Zusätzliche Regulierung

07. April 2014 18:36; Akt: 07.04.2014 18:36 Print

Wird das Eigenheim zu teuer für den Mittelstand?

von D. Vollenweider - Wohnungs- und Hauskäufer müssen für ihre Hypothek vielleicht bald doppelt so viel bezahlen. Das würde vor allem den Schweizer Mittelstand schwer treffen.

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Neue Regelung der Finma: Wohnungs- und Hauseigentümern drohen massiv höhere Zinsen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Die Eidgenössische Finanzaufsicht Finma will durchsetzen, dass Hypotheken künftig schneller zurückbezahlt werden. Der Massnahmenplan sieht wie folgt aus: Während Tiefzinsphasen sollen Hypothekarnehmer nicht mehr nur den normalen Zins auf ihre Hypothek bezahlen, sondern jenen, mit dem die Banken in ihren Sicherheitsmodellen rechnen. Dieser liegt derzeit bei etwa fünf Prozent. Betroffene müssten also künftig mindestens doppelt so viel bezahlen wie bisher. Die Differenz zum Marktzins würde zur Rückzahlung der Hypothek verwendet werden. Vorerst sollen jene Haus- oder Wohnungskäufer von der neuen Regelung betroffen sein, deren Belehnung über 67 Prozent liegt, berichtet der «SonntagsBlick».

Die Finma bestätigt gegenüber 20 Minuten, dass man zusammen mit der Schweizer Nationalbank und dem Finanzdepartement zusätzliche Regelungen auf der Nachfrageseite – also bei privaten Haus- und Wohnungskäufern – diskutiert hat. Wie genau diese Massnahmen aussehen, will die Finma jedoch nicht kommunizieren. So viel ist aber klar: Erste Gespräche mit der Schweizerischen Bankiervereinigung sind gescheitert. Die Bankenwelt erachtet die bestehenden Regelungen als ausreichend. «Die Branche wehrt sich gegen eine nochmalige Verschärfung der Selbstregulierung», sagt Sprecherin Sindy Schmiegel. Die Finma lässt sich davon nicht abhalten und hält zusätzliche Regeln weiterhin für notwendig: Die involvierten Behörden prüfen derzeit, ob und welche zusätzliche Massnahmen erforderlich seien, lässt sie verlauten. Die Finma hat die Möglichkeit, zusammen mit dem Bund verbindliche Massnahmen einzuführen, auch wenn sich die Branche gegen weitere Regulierungen sträubt.

Konsequenzen für den Mittelstand

Bei Akteuren der Immobilienbranche stösst das Massnahmenpaket ebenfalls auf wenig Verständnis. «Man nimmt den jungen Leuten die Chance, ein Eigenheim zu besitzen», sagt Immobilienunternehmer Hermann A. Beyeler. Denn verdoppeln sich die Kosten für eine Hypothek, wäre die Hürde gemäss Beyeler schlicht zu gross. Sollte die Finma-Regelungen durchgesetzt werden, würde das laut Beyeler nicht nur den Mittelstand schwer treffen, sondern auch die Bauindustrie. Und er geht sogar noch weiter: «Würde diese Regelung tatsächlich eingeführt, wird die Immobilienblase zur Realität», sagt der Grossimmobilienbesitzer aus Luzern und fügt an: «Es kommt mir so vor, als würde die Finma, die vor einer Blase gewarnt hat, es auf Teufel komm raus so steuern, dass sie recht bekommt.»

Kritischer Zeitpunkt

Da die Märkte bereits von abflachenden Preisen geprägt und von neuen Regulierungen wie die Kontingentierung der Einwanderung betroffen sein werden, hält Patrick Schnorf, Immobilien-Experte von Wüest & Partner, den Zeitpunkt der diskutierten Massnahme für kritisch. «Im ungünstigsten Fall könnten mehrere bremsende Faktoren einen Cocktail ergeben, der eine negative Spirale bei den Immobilienpreisen auslösen könnte», sagt er. «Die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen würden schweizweit sinken.» Und das wiederum hätte schlimme Auswirkungen für die Immobilien- und Baubranche.

