CEO-Nachfolge offen

18. Februar 2020 08:21; Akt: 18.02.2020 08:21 Print

Diese Topshots könnten UBS-Chef Ermotti beerben

von F. Pöschl - UBS-CEO Sergio Ermotti könnte die Grossbank noch dieses Jahr verlassen. 20 Minuten stellt die Topkader vor, die als Ersatz bereit stehen.

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Nach neun Jahren an der Spitze der Schweizer Grossbank UBS könnte CEO Sergio Ermotti noch dieses Jahr zurücktreten. Laut Bloomberg informierte der Tessiner Mitarbeiter über seinen Rücktritt. Die Bank sei auf der Suche nach Ersatz.

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Die UBS kommentierte den Bericht wie üblich nicht. UBS-Präsident Axel Weber sagte aber bereits vor einem Jahr in einem Interview, dass sich die Bank in einer frühen Phase der Nachfolgediskussion für Ermotti befinde. Falls keine externe Lösung in Frage kommt, finden sich auch im Topkader der UBS einige mögliche Nachfolgekandidaten. 20 Minuten stellt sie vor.

Sabine Keller-Busse

Werdegang: Die 54-jährige deutsch-schweizerische Doppelbürgerin gilt als mächtigste Bankerin der Schweiz. Sie leitet seit zwei Jahren als COO das operative Geschäft der UBS und ist Präsidentin der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika. Zuvor war die HSG-Absolventin Personalchefin der UBS. Sie arbeitete auch bei McKinsey und bei der Credit Suisse.

Pro und Kontra: Keller-Busse führt die zentralen Bereiche der UBS mit über 30'000 Mitarbeitern und sitzt seit 2016 in der Konzernleitung. Die Wahl von Keller-Busse wäre insofern überraschend, weil sie zuvor nie eine Sparte der Bank leitete, die operationell tätig war.

Chancen: mässig. Keller-Busse gilt in vielen Medien als Favoritin für die Ermotti-Nachfolge. Gegen sie spricht, dass sie bislang fast nur im Backoffice tätig war, wie Martin Janssen, Unternehmer und emeritierter Finanzprofessor der Universität Zürich, zu 20 Minuten sagt.

Iqbal Khan

Werdegang: Der 43-jährige Schweizer mit pakistanischen Wurzeln ist seit Oktober Co-Leiter der globalen Vermögensverwaltung der UBS. Der gelernte Buchprüfer galt als aufsteigender Stern bei der Credit Suisse (CS). Seinem Wechsel zur UBS im vergangenen Herbst ging eine Bespitzelungsaffäre voraus, die zum Sturz von CS-Chef Tidjane Thiam führte.

Pro und Kontra: Khan gilt als ehrgeizig und talentiert. Die «Handelszeitung» schrieb über Iqbal Khan aufgrund seines «modernen Führungsstils und überzeugenden Auftritts» schon vor zwei Jahren, dass er als Mann der Zukunft gilt. Bei der CS glänzte seine Abteilung mit hervorragenden Zahlen. Gegen ihn sprechen könnte, dass Khan erst seit Herbst für die UBS tätig ist. Damit verfügt er aber immer noch über mehr Insiderwissen als eine externe Nachfolgelösung.

Chancen: gut. Der fehlende Stallgeruch bei der UBS dürfte kaum ins Gewicht fallen. «Khan kennt das Geschäft und kann die Leute begeistern», sagt Janssen. Er sieht Khan in der Topposition im Rennen um die UBS-Führung.

Axel Lehmann

Werdegang:Der 60-jährige Schweizer führt seit 2018 die UBS Schweiz. Zuvor war Lehmann COO und Verwaltungsrat bei der UBS. Ursprünglich kommt Lehmann aus der Versicherungsbranche, war für Swiss Life und danach 20 Jahre für die Zurich-Versicherung tätig, zuletzt als Risikochef und Verwaltungsrat.

