800 Mio Umsatz

08. Januar 2019 09:12; Akt: 08.01.2019 12:01 Print

Jeder zehnte Franken für Kleider landet bei Zalando

Der Modegigant Zalando ist in der Schweiz nicht aufzuhalten. Der Umsatz schoss 2018 um 30 Prozent in die Höhe und erreichte erstmals 800 Millionen Franken.

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Das Geschäft bei Zalando läuft sehr gut. Das Unternehmen konnte den Jahresumsatz 2018 deutlich steigern. Dies geht aus einer Detailhandelsstudie der Credit Suisse hervor. Gemäss dem Retail Outlook 2019 setzte der Onlinehändler in der Schweiz knapp 800 Millionen Franken um. Zalando gibt es in der Schweiz erst seit 2012. Der Anstieg in nur sieben Jahren ist enorm. Die Steigerung der Zalando-Umsätze dürfte zwar etwas geringer ausfallen als 2017, aber immer noch gut 28 Prozent betragen. Der Gesamtmarkt für Bekleidungs- und Schuhdetailhandel beträgt in der Schweiz rund 8,8 Milliarden Franken. Will heissen: Fast jeder zehnte Franken, den Schweizer für Mode ausgeben, landet bei Zalando. Die Steigerung der Zalando Umsätze dürfte damit etwas geringer ausfallen als 2017, aber immer noch gut 28 Prozent betragen. Der Gesamtmarkt für Bekleidungs- und Schuhdetailhandel beträgt in der Schweiz rund 8,8 Milliarden Franken. Weniger erfreulich ist für Zalando allerdings das veränderte Kaufverhalten der Kunden: Pro einzelne Bestellung geben sie weniger aus. Der durchschnittliche Warenkorb ist im dritten Quartal 2018 im Vergleich zur Vorjahresperiode um über 7 Prozent zurückgegangen. Pro Zalando-Bestellung hat ein Schweizer Kunde im Schnitt erstmals weniger als 60 Euro oder umgerechnet rund 67 Franken ausgegeben. Auch die Auswirkungen des untypisch heissen Herbstes 2018 zeigen sich in den offiziellen Zahlen von Zalando: Die Verkäufe in der Region Deutschland, Österreich und der Schweiz konnten im dritten Quartal «nur» um 8,8 Prozent gesteigert werden. Im Vorjahr waren es noch über 13 Prozent gewesen. Der stationäre Handel spielt für Zalando auch eine Rolle: Ab 2020 wird Zalando in der deutschen Stadt Konstanz eine Outlet-Filiale eröffnen.

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Der heisse Sommer und der warme Herbst 2018 waren nicht für alle Detailhändler ein Segen. Während den Gartenzentren und Baumärkten die im Schnitt höheren Temperaturen in die Hände spielten, war es für die Modebranche genau umgekehrt: Wegen des warmen Herbstes blieben die Händler auf der Wintermode sitzen oder mussten sie mit Rabatten verkaufen.

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Trotz der eher ungünstigen Wetterlage dürfte Zalando in der Schweiz aber erneut stark zugelegt haben, wie aus einer Detailhandelsstudie der Credit Suisse hervorgeht. Gemäss dem Retail Outlook 2019 setzte der Onlinehändler in der Schweiz im Jahr 2018 knapp 800 Millionen Franken um. Im Vorjahr hatte die CS, die etwa die Exportdaten aus Deutschland analysiert, noch 624 Millionen Franken Umsatz errechnet. Konkrete Zahlen zum Schweizer Umsatz präsentiert Zalando nie.

Pro Bestellung wird weniger ausgegeben

Die Steigerung der Zalando-Umsätze dürfte damit zwar etwas geringer ausfallen als 2017, aber immer noch gut 30 Prozent betragen. Der Gesamtmarkt für Bekleidungs- und Schuhdetailhandel beträgt in der Schweiz rund 8,8 Milliarden Franken. Will heissen: Fast jeder zehnte Franken, den Schweizer für Mode ausgeben, landet bei Zalando.