Mieten würden steigen

Mittelfristig hätte die zusätzliche Regulierung auch Auswirkungen auf die Mieten. «Für Vermieter würden die Hypothekarkosten ebenfalls steigen. Diese könnten sie auf die Mieter überwälzen», sagt Michael Landolt, Ökonom beim Hauseigentümerverband Schweiz. Denn der Mietpreis einer Immobilie kann dem Referenzzinssatz angepasst werden, und dieser wiederum ist abhängig vom durchschnittlichen Hypothekarzins. Der Anstieg der Mieten dürfte jedoch nur langsam passieren.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ernst Witzig am 07.04.2014 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz gehört den Banken

    Warum müssen wir den den Eigenmietwert versteuern? Damit wir unsere Immobilien nicht abbezahlen und die Banken mit verdienen können. Ist ja eindeutig auf wessen Seite der Staat steht. Die Menschen sind ihm egal.

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  • Stefan am 07.04.2014 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst Eigenmietwert weg!

    Man würde besser einmal den idiotischen Eigenmietwert abschaffen, dann wären mehr motiviert die Hypothek abzubezahlen. Ich hab bei meinem Haus nur 40% Belehnt und zahl mich mit den Steuern dumm und dämlich.

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  • Thomson am 07.04.2014 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    zum Glück....

    reguliere ich mein Geld selbst...immer noch das beste...und bis 65ig so viel auf der Seite haben das man der Schweiz den Rücken kehren kann....hier stossen sich immer die gleichen gesund....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cellius am 08.04.2014 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Mittelstand abwürgen oder was?

    Na bravo, sukzessive den Mittelstand abwürgen, könnte man das auch nennen. Man vergisst wohl dass die Hauptsteuereinnahmen eben von diesem kommen. Eigenmietwertbesteuerung will man aber trotzdem beibehalten - das nennt sich "den Bazen und das Weggli wollen" Zuguterletzt wird dann auch noch zugeschaut wie immer mehr Luxusbauten aus dem Boden gestampft werden welche niemand bezahlen kann. Bsp. bei uns im Dorf Zeiningen, wo ein absolut hässlicher Bonzenklotz mitten in den Hang gestellt wurde (pro Wg 1.2 Mio!!!) und nun seit 2 Jahren leer steht. Super Raumplanung und nix für den Mittelstand.

  • chantall jj am 08.04.2014 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wundere mich

    ich bin echt mancnmal schokiert uber die hohen mietpreisen fur wohnungen fur dunkle 4.5zimmerwh 2000 fr fur 1.5zimmerwh 1200 geht noch??? wer soll sich diese mieten noch leisten können??

  • Sarah am 08.04.2014 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenheim in der CH

    Hat man ein Einkommen pro Monat, höher als 10000.- dann ist es möglich, sonst unmöglich.

  • Johann am 08.04.2014 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    was heisst da wird?

    Ein Haus kann sich kaum noch jemand mit ehrlicher arbeit abverdienen! Vielleicht eine 2 1/2 Zi Wohnung, aber kein Haus, das ist schon lange zu teuer. Früher konnte sogar nur einer Arbeiten gehen und hatte trotzdem die Chance ein Haus zusammenzusparen. Das wurde unmöglich.

    • Susanne am 08.04.2014 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht:

      Heute gibt's mehr Eigentümer als vor 20 Jahren prozentual zu den Mietern!

    • Rico Schmied am 08.04.2014 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kleines Detail

      Sie meinen "HOCHVERSCHULDETE" Eigentümer...

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  • Apolith am 08.04.2014 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ziel bald erreicht:kein Mittelstand mehr

    Wenn es um Häuser geht, bin ich einvertanden. Aber wenn es um Wohnungen geht, die irgendwo in einem Stockwerk eines 25stöckigen Hochhauses sich befinden, dann geht das nicht. Es soll endlich mal richtig in die Höhe gebaut werden. Aber eben, dass man Bürgern die "Sicherheit" eines Wohneigentums gibt, liegt in der Abzockerpolitik, die den Mittelstand abschaffen will, oder nicht rafft, dass der Mittelstand durch Sozialprogramme kaputt geht, nicht drin.