Hippe Arbeitsplätze

21. Mai 2018 18:34; Akt: 21.05.2018 19:26 Print

So gross sind die Büros der Schweizer Chefs

von Dominic Benz - Einzelbüros sind out – Firmen geben sich mit neuen Arbeitsmodellen trendig. Doch gelten sie auch für den Chef? 20 Minuten hat nachgefragt.

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Bei Schweizer Unternehmen boomen neue Arbeitsmodelle. Wie sehen diese aus? Und gibt es das Chefbüro überhaupt noch? Beim gross. Bei arbeiten die Angestellten an festen Plätzen. Der Grossteil ist in offenen Räumen angesiedelt. In Zukunft setzt man aber vermehrt auf geteilte Arbeitsplätze, so Sunrise. Sunrise-Chef Olaf Swantee hat am Sitz in Oerlikon ein eigenes Büro, das rund gross ist. Es beinhaltet einen Arbeits- und einen Sitzungstisch. teilt lediglich mit: «Bei Google Schweiz arbeiten alle Mitarbeiter in Open Workspaces.» Die zur Verfügung. Bei ihrer Abwesenheit ist es auch ein normales Sitzungszimmer. -CEO Vas Narasimhan hat kein eigenes Büro. Beim Pharmakonzern arbeitet rund jeder zehnte Mitarbeiter in einem sogenannten «Flexible Workspace» «Die Arbeitnehmenden haben keinen eigenen dedizierten Arbeitsplatz», teilt der Pharmakonzerns mit. Fast alle der 13'000 Angestellten würden in offenen Räumen statt in Einzelbüros arbeiten. Bei haben die Mitarbeitenden eigene, feste Arbeitsplätze. An gewissen Standorten gebe es aber Möglichkeiten für flexible und frei wählbare Arbeitsplätze. Chef Markus Leibundgut hat sowohl am Standort in Zürich als auch am General-Guisan-Quai und in der Binz ein eigenes Büro. Dieses sei «von der Grösse her mit anderen Einzelbüros an beiden Standorten vergleichbar», erklärt die Swiss Life. Bei der . Sofern er es nicht brauche, werde es als Sitzungszimmer gebraucht, teilt der Telecom-Konzern mit. Bei der sind die meisten Büroplätze in einem offenen Arbeitsbereich. «Auch der CEO hat kein eigenes Büro mehr», teilt das Unternehmen mit. », erklärt der Versicherer. Am Schweizer Hauptsitz in Oerlikon wendet das Unternehmen das so genannte «Dynamic Working»-Konzept an. Dabei habe jedes Team einen Bereich mit Arbeitsplätzen. «Jedes Teammitglied kann jeden Tag seinen Arbeitsplatz frei wählen», teilt das Unternehmen mit. Die gross ist. In Open-Workspace-Büros arbeitet man bei . Auch Chef Florian Teuteberg arbeitet im Open Workspace. Er hat im Grossraumbüro im Zürcher Technopark einen fixen Arbeitsplatz. «Bei uns haben weder der CEO noch sonstige Manager ein eigenes Büro», sagt Sprecher Alex Hämmerli. Fabrizio Petrillo, Chef des Versicherers gross ist. «Dieses ist aber nicht mit einem Arbeitsplatz ausgerüstet, sondern nur mit einem Sitzungstisch und einer Sitzgruppe», erklärt das Unternehmen. In seiner Abwesenheit kann das Büro von Mitarbeitenden als Sitzungszimmer genutzt werden. Bei Axa teilen sich rund 60 Prozent der 4000 Angestellten die Arbeitsplätze. Bis 2020 sollen alle Mitarbeiter die Plätze teilen, hat sich Axa vorgenommen. Die hält sich bedeckt und lässt lediglich ausrichten: «Nur Mitarbeiter, die mit vertraulichen Daten arbeiten, verfügen wo nötig über ein Einzelbüro oder arbeiten in zusätzlich gesicherten Zonen.» Für Arbeitspsychologe Markus Grutsch von der Fachhochschule St. Gallen ist klar: Die Chefbüros haben ausgedient. «Klassische Einzelbüros sind ein Statussymbol und nicht mehr unbedingt notwendig.»

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Fixe Arbeitsplätze sind out. Im Trend hingegen liegt der sogenannten Open Workspace: Ob in der Lounge, im Grossraumbüro oder im Chill-Bereich – Angestellte suchen sich täglich selber ihren Lieblingsplatz aus. Arbeiten im Wohlfühlambiente. Flexibilität heisst das Zauberwort. Das ist modern und hip.

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Und genau so geben sich auch gern viele Schweizer Firmen. «Solche Arbeitskonzepte haben einen grossen Hipness-Faktor», sagt Arbeitspsychologe Markus Grutsch von der Fachhochschule St. Gallen auf Anfrage. Doch arbeiten auch die obersten Chefs so modern? Und gibt es das klassische Chefbüro überhaupt noch? 20 Minuten hat bei einigen Firmen nachgefragt.

Wie die Chefs und Mitarbeiter bei der Zurich, Axa oder Post arbeiten, sehen Sie in der obigen Bildstrecke.

