Steuerflucht

04. September 2012 07:36; Akt: 04.09.2012 07:36 Print

Zebra-Methode war unter Experten bekannt

von Alex Hämmerli - Deutsche Steuerbetrüger sollen den Fiskus mit einem dreisten Trick hinters Licht geführt haben. Die betroffene Zürcher Bank gibt sich unschuldig.

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Das Zebra ist unter Steuerrechtlern kein Unbekannter. (Bild: Keystone)

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Bei der Untersuchung der neusten Bankdaten-CD sind deutsche Steuerfahnder auf ein neues Muster gestossen: Bankkunden hätten nicht selten zwei Konten bei derselben Schweizer Bank geführt - ein «weisses», das sie in der Steuererklärung korrekt angaben und ein «schwarzes». Daher die Bezeichnung «Zebra-Methode».

Betroffen sei die Zürcher Bank Coutts. Dort will man jedoch nichts dergleichen wissen: Interne Untersuchungen hätten bislang keine Anhaltspunkte zutage gebracht.

Dass Kunden bei einer Bank mehrere Konten führen, dagegen sei nichts einzuwenden, heisst es bei der Bankiervereinigung. Sollte das Steueramt misstrauisch werden, könne dieses vom Kunden eine Bescheinigung verlangen, auf dem alle Konten aufgelistet sind. Sollte die Coutts solche Papiere fehlerhaft ausgefüllt haben, so könnte sie wegen Gehilfenschaft zu Steuerdelikten zur Rechenschaft gezogen werden.

Ob Bankkunden mittels Zebra-Methode auch bei anderen Finanzhäusern im grossen Stil Geld verstecken, ist bislang nicht gesichert, jedoch gut möglich. Unter Fachleuten ist das Prinzip nämlich schon länger bekannt, wie Steuerrechtler Andreas Böhm, Inhaber einer Berliner Anwaltskanzlei bestätigt. «Unbekannt ist nur das Ausmass».

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • j.t.collins am 04.09.2012 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Lachhaft

    "so könnte sie wegen Gehilfenschaft zu Steuerdelikten zur Rechenschaft gezogen werden." ROTFL - in etwa so wie der UBS nach der Steueraffaire in den USA? Die UBS hat vor Gericht zugegeben das sie wissentlich geholfen haben - aber der CH Behörden habe keine Anklage behoben ....

  • willi am 04.09.2012 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    ja ja die EXPERTEN

    eines Tages werden die EXPERTEN sagen;"das wussten wir schon lange, dass nur der Automatische Informationsaustausch und nicht die Abgeltungssteuer das Richtige ist". Aber was mit den Reichen Schweizer-Konten im Ausland passiert, da wollen die Experten keine schlafenden Hunde wecken.

  • Pierre Groll am 04.09.2012 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schwach, einfach nur schwach

    Was nutzt das dem Steueramt eine Kontoliste zu verlangen von der Hausbank des Kunden ? Konten kann man ja schliesslich auf verschiedenen Banken führen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jens Bergmann am 04.09.2012 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Steuerbetrug

    Das muß aufhören , daß geht zu weit und schädigt letztendlich den Staat - die Gemeinschaft

  • willi am 04.09.2012 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    ja ja die EXPERTEN

    eines Tages werden die EXPERTEN sagen;"das wussten wir schon lange, dass nur der Automatische Informationsaustausch und nicht die Abgeltungssteuer das Richtige ist". Aber was mit den Reichen Schweizer-Konten im Ausland passiert, da wollen die Experten keine schlafenden Hunde wecken.

  • Eugen Keller am 04.09.2012 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich genialer Schachzug!

    Ein paar Reiche verstecken ihr Geld und die Banken helfen. Erstaunt das irgendwen? Reich hilft Reich. Und ein paar profilierungssüchtige Politiker schlachten es politisch aus.. noch überraschender. Mich erstaunt viel mehr, dass offenbar keine beteiligte Partei daran interessiert ist, das Problem mit einem Vertrag zu lösen. Wenn im Gesetz eine Lücke ist, macht man sie eben mit dem richtigen Mittel zu. Kann doch nicht so schwer sein!

  • j.t.collins am 04.09.2012 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Lachhaft

    "so könnte sie wegen Gehilfenschaft zu Steuerdelikten zur Rechenschaft gezogen werden." ROTFL - in etwa so wie der UBS nach der Steueraffaire in den USA? Die UBS hat vor Gericht zugegeben das sie wissentlich geholfen haben - aber der CH Behörden habe keine Anklage behoben ....

  • Pierre Groll am 04.09.2012 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schwach, einfach nur schwach

    Was nutzt das dem Steueramt eine Kontoliste zu verlangen von der Hausbank des Kunden ? Konten kann man ja schliesslich auf verschiedenen Banken führen.