Nach Pfister-Übernahme

29. November 2019 09:30; Akt: 29.11.2019 10:33 Print

XXXLutz-Gruppe kauft sechs Interio-Läden

Die Migros tritt sechs Interio-Standorte an XXXLutz-Gruppe ab. Für rund 200 der insgesamt 300 Interio-Mitarbeitenden ändert sich nichts.

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Nachdem der österreichische Möbelkonzern XXXLutz bereits Möbel Pfister übernommen hat, übernimmt er von der Migros nun auch noch sechs Interio-Läden. XXXLutz wird die Interio-Läden in Filialen der Discountmarke Mömax umwandeln und bisheriges Personal übernehmen. Die Marke Interio verschwindet.

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Nachdem die Migros nun für sechs der insgesamt elf Interio-Filialen eine Anschlusslösung gefunden hat, wird der Grossverteiler sich mit der Marke Interio aus dem Schweizer Markt zurückziehen. Im Weihnachtsgeschäft und in den darauf folgenden Monaten bleiben die Interio-Läden noch offen, ab März, April werden die Filialen dann schrittweise geschlossen.

«Sehr gute Lösung für die Mitarbeitenden»

Wie Migros-Mediensprecher Marcel Schlatter auf Anfrage sagte, werde nun der genaue Zeitplan für den Rückzug von Interio ausgearbeitet. Spätestens Ende September 2020 werde es dann keinen Interio-Laden mehr geben.

XXXLutz wird gemäss Medienmitteilung der Migros vom Freitag 200 der insgesamt rund 300 Interio-Mitarbeitenden übernehmen. Die Filialmitarbeiter erhielten von XXXLutz ein Angebot zur Weiterbeschäftigung mit gleichem Lohn, präzisierte Schlatter. «Angesichts der schwierigen Situation in der Möbelbranche ist das eine sehr gute Lösung für die Mitarbeitenden», so der Mediensprecher weiter.

Doch auch die übrigen 100 Angestellten, die derzeit ebenfalls für Interio tätig sind, verlieren ihren Job nicht: Sie werden gemäss Migros alle innerhalb und ausserhalb der Migros-Gruppe weiterbeschäftigt. Möglich ist laut Schlatter zudem, dass auch noch für weitere Interio-Filialen ein Nachmieter gefunden wird, der auch am Verkaufspersonal interessiert ist.

Fokus auf Micasa

Nach dem Rückzug von Interio will sich die Migros nach eigenen Angaben im hart umkämpften Möbelmarkt auf die Entwicklung der hauseigenen Möbelmarke Micasa konzentrieren. Da deren schweizweit 37 Filialen sich oft in der Nähe von Migros-Supermärkten befänden, gebe es da auch Synergien mit dem Kerngeschäft.

Dass die Migros sechs Interio-Standorte an XXXLutz abtritt, dürfte die Situation für Micasa indes nicht einfacher machen und auch nicht zu einer Entspannung auf dem Schweizer Möbelmarkt beitragen. Denn der österreichische Möbelkonzern wird in Zukunft mit Möbel Pfister das höhere Preissegment bedienen können und nun mit Mömax ein in anderen Ländern bereits bewährtes Discountformat auch in der Schweiz lancieren.

Chance zu einem schnellen Markteintritt

XXXLutz bezeichnet die Übernahme von sechs Interio-Läden - faktisch sind die Österreicher Nachmieter von Interio und übernehmen das Verkaufspersonal - als «Chance zu einem schnellen Markteintritt in die Schweiz».

Die Schweizer Zentrale von Mömax wird gemäss Mitteilung in Suhr, am Sitz der kürzlich aufgekauften Pfister Gruppe, sein. Von dort werden die sechs Filialen dann gesteuert. Von XXXLutz übernommen werden die Interio-Filialen in Dübendorf, Spreitenbach, Bern-Schönbühl, St. Gallen-Abtwil, Pratteln und Emmen. In Dübendorf, Schönbühl und Abtwil wird der österreichische Konzern dabei bei der Migros eingemietet sein - diese Interio-Filialen gehörten der Migros.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • P.Burri am 29.11.2019 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausverkauf

    Stick für Stück wird die Schweiz ins Ausland verscherbelt.

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  • Aarauerin am 29.11.2019 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Shoppingtour

    Es scheint als ob XXXLutz eine etwas grössere Shoppingtour in der Schweizer Möbellandschaft durchführt. Wirklich begeistern bin ich davon nicht. Finde es immer schade, wenn Traditionsunternehmen wie die Pfistergruppe ins Ausland verkauft werden.

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  • Beat Burgener am 29.11.2019 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Na toll

    Na toll, Interio war noch eines der tollen Möbelhäuser.... Micasa kann da nie und nimmer mithalten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bes B. am 30.11.2019 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    War abzusehen...

    War ein paar mal auch an Samstagen in einem Interio und wunderte mich wie man einen Laden aufrecht halten kann obwohl kaum Kunden da waren. Bei Micasa ist es ähnlich und die haben wirklich nur Möbel die kein Mensch will. Der nächste Verkauf ist absehbar.

  • Doppelsicht am 30.11.2019 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    IKEA Konkurrenz?

    Es muss sich erst mal zeigen ob sie mit den Preisen von IKEA mit halten können. Auch muss es etwas geben was die Leute dort hin ziehen kann. Kennen die XXL Geschäfte aus Österreich und die sind kaum mit Kunden gefüllt.

  • M.G. am 30.11.2019 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Trugbild von der Unabhängigkeit

    Da wird gegen die PFZ und andere internationale Verträge gewettert weil die die Schweizer Selbstbestimmung gefährden. Hallo, die wichtigen Entscheidungen fallen schon lange in Stockholm, Paris, Berlin, London, Peking und New York. Denn in diesen Städten finden sich die Investoren und Konzernleitungen welche die CH-Wirtschaft kontrollieren. Da steht Wilhelm Tell wütend vor dem Hut auf der Stange während zugleich daheim sein Haus verkauft wird.

  • Realist am 30.11.2019 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Aha, plötzlich Heimatschutz?

    Wer von Euch super Patrioten kauft denn nur in der Schweiz ein hä? Ich sehe in unserer Siedlung dauernd Lieferungen von Dogern, Maler aus D, Polnische Autokäufer, etc etc. man kann nicht gegen Schweizer Preise wettern und dann weinen wenn der Laden verkauft wird. Basta.

  • Kugi am 30.11.2019 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Abbrechender Ast

    Dauert nicht lange, dann ist auch Micasa weg vom Fenster. Auch in der Migros Industrie kriselt es gewaltig. Swissair lässt grüssen, alles aufgekauft und dann wird wieder alles verscherbelt. Dutti würde sich im Grab umdrehen wenn er es könnte