Steuererklärung

27. März 2015 08:36; Akt: 27.03.2015 10:44 Print

Zehn Tricks, um Steuern zu sparen

von C. Landolt - Bis Ende Monat muss die Steuererklärung eingereicht werden. 20 Minuten verrät einige Kniffe, damit die Abgaben nicht zu sehr aufs Portemonnaie schlagen.

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2015 ist das letzte Jahr, in dem der unbegrenzte Abzug der Pendlerkosten zugelassen ist. Ab nächstem Jahr gilt bei der direkten Bundessteuer ein Maximalabzug von 3000 Franken. Die allermeisten Kantone erlauben einen pauschalen Abzug bis 700 Fr. pro Jahr. Sie dürfen die Velopauschale auch dann abziehen, wenn Sie den Drahtesel nur unregelmässig benutzen. Das ist einer der lohnendsten Posten auf der Steuererklärung. Konkret beträgt der Pauschalabzug für jede auswärtige Hauptmahlzeit 15 Franken. Verbilligt der Arbeitgeber die Mahlzeit, ist nur der halbe Abzug von Fr. 7.50 zulässig. Bei geringer Entfernung zwischen dem Wohn- und Arbeitsort akzeptiert der Fiskus den Abzug allerdings nicht. Ab 2016 hebt der Fiskus die Unterscheidung zwischen Aus- und Weiterbildung auf. Damit lassen sich erstmals auch die Kosten für eine freiwillige Zusatzausbildung vom Erwerbsabkommen abziehen. Der Abzug beträgt max. 12'000 Franken pro Jahr. Lehre oder Erststudium sind weiterhin nicht abzugsfähig. Ausnahmen gibt es jedoch auf kantonaler Ebene (z. B. Kanton Bern). Die Zahnarztkosten kann man ebenso wie die allgemeinen Krankheitskosten teilweise vom Einkommen abziehen, sofern sie nicht durch eine Versicherung gedeckt sind. Dazu gehören alle Krankheitskosten, die 5 Prozent des Reineinkommens übersteigen. Eine legaler Trick, wie man die Steuerlast optimieren kann, ist die Einzahlung in eine Pensionskasse. Vorausgesetzt, es gibt eine Lücke in der Pensionskasse (z. B. wegen Erwerbsunterbruch). Auch die Gelder, die in die Säule 3a einbezahlt werden, dürfen abgezogen werden (auch wenn nicht der Maximalbetrag einbezahlt wurde). Wer regelmässig einen wesentlichen Teil der beruflichen Arbeit im privaten Arbeitszimmer erledigen muss, darf einen Anteil für Miete etc. von der Steuer abziehen. Die Praxis ist dabei recht restriktiv: Es muss unzumutbar sein, diese Arbeiten im Büro zu erledigen, weil entweder die nötige Ruhe fehlt oder der Weg zu lang ist. Für die Vermögensverwaltung durch Dritte dürfen je nach Kanton bis zu 15'000 Fr. pro Jahr von der Einkommenssteuer abgezogen werden. Auch Anleger, die ihre Investments selber managen, können Abzüge für Konto- und Depotgebühren geltend machen. Die Obergrenze für die sogenannten Kinderdrittbetreuungskosten ist in den meisten Kantonen recht hoch. In ZH etwa beträgt diese Limite 10'100 Franken, ebenso bei der Bundessteuer. Durch ein geschicktes Timing der Transaktionen von Wertpapieren lässt sich die Besteuerung des Kapitalbetrags reduzieren. Dabei sollte der Verkauf kurz vor der Ausschüttung von Dividenden und Zinsen erfolgen, der Kauf hingegen kurz nach der Ausschüttung.

Unerbittlich: Der Termin für die Abgabe der Steuererklärung naht Ende Monat . (KEYSTONE/Christian Beutler)

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Die Steuererklärung wird immer komplexer. Auch die kantonalen Sonderregelungen stiften Verwirrung. Bei den Abzügen besteht das grösste Sparpotenzial. Deshalb ist es wichtig, die wichtigsten Steuerspartricks zu kennen.

Fahrkosten abziehen
2015 ist das letzte Jahr, in dem der Fiskus einen unbegrenzten Abzug der Pendlerkosten zulässt. Ab nächstem Jahr gilt bei der direkten Bundessteuer ein Maximalabzug von 3000 Franken.

Säule 3a einzahlen
Gelder, die in die Einrichtungen der Säule 3a eingezahlt werden, können vom Einkommen abgezogen werden. Der maximal abziehbare Betrag beläuft sich auf 6768 Franken, für Selbstständige auf 33'840 Franken. Steuertechnisch lohnt sich die Einzahlung, denn der steuerfreie Zins ist höher als auf dem Sparkonto.

Auswärtige Verpflegung angeben
Das ist einer der lohnendsten Posten auf der Steuererklärung. Konkret beträgt der Pauschalabzug für jede auswärtige Hauptmahlzeit 15 Franken. Verbilligt der Arbeitgeber die Mahlzeit, ist nur der halbe Abzug von Fr. 7.50 zulässig. Bei geringer Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort akzeptiert der Fiskus den Abzug allerdings nicht. Die Mittagspause muss netto (also nach Abzug der benötigten Zeit für die Hin- und Rückreise) mindestens 30 Minuten betragen, damit eine Verpflegung zu Hause zumutbar ist.

