Online-Handel

15. September 2019 04:59; Akt: 15.09.2019 16:09 Print

Wish verkauft gefährliche Produkte

Ein Kopfhörer mit krebserregenden Substanzen oder ein lebensgefährlicher Projektor: Die Ware des US-Unternehmens verletzt Sicherheitsstandards.

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Billigprodukte zu Billigpreisen zu verkaufen, ist die Devise von Wish. Wish ist ein US-Unternehmen, das Ware von Drittanbietern aus China verkauft. Der Onlinehandel in der Schweiz boomt: 2018 dürften Lieferanten im Schweizer Güterverkehr auf der Strasse rund 7 Milliarden Kilometer zurückgelegt haben. Allein der Versandhandel trug laut dem Verband des Schweizerischen Versandhandels mit rund 350 Millionen Kilometern zum Fahraufkommen bei. Laut Schätzungen von Ökonomen der BSS Volkswirtschaftliche Beratung und Verkehrsexperten der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften dürfte die Fahrleistung im Güterverkehr mit Nutzfahrzeugen von 2018 bis 2023 um bis zu 90 Millionen gefahrene Kilometer steigen. Die Experten haben untersucht, wie man die Umweltbelastung durch den Versandhandel minimieren kann. Das sind ihre Lösungsansätze. Je mehr auf einmal ausgeliefert wird, desto weniger Fahrten braucht es. Für den Konsumenten heisst das, dass er idealerweise seine Onlinekäufe möglichst auf einmal und beim gleichen Anbieter tätigen sollte. Die Experten schlagen vor, dass Lieferanten auf ihren Touren kurzzeitig auf dem Trottoir oder an der Bushaltestelle parkieren dürfen: So müsse der Zulieferer nicht dreimal um den Block fahren, bis er einen Parkplatz findet. Es gilt zudem, die Erstzustellung zu verbessern, damit der Lieferant das Päckli weniger oft wieder mitnehmen muss. Das könne etwa mit grösseren Milchkästen oder zentralen Abholzentren bewerkstelligt werden. Insbesondere der Elektroantrieb wird in der Branche als nachhaltigere Alternative zum Verbrennungsmotor gehandelt. DHL etwa liefert Pakete in einigen deutschen Städten bereits heute mit E-Bikes. Würde der Gütertransport per Zug stärker gefördert, wäre es für die Versandhändler naheliegend, auf den Schienentransport zu setzen. Wie die Elektromobilität würde auch dieses Verkehrsmittel dazu beitragen, die Effizienz und Nachhaltigkeit bei der Zustellung zu erhöhen, so die BSS-Experten.

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Der Onlinehändler Wish verkauft Elektroartikel, Mode, Schmuck und anderes zu Schleuderpreisen. Das US-Unternehmen, das vor allem Billigware aus China von Drittanbietern verkauft, hat seinen Umsatz in der Schweiz seit 2016 mehr als verdreifacht. Doch nun wird Kritik am Unternehmen laut, schreibt die «SonntagsZeitung». Die Produkte verletzen teilweise Sicherheitsstandards. Das zeigt ein Test des Schweizerischen Konsumentenforums bei einem unabhängigen Labor.

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So ist ein Kopfhörer laut dem Testurteil «nicht verkehrsfähig». Der Grund: Er hat die Grenzwerte bei verschiedenen gesundheitsgefährdenden Substanzen überschritten. Er gilt als krebserregend. Laut Dominique Roten vom Konsumentenforum fehlen bei Wish die Sicherheitskontrollen. «Der Kopfhörer dürfte in der Schweiz so nicht verkauft werden», sagt er zur «SonntagsZeitung».

Einen beim Billighändler gekauften Projektor stuften Experten als «potenziell lebensgefährlich» ein. Zudem tauchen auf Wish immer wieder Fälschungen auf, darunter viele Uhren. Der Verband der Schweizer Uhrenindustrie geht gegen solche Angebote vor. «Allein in diesem Jahr mussten wir bei Wish mehrere Dutzend Fälschungen von Uhren beanstanden», sagt Yves Bugmann, Leiter des Rechtsdienstes.

(roy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cloe am 15.09.2019 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja und ...

    die Ware welche wir hier im Laden kaufen, wurde hier produziert, ne ist klar... zumeist kommt die Ware auch aus Billigproduktionen in Asien, wir zahlen aber 5x mehr dafür...

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  • Sonny am 15.09.2019 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    preise senken

    Normal kaufen die Leute alles mögliche aus China senkt doch mal die Preise in der Schweiz.

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  • Luca am 15.09.2019 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    China

    Gegenfrage: die artikel die ihr hier kauft, und dort steht made in china sind von einem andern china??

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Plankton am 15.09.2019 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Hab gleich mal...

    für 70.- auf wish eingekauft, die Wirtschaft ankurbeln :D

  • Dr Prof am 15.09.2019 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetz?!

    Und ich habe gedacht, dass kopfhörer für 1.- völlig ok sind... hmm...

  • Neumann am 15.09.2019 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Schon gut

    Die chinesischen, koreanischen etc Produzenten von gefälschter Ware wollen diese ja auch irgendwie vertreiben. Also wo liegt das Problem? Das Problem liegt natürlich beim hiesigen Konsumenten, der gleich alls sofort und zu bester Qualität für einen Spott-Dumpingpreis haben will. Da sind wir ganz selber schuld.

  • Rumpelstilzli am 15.09.2019 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsächlich?

    Sind denn wirklich ALLE in der Schweiz verkauften, in China hergestellten Artikel geprüft?

  • Martial2 am 15.09.2019 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    Amazon, Zalando, Wish null Wert...

    Kein Internet Einkauf, wir kaufen nur beim Fachladen mit guter Beratung!