noch) ein Bankkonto zu besitzen. Mann / Frau hat zwar ein Konto, nur ohne Bank, (rein) virtuell;-) Anonym ist man jedoch nicht immer, das Wissen wir seit den Aufklärungen durch Hr. Snowden.

  • Dani am 21.09.2016 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbereitung zum Abschaffen des Bargeldes

    Merkt ihr was? Den Leuten soll langsam "neueBargeldlose Zahlungssysteme" schmackhaft gemacht werden. Entsprechend vom Staat kontrollierbar: "Mehrheit der Rechenleistung". Na WER hat die wohl, kaum mein PC zuhause....

  • Sonnenschein am 21.09.2016 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Rechner

    Lustig wird es dann, wenn viele Rechner mit einer Maleware infisziert sind, welche dann auf einmal los geht und Runtime-Errors in der Chain macht. Wenn dass dann bei mehr als 50% passiert, naja dann hat man plötzlich mehr oder weniger Geld auf dem Konto xD

  • San am 21.09.2016 08:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fort-Schritt

    Es ist nicht die Frage ob Bitcoint und Blockchain etc unser Geselltschaft verändern, sondern wann. Vieleicht wird diese Entwicklung unser Kinder treffen. Wäre gut wenn wir sie darauf vorbereiten.

  • Bitcoin Spezialist am 21.09.2016 01:40 Report Diesen Beitrag melden

    Um mal ein paar Mythen zu beseitigen

    - Bitcoin ist sicher; Die Rechenleistung des Netzwerks ist mit 1.3 Exahash so hoch, dass nicht einmal alle Supercomputer der Welt zusammen die Blockchain zerstören könnten - bei Stromausfall hat ein Smartphone immer noch eine Batterie und die ISPs ein Notstromaggregat - Bitcoin ist nicht Anonym sondern Sudonym; alle Transaktionen stehen in der Blockchain und können nachvollzogen werden; lediglich eine Verbindung zwischen Account und Person muss irgendwann hergestellt werden @Binärdenker Wenn man nur binär denkt, kann nicht viel dabei herauskommen