Korruption-Studie

02. November 2011 06:23; Akt: 02.11.2011 14:49 Print

Wo die Welt am geschmiertesten läuft

Eine neue Studie von Transparency International (TI) weiss, in den Unternehmen welcher Länder Korruption am meisten verbreitet ist. Auch die Schweiz wurde dabei untersucht.

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Firmen aus Russland und China setzen nach Angaben der Antikorruptions-Organisation Transparency International (TI) am häufigsten Schmiergelder bei Geschäften im Ausland ein. Die Schweiz gilt gemäss der Studie als wenig korrupt. Dennoch fordert die Organisation Verbesserungen.

Die korrektesten Unternehmen stammen aus den Niederlanden und der Schweiz. Auch Konzerne aus Belgien, Deutschland und Japan sind gemäss der am Mittwoch in Berlin veröffentlichten TI-Untersuchung der Bestechung nur wenig zugeneigt. Am Schluss der Liste stehen nach Russland und China auch Mexiko und Indonesien. Die Studie stützt sich auf die Befragung von 3000 führenden Geschäftsleuten aus 30 Ländern.

Bestechung gehöre für viele Unternehmen «zum Alltagsgeschäft und zieht sich durch ihre Geschäfte», erklärte TI-Chefin Huguette Labelle. Dies gelte nicht nur bei Geschäften mit öffentlichen Stellen, sondern auch bei den Beziehungen von Unternehmen untereinander.

Labelle warnte, auch Unternehmen, die es versäumten, Bestechung in ihrer Zulieferkette vorzubeugen, riskierten es, für das Verhalten ihrer Angestellten und Geschäftspartner belangt zu werden.

Bestechung auf dem Bau

TI untersuchte weiter, welche Wirtschaftsbereiche am häufigsten von Bestechungsversuchen betroffen sind. Demnach fliesst Schmiergeld am häufigsten bei öffentlichen Aufträgen und Bauarbeiten.

Bei letzterem Bereich, in dem es geradezu «katastrophale Auswirkungen für die allgemeine Sicherheit» haben könne, wenn Regeln umgangen würden, warnte die Antikorruptions-Organisation. Am wenigsten bestochen wird in der Landwirtschaft.

Labelle forderte die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) dazu auf, mehr gegen die Korruption zu unternehmen: «Bei ihrem Treffen in Cannes diese Woche müssen die G20-Regierungen Massnahmen gegen Bestechungsversuche im Ausland als vordringliche Aufgabe begreifen.» Dadurch würde die Weltwirtschaft fairer.

Gesetzesänderung gefordert

Auch wenn die Schweiz in der Studie einen Top-Platz einnimmt, sieht TI Schweiz Handlungsbedarf. So sei die Gesetzeslage betreffend Privatkorruption unbefriedigend, schreibt die Schweizer Sektion der Antikorruptions-Organisation.

So müsse hierzulande bei einer Bestechungshandlung im Privatsektor eine Strafanzeige vorliegen, damit die Behörden tätig werden dürften. Ohne Anzeige könnten die Behörden nicht von sich aus eine Untersuchung einleiten. Die Organisation fordert deshalb die Umgestaltung der Privatkorruption vom Antragsdelikt in ein Offizialdelikt, um ungestrafte Bestechungshandlungen zu verhindern.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Seppli am 02.11.2011 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Internationale Sportverbände

    Wenn die Liste auch noch die int. Sportverbände beinhalten würde, welche sich so gerne in der Schweiz ansiedeln (Fussball, Hockey, Handball, Rad, usw.) ..., welch ein Disaster! Im Gerichtsverfahren um die konkursite ISL mussten ehemalige Funktionäre unter Eid die gängie Praxis der FIFA und des IOC zugeben. "Zwischen 1989 und 2001 wurden allein 138 Millionen Schweizer Franken Bestechungsgeld an hohe olympische Sportfunktionäre gezahlt" liest man da in den Gerichtsakten ...

  • Richtigsteller am 02.11.2011 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz nicht 1.

    Neuseeland ist auf Platz 1.

  • Luca Bornhauser am 02.11.2011 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Geld macht's möglich

    Lol lustige statistik. Naja für mich gilt immer noch, jeder hat einen Preis, jeder ist käuflich, es kommt nur auf den Betrag an.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinz Brader am 17.01.2013 06:13 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht ?

    Wenn Geld fliest ist es Korruption ! Die Seuerverwaltung sollte immer ermitteln dürfen ! Auch Sachgeschenke gehöhren dazu !

  • Jacky M. am 02.11.2011 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schade.....

    nein, eigentlich eher erschreckend.... dass viele die Bedeutung von Korruption nicht mehr kennen. Da wird dann vieles unter Korruption "gehandelt" nur weil man neidisch ist, dass da Geld geflossen ist. Tipp: schlagt doch den Begriff (mal wieder) nach.

  • Luca Bornhauser am 02.11.2011 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Geld macht's möglich

    Lol lustige statistik. Naja für mich gilt immer noch, jeder hat einen Preis, jeder ist käuflich, es kommt nur auf den Betrag an.

  • Skeptiker am 02.11.2011 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Resultate

    Italien liegt als einziges Europäisches Land unter dem Durchschnitt. Wäre Griechenland auch evaluiert worden, wäre der Durchschnitt mit Sicherheit noch weiter gesunken...

  • Seppli am 02.11.2011 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Internationale Sportverbände

    Wenn die Liste auch noch die int. Sportverbände beinhalten würde, welche sich so gerne in der Schweiz ansiedeln (Fussball, Hockey, Handball, Rad, usw.) ..., welch ein Disaster! Im Gerichtsverfahren um die konkursite ISL mussten ehemalige Funktionäre unter Eid die gängie Praxis der FIFA und des IOC zugeben. "Zwischen 1989 und 2001 wurden allein 138 Millionen Schweizer Franken Bestechungsgeld an hohe olympische Sportfunktionäre gezahlt" liest man da in den Gerichtsakten ...