US-Steuerstreit

16. Mai 2014 12:27; Akt: 16.05.2014 12:39 Print

Wird CS-Chef Dougan auch diese Krise überstehen?

Der Steuerstreit mit den USA setzt den Konzernchef der Credit Suisse, Brady Dougan, immer mehr unter Druck. Jedoch hat der 54-Jährige schon mehr als eine Krise überstanden.

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Brady W. Dougan , CEO Credit Suisse, an der ordentlichen Generalversammlung der Credit Suisse im Hallenstadion in Zürich. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Mit der sich abzeichnenden Milliardenbusse für die Credit Suisse im Steuerstreit mit den USA gerät Konzernchef Brady Dougan unter Druck. Allerdings hat der 54-jährige Amerikaner an der Spitze der zweitgrössten Schweizer Bank seit 2007 schon mehr als eine Krise überstanden.

Dougan hat 2007 die Linie seines Vorgängers Oswald Grübel fortgeführt, der wie er Investmentbanker war. Während sich andere globale Grossbanken tief im Sumpf bald illiquider amerikanischer Hypothekenpapiere verfingen, blieb die CS relativ unbeschädigt von der Subprime-Krise, die kurz nach Dougans Antritt losbrach.

Status eines Vorbild-Managers

Der CS-Chef bekam gewissermassen den Status eines Vorbildmanagers, nachdem die Konkurrentin UBS im Oktober beim Bund und bei der Nationalbank um Hilfe hatte bitten müssen. Die CS erholte sich rasch: 2008 machte sie zwar 8,2 Mrd. Fr. Verlust, 2009 hingegen erreichte sie schon wieder 6,7 Mrd. Fr. Gewinn.

Der UBS standen nicht nur jahrelange Milliardenverluste ins Haus, sondern auch die Busse von 780 Mio. Dollar 2009 wegen deren Verstrickung in die Steuerhinterziehung in den USA. Später hat die Bank aber eine harte Restrukturierung in Angriff genommen, die Investmentbank verkleinert und sich auf die Vermögensverwaltung konzentriert.

Investmentbank belastet

Der seit 1990 für die CS arbeitende Brady Dougan musste nicht wie eine Reihe anderer Konzernchefs von globalen Grossbanken zurücktreten. In den vergangenen Jahren gab es aber immer wieder Kritik an ihm. So wurde Dougan zum Vorwurf gemacht, er halte zu stark an der 'integrierten Bank' fest, also einer Bankengruppe mit starkem Investmentarm.

Die Investmentbank drückt denn auch die Resultate der CS. Dies wirkte sich auch negativ auf den Börsenkurs aus und brachte einige der Investoren damit in Aufruhr. Doch Dougan überstand diesen Sturm und auch den nächsten.

Neue Gerüchte über Abgang

Ein Rücktitt Dougans schien vor zwei Jahren kurz bevorzustehen, nachdem die Nationalbank der CS eine Ohrfeige verpasst hatte, weil die Bank ihre Kapitalbasis nicht schnell genug ausweitete. Dazu war die Bankenbranche von den Regulatoren nach der Finanzkrise verdonnert worden.

Fehlalarm auch damals. Nun nährt die Vorstellung, dass die CS den US-Behörden wegen ihrer Steuersünder-Kunden vielleicht 2 Mrd. Dollar Strafe zahlen muss, neue Gerüchte über einen Abgang Dougans. Der CS-Lenker würde dabei auch für Vorgänge geradestehen, die sich vor seinem Einzug ins Chefbüro ereignet hatten.

Kritik von Politikern

Im Februar sagte Dougan vor einem Ausschuss des amerikanischen Senats in Washington aus. Er gab Fehlverhalten der Bank zu, doch nach seiner Aussage, die Vergehen seien von einer kleinen Gruppe von Privatbankern in der Schweiz ausgegangen, löste er Kontroversen aus.

Der politische Druck wächst, auch wenn dieser allein einen Konzernchef wohl noch nicht zum Rücktritt zu zwingen vermag. SP-Chef Christian Levrat etwa verlangte erst am vergangenen Sonntag nicht nur den Abgang Dougans, sondern auch jenen von Verwaltungsratspräsident Urs Rohner und von Chefjurist Romeo Cerutti.

Es äusserten sich teils dieselben Kritiker, die immer wieder den Lohn der CS-Chefs ins Visier genommen hatten. Dougan hatte 2010 einen Sonderbonus von 71 Mio. Fr. eingestrichen. Vor einer Woche aber waren Interessengruppen von CS-Aktionären einmal mehr gescheitert mit der Forderung, an der Generalversammlung den Vergütungsbericht der Bank zurückzuweisen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R Wetter am 16.05.2014 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    überfällig

    Für mich ist Dougan überfällig, der hat den Schuss nicht gehört. Man sollte die Selbstbediener der Führungscrew austauschen

  • Samuel Koch am 16.05.2014 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    CEO in der CH ist voll easy

    CEO sein in der Schweiz ist der einfachste Job der Welt. entlassungen aussprechen, Boni garnieren, um die Welt jetten, Sekretärin die alles erledigt und zu guter letzt wenn der Arsch auf Grundeis geht "hat man von all dem nichts gewusst" und opfert einen kleinen Manager. Also ich kenne pesönlich wenige die dieses Arbeitspensum nicht erledigen könnten.

    einklappen einklappen
  • Ex CS'ler am 16.05.2014 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnungslos

    Wie amerikanische Insider wissen, erkauft sich Brady volle persönliche Immunität, indem er der sehr hohen Busse zustimmt, und viele CS'ler ans "Messer" liefert. Über all die Jahre war er der grösste Egoist, und er wird es leider auch weiterhin bleiben, schade, dass U.R nichts dagegen unternimmt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • kein CS Kund am 18.05.2014 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tschüss Dougan

    Tschüss Dougan, geh zurück nach USA und leite eine amerikanische Bank und treib diese in den Ruin...

  • André Lagler am 18.05.2014 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Purer Neid

    Also ich finde die Kommentare hier ziemlich daneben, alles Neider, die uns die hohen Boni für unsere Topleistung jeden Tag nicht gönnen. Die sollen selbst mal so hart arbeiten wie wir bei der CS!

  • Max Müller am 17.05.2014 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Mitgehangen....

    Ein Schuldeingeständnis an die USA wird der Parameter sein. Die USA möchten Dougan und Rohner ersetzt sehen, denn sie waren wissentlich Beteiligt und daher fordert man auch den Rücktritt der Beiden Zocker.

  • stump am 16.05.2014 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    problem cs 

    das problem cs heisst urs rohner, ihn sollte man entlassen.

  • P.McNamee am 16.05.2014 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Tabularasa

    Dougan sofort auf die Strasse stellen , stillschweigend die Busse bezahlen und sämtliche Ami-Niederlassungen schliessen und auch die US-MA an die Luft setzen. Das wäre die Einzige Sparche die die Amis verstehen ..