Pro und Kontra:Lehmanns Stärken sehen Beobachter in der strategischen Führung und weniger im operationellen Klein-Klein. Der studierte Volkswirtschafter gilt als ruhiger und gewissenhafter Arbeiter. Über Lehmann hiess es allerdings schon vor fünf Jahren, dass er für einen Spitzenjob bei einem Schweizer Finanzmulti fast schon zu alt sei.

Chancen:mässig. Gegen Axel Lehmann spricht sein Alter. Doch Janssen findet lobende Worte: «Axel Lehmann ist gebildet, hochanständig und liebenswürdig. Er bringt viel mit für die CEO-Position.»

Tom Naratil

Werdegang:Der einzige Kandidat in der Liste ohne Schweizer Pass ist Tom Naratil. Der 59-jährige US-Amerikaner teilt sich die Leitung des Vermögensverwaltungsgeschäft mit Iqbal Kahn. Naratil ist ausserdem Präsident von UBS Amerika. Zuvor leitete Naratil seit 2011 die Finanzen und später zusätzlich die Prozesse und Abläufe der UBS.

Pro und Kontra:Naratil gehört seit Jahren zur UBS-Spitze, war Herr der Zahlen und des weltweiten Backoffice und ist nun auch im Vordergrund tätig. In seiner US-Heimat kann er auf glänzende Ergebnisse verweisen. Doch Naratil ist wie Lehmann nicht mehr der Jüngste. Ausserdem könnte sein fehlender Schweizer Pass ein Manko für ihn sein.

Chancen:gering. Gegen das UBS-Urgestein Naratil spreche sein Alter, sagt Janssen. Ausserdem finde er es fraglich, ob die UBS in der heutigen Situation auf einen CEO ohne Schweizer Pass setze.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sabinchen am 18.02.2020 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Kandidat

    Ich habe gehört Tidjane Thiam sucht noch einen Job. I.Khan wäre begeistert ihn bei der UBS begrüssen zu dürfen

  • Rufer in der Wüste am 18.02.2020 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ätzend

    Wenn ixh "Topshot" nur schon lese kriege ich Pickel. CEO einer Grossbank hat primär nur mit Vitamin B zu tun. Das "Risiko" auf den CEO Schleudersitz ist ja fürstlich entlohnt und abgesichert. Die Zeche zahlen die Angestellten und Kunden....

  • PM am 18.02.2020 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hatten wir schon

    Und immer wieder die selbe Geschichte, Topshots, Experten, Fachleute und 5 Jahre später, Abzockerei, Missmanagement, Unfähigkeit, Boni, goldener Fallschirm

Die neusten Leser-Kommentare

  • Frau Kostenstelle am 18.02.2020 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte keine HR-Frau

    Jemand, der noch nie einen Kunden gesehen hat und nicht weiss, wie hart es ist, an der Front zu arbeiten und Geld zu verdienen, hat an der Spitze nichts zu suchen.

  • Lumpi am 18.02.2020 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    Hahaha

    Was meint ihr, warum hören die CEO's der beiden CH- Grossbanken fast zeitgleich auf? Weil's bald Knallt, dann wollen die beiden weit weg sein.

  • Patrick am 18.02.2020 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    skb

    Bitte nicht eine Frau. Eine Eidgenössin wäre noch ok aber nicht eine Deutsche.

  • H.B. am 18.02.2020 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    Nachher ist es einem ehrlich wohl dabei

    Das geht mir am Allerwertesten vorbei. Ob UBS, CS oder sonst eine dieser Gangsterbanken. Wenn ich auf's WC gehe ist das Geschäft gratis und mein Kontostand hat sich nich um Fr. 300.- vergrössert aber der unvermeintliche Duft stinkt nicht so grauenhaft.

  • TopBanause am 18.02.2020 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Topshots, hahahaha

    wahrscheinlich wieder irgend ein ahnungsloses und weltfremdes HSG-Bubi.