Übernahme

05. Januar 2016 08:21; Akt: 05.01.2016 10:59 Print

Wird der Rest von Kuoni schwedisch?

Werden nach den Reisebüros auch die verbliebenen Sparten von Kuoni verkauft? Nachdem der Konzern Verhandlungen bestätigte, stieg der Aktienkurs.

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Das Logo des Reisekonzerns Kuoni am Hauptsitz in Zürich. (6.11.2015) (Bild: Keystone/Petra Orosz)

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Der Reisekonzern Kuoni steht im Visier von möglichen Käufern. Die Gruppe bestätigte entsprechende Medienberichte. Es sei zu ersten Kontaktaufnahmen von Drittparteien gekommen. Bei den Gesprächen gehe es um ein mögliches Kaufangebot für die Kuoni Group und deren Geschäftsfelder, teilte der einstige Reiseanbieter mit.

Die Verhandlungen befänden sich noch im Anfangsstadium und es gebe derzeit keine Gewissheit, dass ein Angebot tatsächlich unterbreitet werde. Der Verwaltungsrat prüfe den Sachverhalt und ziehe auch alle anderen strategischen Möglichkeiten in Betracht. Weitere Informationen seien zurzeit nicht erhältlich.

Am Vorabend hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass Kuoni ins Blickfeld der schwedischen Beteiligungsfirma EQT Partners AB geraten sei. Auch weitere Beteiligungsfirmen hätten ihr Interesse bekundet.

Kuoni Aktie legt zu

Die im November angekündigten Massnahmen zur beschleunigten Umsetzung der Strategie seien unverändert und die Konzernleitung habe den Auftrag, das operative Geschäft in allen Divisionen weiterzuentwickeln, hiess es weiter im Communiqué. Seit den Aufspaltungs- bzw. Verkaufsgerüchten Mitte Dezember 2015 hat die Kuoni-Aktie rund 25 Prozent zugelegt. Wichtigster Werttreiber bei Kuoni ist laut einer Analysteneinschätzung der Zürcher Kantonalbank der Visadienstleister VFS Global.

Nach der Bestätigung von Kuoni steig die Aktie um rund 3 Prozent auf 298 Franken. «Die Gerüchte dürften den Aktienkurs weiter beflügeln», so die ZKB. In einer Bewertung kommt die Bank auf einen möglichen Kaufpreis von 335 Franken je Kuoni-Aktie.

Radikaler Umbau

Kuoni hat sich selbst radikal umgebaut. Das gesamte Geschäft mit der Organisation und und dem Vertrieb von Reisen für Privatpersonen wurde oder wird verkauft. Das europäische Reiseveranstaltergeschäft ging an den deutschen Rewe-Konzern. Zwei der drei verbliebenen Sparten verkaufen Reisekomponenten an andere Reisefirmen, die dritte bearbeitet im Auftrag von Regierungen Visa-Anträge. Im Zuge des Konzernumbaus wurde auch die Konzernspitze ausgetauscht.

Gerüchte, dass Beteiligungsfirmen an Kuoni interessiert sein könnten, kursieren seit einigen Wochen. Gemäss jüngsten Presseberichten hat Kuoni die US-Investmentbank Morgan Stanley sowie die Credit Suisse mit der Suche nach verschiedenen Optionen für die drei verbliebenen Sparten beauftragt.

(ij/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniela am 05.01.2016 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Unfähiges Management

    Es ist tragisch, dass das Management des Unternehmens nicht in der Lage ist eine eigenständige Strategie zu entwickeln. Einfach verkaufen ist natürlich die einfache Lösung, da muss man sich nicht selber etwas einfallen lassen. Es gibt im Reisemarkt viele Wege um erfolgreich zu sein, es ist schliesslich ein wachsender Markt in dem neue Absatzkanäle und Produkte gewünscht sind. Aber dazu hat man viel zu lange aufs falsche Management gesetzt und nun kommt halt die Quittung.

  • Simon am 05.01.2016 10:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Goldene Kalb wird Realität

    Ach ja, verscherbelt doch alle guten Schweizer Firmen ins Ausland, nur noch Geld zählt, Arbeit und Stolz und Freude daran ist Nebensache, wir leben dann von Luft und Liebe.

  • Barbara am 05.01.2016 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Entwicklung

    Sehr tragisch immer mehr Schweizer Traditionsfirmen werden ins Ausland verkauft.Viele Unternehmen sind auch nicht bereit Ihre Firma an Schweizer zu verkaufen aus Angst diese hätten mehr Erfolg als Sie oder es finanziell zu wenig lukrativ ist.Traurig steht Kapitalismus wieder einmal vor Kulturgut und Nachhaltigkeit und den wirklich bedeutenden und wichtigen Dingen für ein Land wie die Schweiz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • insider am 05.01.2016 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    wenn jahrelang alles durch Missmanagement, Unfähigkeit und Inkompetenz zu Boden gefahren wird, bleibt letztlich nichts anderes mehr übrig. Das ist hier ganz eindeutig der Fall. Danke Herr Karrer und Co.

  • webbly am 05.01.2016 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neuer Name

    IKEAUONI

  • markus am 05.01.2016 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Ich wohne nur noch hier und lebe von den Anderen. Gehe ins Ausland einkaufen und mache billig Ferien auf Krankenkasse.

  • Faktor am 05.01.2016 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Höchste zeit

    dass wieder eine Schweizerfirma verschwindet. Unsere Pseudopolitiker setzen ja alles daran, dass die Firmen verschwinden bzw. nicht mehr Schweizerisch sind.

    • Beobachter am 05.01.2016 16:19 Report Diesen Beitrag melden

      Verlustfirma seit Jahren

      Kuoni hat jahrelang die Öffentlichkeit geblendet mit Zahlen. In Wahrheit war der Konzern schwer angeschlagen und verschuldet, mit jährlichem Millionenverlust.Ich finde kein Probelem. Die Geldvernichtungsmaschine stoppen und zerschlagen... und verkaufen was noch geht.

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  • Woody am 05.01.2016 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausverkauf

    Ausverkauf der Schweizer Industrie ... gibt es eigentlich noch echte Schweizer Unternehmen (neben Swatch, Roche, Novartis) die nicht am Ausverkauf teilnehmen? Aber zum Schluss sind die Schweizer selber schuld ... Keine Innovation, kein Einsatz, keine Power, kein globales Denken ... dann geht's eben nur bergab