Landeverbot

07. Juni 2018 05:41; Akt: 07.06.2018 11:03 Print

Wütender Bauer verjagt Bundesrats-Helikopter

von Mira Weingartner - Ein Berner Bauer brachte die Agenda von Bundesrat Schneider-Ammann beinahe durcheinander. Dies, weil er dem Helipiloten des Magistraten kurzerhand ein Landeverbot erteilte.

Der eigentliche Grund für den Ausflug ins Berner Oberland war ein Besuch bei künftigen Jungunternehmern. (Video: 20min/miw)
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Auch ein Bundesrat ist nicht überall willkommen – und schon gar nicht sein Helikopter. Doch alles schön der Reihe nach.

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Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann ist am Dienstagabend als Überraschungsgast im Jugendcamp des Swiss Economic Forum auf dem Brünigpass eingeladen. Der Magistrat reist wegen seiner vollen Agenda im Armeehelikopter des Modells EC635 VIP an und landet auf einer Wiese unmittelbar neben dem Lagerhaus. An Bord des Helikopter ist neben dem persönlichen Mitarbeiter des Bundesrates auch 20 Minuten.

Auf 1000 Metern über Meer erzählt der Wirtschaftsminister von seiner Laufbahn als Unternehmer und gibt den Zuhörern Tipps (siehe Video). Zwei Stunden später soll Bundesrat Schneider-Ammann vom Helikopter wieder abgeholt werden. Die beiden Piloten wollen den Magistraten von Hasliberg direkt heim nach Langenthal fliegen, wo noch diverse Dossiers auf ihn warten.

Doch dem engen Terminkalender des Magistraten macht ein örtlicher Bauer einen Strich durch die Rechnung: Dieser verweigert dem VIP-Heli eine weitere Landung auf der Kuhweide. Trotz eindringlicher Bitte sträubt sich der aufgebrachte Einheimische dagegen, die Kühe von der flachen Landestelle wegzutreiben. Durch ein Missverständnis habe man den Bauern im Voraus leider nicht genügend aufgeklärt, sagt SEF-Sprecher Beni Meier später zu 20 Minuten.

Luftwaffe sucht in Windeseile eine Alternative

Weil Verhandlungen vor Ort nicht fruchteten, muss Schneider-Ammanns Entourage schliesslich auf einen Plan B setzen. «Zum Glück hatte die Luftwaffe die Reise des Bundesrats bis ins kleinste Detail durchgeplant», sagt Meier. Für mögliche Eventualitäten steht so auch ganz in der Nähe ein Taxi bereit. Während Johann Schneider-Ammann und sein Gefolge auf den schwarzen Minivan warten, suchen die Armeepiloten die Umgebung nach einem alternativen Landeplatz ab.

Im wenige Autominuten entfernten «Weidli», auf einer gemähten Wiese, werden die Piloten fündig. Und auch der Taxichauffeur fährt nach kurzer Zeit beim Lagerhaus vor und holt die Wartenden ab. Mit einem freundlichen, aber irrtümlichen «Grüessech, Herr Blocher» bittet der Fahrer Bundesrat Schneider-Ammann, ins Fahrzeug einzusteigen. Auf den falschen Namen reagiert der Magistrat nicht – Zeit für die weitere Heimreise will man nun wirklich keine mehr verlieren.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dumby am 07.06.2018 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Bauer!!!

    Na ja wenn man es nicht für nötig hält vorher einen Bürger zu informieren und das dann als Missverständnis rechtfertigt, muss man sich nicht wundern. Gut gemacht Bauer! Wenn nur mehr Bürger den Mut zu sowas hätten!

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  • esj am 07.06.2018 07:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Hoch auf den Bauer...

    ... sowas geht nur in der Schweiz, lasst uns diesen Bauer feiern!

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  • RoSi am 07.06.2018 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ZSC fan

    Völlig richtig, hätte ich auch so gemacht.Die glauben wohl alles machen zu können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Toni am 07.06.2018 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Aktion

    Gut, gibt's die Schweizer Bauern. ;)

  • Burton1224 am 07.06.2018 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz

    Von Bauern gegründet von Bauern verteidigt.

  • Jacka am 07.06.2018 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beim Schwiegersohn Ammann schläft...

    man einfach immer wieder ein und versteht nicht, was er uns eigentlich mitteilen will.

  • Berni am 07.06.2018 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber ,aber,

    Ich hatte schon lange das Gefühl SchneiderAmmann sollte zurück treten,man weiss nie beim Reden ob er am Einschlafen ist ,er hat oft grosse Mühe seine Worte zu finden,wir sollten für die Bauern sein,wer würde denn die Landschaft noch pflegen,viele Bauer hören auf,,

  • Simon Z. am 07.06.2018 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Moment mal....

    diesem Bauer sollte man die Subventionen vorerst streichen. Als Pächter auf Staatsboden so ein Theater spielen. Ich bin selbst Bauer aber kein SVPler!!!