Vergleichsdienst

11. Mai 2019 14:43; Akt: 11.05.2019 14:43 Print

Start-up verspricht billigere Zahnbehandlung

von D. Vollenweider - Auf einer neuen Online-Plattform können Zahnbehandlungen bis zu 60 Prozent günstiger gebucht werden. Die Zahnärztegesellschaft SSO kritisiert das Angebot.

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Eine Behandlung beim Zahnarzt kann schnell ins Geld gehen – für Patienten ist es schwierig, bei den unterschiedlichen Tarifen den Durchblick zu wahren. Nun will ein Vergleichsportal Transparenz schaffen.

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Auf Zumedo.ch können Patienten Zahnarzttermine buchen und Angebote vergleichen – von der jährlichen Kontrolle und Dentalhygiene bis hin zu grösseren und komplexeren Behandlungen wie Implantate, Kiefersanierungen und Prothesen. «Wir wollen der Generation von heute einen transparenten und einfachen Weg zum Zahnarzttermin ermöglichen», sagt Pascal Bürki, Mitgründer des Start-ups. Mit dem Vergleichsdienst sollen Patienten laut Zumedo bei der Zahnarztrechnung bis zu 60 Prozent einsparen können.

Eine Dentalhygiene kostet zwischen 110 und 199 Franken

«Komplexe Zahnbehandlungen sind individuell und preislich schwer vergleichbar», so Bürki. Doch selbst bei einer einfachen Dentalhygiene könnten die Preise je nach Zahnarztpraxis stark variieren. Eine Stichprobe von 20 Minuten zeigt: Für eine Dentalhygiene in Zürich können Behandlungen zum Preis von 110 bis 199 Franken gebucht werden. In Winterthur ergibt dieselbe Abfrage Resultate für Behandlungen von zwischen 151 und 180 Franken. In Bern kostet die Behandlung zwischen 144 und 190 Franken und in Basel zwischen 117 und 180 Franken.

Weshalb gibt es selbst bei einer Standard-Zahnbehandlung bei den Preisen so grosse Unterschiede? «Eine Zahnarztpraxis wählt ihr Preisniveau selber», erklärt Bürki. Die Schweizerische Zahnärztegesellschaft SSO bietet dabei einen Tarifrahmen. Dieser lässt jedoch einen gewissen Spielraum für eine Positionierung zu. Ausschlaggebend können unter anderem Betriebskosten wie die Lage, die Miete und die Personalkosten wie auch die Erfahrung und qualitativen Ansprüche des Zahnarztes sein.

Zahnarztpraxen bezahlen für Online-Auftritt

Während die Preise für eine Dentalhygiene recht einfach zu vergleichen sind, wird es bei komplexen Behandlungen schon deutlich schwieriger. Hierfür können Patienten auf Zumedo bei den Zahnärzten Offerten einholen. Ein Angebot, das bei der SSO auf Kritik stösst: «Für eine seriöse Offerte muss ein Zahnarzt den Patienten gesehen haben», gibt Sprecher Marco Tackenberg zu bedenken. «Je nach Fall können sich die Behandlungsmöglichkeiten stark unterscheiden.» Grundsätzlich empfiehlt die SSO, einen SSO-Zahnarzt aufzusuchen.

Um auf Zumedo unter den Ergebnissen aufzutauchen, muss die Zahnarztpraxis eine monatliche Service-Pauschale bezahlen. Sie beginnt bei 89 Franken. «Wenn die Praxis einen neuen Patienten gewinnt, wird zudem eine Aufwandsentschädigung vergütet», sagt Bürki. Bei bestehenden Patienten werde keine Gebühr erhoben.

Bald auch in der Welschschweiz

Derzeit können auf dem Portal bei rund 250 Zahnärzten, Dentalhygienikerinnen und Spezialisten in den grossen Städten der Deutschschweiz Termine gebucht werden. Laut den beiden Gründern, Pascal Bürki und Dominique Matter, die das Start-up vor zwei Jahren ins Leben riefen, stösst das neue Angebot auf grosses Interesse. Über 1000 Termine seien schon über die Plattform vereinbart worden. Bald soll das Portal auch in der Romandie live gehen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jm am 11.05.2019 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Topangebot

    Endlich kommt hier preislich etwas in Gang!!! Sogar der Preisüberwacher findet die Zahnarzttarife zu teuer, kann aber leider nicht eingreifen. Da ich selbst bei einem Zahnarzt gearbeitet habe, weiss ich, dass es günstiger auch ginge; es müssten einheitliche Tarife schweizweit geben und keine Spannweite mehr möglich sein.