Weniger erfreulich ist für Zalando allerdings das veränderte Kaufverhalten der Kunden: Pro einzelne Bestellung geben sie weniger aus. Der durchschnittliche Warenkorb ist im dritten Quartal 2018 im Vergleich zur Vorjahresperiode um über 7 Prozent zurückgegangen. Erstmals ist der Wert einer einzelnen Bestellung auf knapp unter 60 Euro bzw. rund 67 Franken gefallen. Im Herbst 2016 lag dieser Wert noch bei 70 Euro oder gut 78 Franken.

Schluss mit Gratis-Retouren

Der Rückgang des Bestellwerts dürfte laut den CS-Experten auch am Trend zum Einkaufen mit dem Smartphone liegen. Hinzu kommt die Möglichkeit von Gratis-Retouren, selbst wenn man sehr wenig bestellt hat. In Italien hat Zalando deshalb bereits beschlossen, auf Bestellungen von unter 25 Euro Versandkosten von 3,50 Euro zu erheben. Es bleibt laut der CS-Analyse abzuwarten, ob die Massnahme bald auch in anderen Ländern eingeführt wird.


(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco am 08.01.2019 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1000 Franken für Kleider

    Wahnsinn, 8,8 Mia. für Bekleidung. Das heisst, jeder Schweizer, inkl. Babys, gibt pro Jahr 1000 Franken für Bekleidung aus. Ich gehöre definitiv nicht dazu, und es geht mir trotzdem gut.

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  • B,D. am 08.01.2019 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keinen Arbeitsplatz in der Schweiz

    Das schlimme ist Zalando hat keinen einzigen Arbeitsplatz in der Schweiz!!!!

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  • zerogo am 08.01.2019 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    ich frage mich

    ich frage mich wie das möglich war, das Zalando so gross wurde. Ihr Konzept ist ja nichts neues, auch gratis Retouren gibt's bei anderen auch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Igel am 09.01.2019 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Ich will meine Kleider/Schuhe im Geschäft Anprobieren und gleich Bezahlen. Retour senden, und neu Bestellen, geht gar nicht. Bei mir Jedenfall`s so.

  • Mitzimuus am 09.01.2019 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Online

    Wieso wird das immer noch so schön geschrieben,alle Online Bestellungen sind auch Umweltsünder,habt ihr euch schon mal überlegt was das alles braucht bis ein Kleidungsstück vom Geschäft bis zu Ihnen nach Hause braucht.Und das meiste wird dann wieder zurück gesandt,geht doch in die Geschäfter dann gibt es auch kein Retoursendungen.Jeder jammert wegen CO2 und und aber bei solchem unnötigen Verunreinigungen habt ihr nichts dagegen.

  • Boris am 09.01.2019 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Onlinehandel gibt mir mehr Lebensfreihei

    Ich bevorzuge nur Onlinehandel und das nutze ich schon seit Jahren. Wenn man sich in Marken-Welt auskennt, dann findet man genaue die gleiche hochwertige Marken auch online. Wozu soll ich (zBsp. sehr aktuell bei mir) wegen eine Mammut Skihose nach ZH fahren, anprobieren, zurück fahren usw. = 2 Std Zeit in 0,nix weg, anstatt in 5 min. in Mammut Onlinestore die Hose auswählen und nach Hause liefern lassen ... Ich habe mir die kostbare Zeit erspart und diese Zeit wo anderes ausgegeben... Wer es bis jetzt nicht verstanden hat, selber Schuld.

    • Alles wird gut am 09.01.2019 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Boris

      Nun ja, alle die wegen steigen online Käufen einmal den Job verlieren werden dieser Gattung Menschen sehr dankbar sein wie die Umwelt auch.

    • Igel am 09.01.2019 14:42 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Onliner

      Ist schon so. Beim Onlinehandel/Bestellung, muss man halt nicht gleich Bar Bezahlen. Daher ziehe ich die Geschäfte mit Beratung vor.

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  • ich bin der Ärmste am 09.01.2019 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Geldkreislauf

    Die Reichen werden immer reicher, weil wir sie mit Gewinnen füttern.

  • Nath am 09.01.2019 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Entwicklung

    Es gibt viele Leute, die nie und nimmer online kaufen würden. Dazu habe auch ich mich gezählt. Bis man es mal ausprobiert und merkt, dass es einfach viel besser ist, als Kleider in einem Laden zu kaufen.