Keine Chef-Büros bei Digitec Galaxus

Bei Novartis arbeitet rund jeder zehnte Mitarbeiter in einem sogenannten «Flexible Workspace». «Sie haben keinen eigenen dedizierten Arbeitsplatz», teilt der Pharmakonzern mit. Zudem würden fast alle der 13'000 Angestellten in offenen Räumen statt in Einzelbüros arbeiten. Diesem Arbeitskonzept passt sich auch CEO Vas Narasimhan an: Er verzichtet auf ein eigenes Büro und arbeitet mit seinen Kollegen in einem offenen Workspace. Dennoch scheint er Rückzugsmöglichkeiten zu haben. «Selbstverständlich verfügt er jedoch über einen fixen Arbeitsplatz und zusätzlich über ein eigenes Sitzungszimmer», sagt der Sprecher.

Ganz auf Einzelbüros verzichtet Digitec Galaxus. Beim Onlinehändler arbeiten die Angestellten in Open-Workspace-Büros – so auch Chef Florian Teuteberg. Er hat im Grossraumbüro im Zürcher Technopark einen fixen Arbeitsplatz. «Bei uns haben weder der CEO noch sonstige Manager ein eigenes Büro», sagt Sprecher Alex Hämmerli.

Ein grosser Hype

Anders sieht es bei der Swisscom aus. Zwar hat beim Telecom-Konzern rund jeder Dritte keinen fest zugeteilten Arbeitsplatz. Doch bei Chef Urs Schaeppi sieht es weniger hip aus: Er arbeitet noch immer im klassischen Einzelbüro. Dieses ist 16 Quadratmeter gross und befindet sich im bernerischen Worblaufen. Sofern er es nicht braucht, wird es als Sitzungszimmer genutzt, teilt der Telecom-Konzern mit.

Laut Arbeitspsychologe Grutsch haben die Chefbüros aber ausgedient. «Klassische Einzelbüros sind ein Statussymbol und sind nicht mehr unbedingt notwendig.» Für wichtige Sitzungen oder Gespräche müsse es dennoch Rückzugsmöglichkeiten geben.

Im Trend hingegen liegen neue Arbeitsmodelle. Um diese herrscht gemäss Grutsch ein grosser Hype. Er warnt: «Davon dürfen wir uns nicht blenden lassen.» Solche Konzepte würden nur mit einem entsprechenden Führungsstil Sinn machen. Denn flexible Arbeitsplätze schafften Freiräume und verlangten von den Angestellten ein hohes Mass an Selbstorganisation und Planung. So sollten auch die Chefs Verantwortung abgeben und nicht ständig kontrollieren. «Mit Infrastrukturen können sich Unternehmen modern geben. Die Konzepte brechen aber zusammen, wenn die Führung in alten Mustern denkt», sagt Grutsch.

Nicht zuletzt sparen die Unternehmen mit neuen Arbeitsmodellen viel Geld. «Mit Desk-Sharing oder mobilem Arbeiten kann Bürofläche reduziert werden», erklärt der Experte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Verschlimm Besserung am 21.05.2018 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Trend

    Es wird gute Arbeit erwartet, aber wie kann man eine gute Leistung in einem Grossraumbüro erbringen. Mit lauten Kollegen, viel Betrieb etc. ist konzentrieren kaum möglich.

  • Winfield Tuck am 21.05.2018 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ablenkung/ Konzentration

    Bei uns sind ca. 12 MA auf ca. 25 m2 plus marschieren nochmals bis zu zehn durch diesen Raum. Es braucht dann wegen der Ablenkung doppelt so lange um f ehlerfreie Arbeit am Comp. abzuliefern. Ich glaube dieses Modell wird bald wieder ändern.

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  • Beobachter am 21.05.2018 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wird scheitern

    Das ist wie dazumals die antiautoritaere Erziehung. Ist such gescheitert. Mal eine anonyme Umfrage ueber diese tollen Arbeitsplaetze waere interessant. Viele Mitarbeiter haben an ihrem persoenlichenen Arbeitsplatz zB Zeichnungen der Kinder oder Fotos. Der Mitarbeiter sollte sich wohl fuehlen, das ist bei flexiblen Arbeitsplaetzen nicht immer der Fall.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Monika Baumann am 21.05.2018 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitsplatz Graus

    Bei PostFinance wurden Wechsel Arbeitsplätze eingeführt! Alles persönliche hat kein Platz mehr! Zwei Bildschirme, Tastatur, Laptop und Maus darf noch auf dem Pult sein! Grossraumbüro mit Lärm , Unruhen! So soll man Qualität und Quantität erbringen! Nur noch arbeits Maschinen

  • Herman am 21.05.2018 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grösse ist nicht entscheidend

    Es ist nicht wichtig wie gross ein Büro ist. Es geht mehr darum wie effektiv in diesem Büro gearbeitet wird.

  • hukle am 21.05.2018 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komfortabler gehts nicht mehr

    Ich habe.ein eigenes Büro bei mir zu Hause, mit Sicht auf Berge und Land, Fauteuil und Grossbildferseher inbegriffen.

  • Justus100 am 21.05.2018 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Arbeite auch in einem grossraumbüro. Aber das klappt wunderbar. Nichts zu meckern....

      einklappen einklappen
    • hukle am 21.05.2018 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Und die Parkplätze?

      Wie sieht es mit den firmeneigenen Parkplätzen für die CEOs aus? Wäre mal interessant zu untersuchen.