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  • Der Realist am 11.05.2019 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    Zahnärzte verdienen viel zu viel für die Arbeit und die Dentalhygieniker ebenso... Wird Zeit, dass diese Hochburg fällt, klar heulen die Zahnarztverbände...

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  • C. Dralliv am 11.05.2019 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue exorbitante Preise

    Kein Wunder. Hat doch die Schweizerische Zahnärztgesellschaft auf den 1.1.2018 die Preise MASSIV angehoben. Vielerorts 50% und mehr. Eben gerade im "Beobachter" ausführlich dargelegt. So weichen noch mehr Menschen ins Ausland ab.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anton am 14.05.2019 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Alles nur noch Abzocke!

    Günstige Preise sind nur Lockvogel Angebote. Seit es diese Zentren gibt, ist es aus mit dem Vertrauen zum Zahnarzt. Alle diese Zentren sind nur darauf aus, möglichst viele und teure Behandlungen zu machen - Motto: jeder gesunde Zahn steht einem Implantat im Weg! Ehrliche, anständige und fachmännische Behandlungen sucht man in diesen Zentren vergeblich. Die Zahnärzte dort wechseln fast halbjährlich, alle frisch von der Uni, ohne jegliche Erfahrung - diese sammeln sie dann auf Kosten der Patienten in diesen Zentren.

  • Dentalhygienikerin am 14.05.2019 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klarer Kopf behalten

    Nein, nein und nochmals nein! Durch diese Art und Weise, werden Zahnärzte gezwungen tiefere Preise zu verrechnen. Und all das Material das gebraucht wird? An das denkt niemand! Der Zahnarzt muss die Zähne sehen, wissen, wie es dazu gekommen ist, planen wie die Behandlung angehen, den Kunden aufklären damit dies nicht mehr passieren kann. Das Team braucht auch einen Lohn. Die Löhne sind schon so niedrig. Wiso wohl sind die Preise so unterschiedlich? Denkt daran, anderer Kanton, andere Steuern, Mieten etc. Hört auf mit dem billig sein. Qualität zählt am Ende!

    • Carlitta am 14.05.2019 10:28 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht alles was billiger ist, lohnt sich

      Gutes Material ist neben einem guten Zahnarzt wichtig...ich habe 40-jährige Plomben...war gute Arbeit und gutes Material...

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  • Ticino1 am 14.05.2019 05:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    abwarten

    Bin gespannt.

  • Urs F. am 13.05.2019 21:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wen interessieren die völlig wirren

    Aussagen der SSO überhaupt? Die Leute wissen, dass es die SSO war, welche aus Profitgier Zahnarztleistungen nicht als Bestandteil der Krankenkassenleistungen abrechnen wollte. SSO = Verband der profitgeilen Zahnärzte.

    • Dentalhygienikerin am 14.05.2019 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Urs F.

      Der SSO ist vor allem da, den Kunden zu schützen. Wenn es die SSO nicht gäbe, wären wir wie in D oder GB, wo der Kunde zu Privatkliniken gehen muss für eine genaue Behandlung welche dann horrend hohe Preise haben. Dann wird nur das nötigste gemacht. Da kann der Kunde zusehen wie der Knochenverlust, auch Parodontitis genannt nicht Parodontose, wie der verschwindet. Also ich möchte noch mit 50 gut essen können ohne Zahnverlust.

    • Anton am 14.05.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

      @ Dentalhygienikerin

      und hier kann man zusehen, wie "Dentalhygienikerinnen" teilweise die Zähne beschädigen, damit der Zahnarzt auch wieder was zu tun hat! Selbst erlebt!

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  • Zonk am 13.05.2019 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    ......

    Ich hatte vor Jahren einen Kostenvoranschlag für die Instandsetzung meiner Zähne hier in der Schweiz machen lassen. Kostenpunkt 11'500! Aus Neugier habe ich in Deutschland einen KV gemacht, dort war es 1500 Euro! Seit da an lasse ich mich in DE behandeln! ...und bin sehr zufrieden .....