Aus- und Weiterbildungskosten


Ab 2016 hebt der Fiskus die Unterscheidung zwischen Aus- und Weiterbildung auf. Damit lassen sich erstmals auch die Kosten für eine freiwillige Zusatzausbildung vom Erwerbsabkommen abziehen. Der Abzug beträgt maximal 12'000 Franken pro Jahr. Lehre oder Erststudium sind weiterhin nicht abzugsfähig. Mit Ausnahmen allerdings: Im Kanton Bern können neben dem Kinderabzug von 8000 zusätzlich bis zu 6200 Franken für die nachgewiesenen Ausbildungskosten abgezogen werden. Allerdings darf das Kind kein eigenes Einkommen erzielen, das 24'000 Franken pro Jahr übersteigt.

Pensionskasse nachzahlen
Eine legaler Trick, wie man die Steuerlast optimieren kann, ist die Einzahlung in eine Pensionskasse. Vorausgesetzt, es gibt eine Lücke in der Pensionskasse und man hat Geld, das man weder heute noch morgen zum Leben braucht. Wer erst mit 27 zu arbeiten anfing, einen Erwerbsunterbruch hatte oder heute mehr verdient als früher, hat eine Lücke und darf diese durch freiwillige Einzahlungen decken. Wie gross der Maximalbetrag ist, steht auf dem PK-Ausweis.

Zahnarztrechnungen sammeln
Die Zahnarztkosten kann man ebenso wie die allgemeinen Krankheitskosten teilweise vom Einkommen abziehen, sofern sie nicht durch eine Versicherung gedeckt sind. Dazu gehören alle Krankheitskosten, die 5 Prozent des Reineinkommens übersteigen. In einem Krankheitsfall erhöht sich bei hoher Franchise die Chance, dass Sie die Kosten vom steuerbaren Einkommen abziehen können. Steht eine grössere Zahnsanierung mit mehreren Behandlungen an, sollten sämtliche Eingriffe innerhalb eines Kalenderjahres stattfinden.

Velo abziehen
Die allermeisten Kantone erlauben einen pauschalen Abzug von 300 bis 700 Franken pro Jahr. Sie können die Velopauschale auch dann abziehen, wenn Sie den Drahtesel nur unregelmässig benutzen.

Privates Büro angeben
Wer regelmässig einen wesentlichen Teil der beruflichen Arbeit im privaten Arbeitszimmer erledigen muss, darf einen Anteil für Miete etc. von der Steuer abziehen. Die Praxis ist dabei recht restriktiv, es muss unzumutbar sein, diese Arbeiten im Büro am Arbeitsort zu erledigen, weil entweder die nötige Ruhe fehlt oder der Weg zu lang ist.

Kapitalbetrag reduzieren
Durch ein geschicktes Timing der Transaktionen von Wertpapieren lässt sich die Besteuerung des Kapitalbetrags reduzieren. Dabei sollte der Verkauf kurz vor der Ausschüttung von Dividenden und Zinsen erfolgen, der Kauf hingegen kurz nach der Ausschüttung.

Vermögen verwalten
Für die Vermögensverwaltung durch Dritte dürfen je nach Kanton bis zu 15'000 Franken pro Jahr von der Einkommenssteuer abgezogen werden. Auch Anleger, die ihre Investments selbst managen, können Abzüge für Konto- und Depotgebühren geltend machen. Es lohnt sich in der Regel, den Pauschalbetrag zu nutzen. Dieser beträgt je nach Kanton von 0,5 bis 3 Promille des Vermögens.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • McMoneysac am 27.03.2015 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    ...und jetzt?

    Naja - da ist ja nun wirklich nichts Neues dabei. Das steht ja alles in der Wegleitung zur Steuererklärung. Einige Abzüge werden sogar automatisch gemacht, wenn man die Steuererklärung am Computer ausfüllt.

  • Mr. Money am 27.03.2015 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Der Berg hat eine Maus geboren

    Vielen Dank für die "wertvollen" Tipps. Wer hat denn so was noch nicht gewusst? Aber der Beste ist natürlich Nr. 10 von den Dividenden, mit dem "umlagern" von Wertpapieren. Der "Normalo" freut sich da ganz besonders. :(

  • Arthur Patt am 27.03.2015 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Steuertrick??

    Ein Trick ist eine Täuschung. Somit bei der Steuererkl. nicht anwendbar. Die von ihnen aufgeführten "Tricks" sind Tipps und legal!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ram am 28.03.2015 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krankheitskosten

    War es bei Krankheitskosten nicht so dass man alles über 2% des Reineinkommens abziehen konnte? Wurde dass auf 5 erhöht oder habe ich jetzt ein durcheinander?

  • Pesche Müller am 28.03.2015 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nächstes Jahr früher aufstehen

    Dieser Artikel ist sowas von gestern. Im Kanton Fribourg ist Abgabetermin der Steuererklärung 1. März!

  • Goldacher am 28.03.2015 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Tipp!

    Ist das ein Witz? Bei kleinen Einkommen und etwas Aktienkapital (z. B. Rentner) macht es null Sinn, auf eine Dividende zu verzichten! Die Verrechnungssteuer wird bekanntlich zurückerstattet, somit hat man trotz Steuerabzug mehr Geld.

  • Chris am 28.03.2015 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Peanuts

    Die indirekten Steuern und Abgaben machen ein vielfaches der Steuerrechnung aus. Da würde sich rechnen schon mehr lohnen. Ein halbes Päckli Zigi weniger pro Tag und man spart aufs Jahr schon gegen 1'000.-- Stutz Steuern.

  • Steueropfer am 28.03.2015 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus- und Weiterbildugskosten

    Mit unserem Staatlichen Schulsystem konnte unser Sohn sein Berufswunsch nicht weiter verfolgen, da er das Niveau "A" besuchte. Wir Eltern geben Ihm nun die Möglichkeit, eine Privatschule zu besuchen um so sein Wunsch zu erfüllen. Diese hohen Beträge die wir jedes Jahr für diese Ausbildung leisten, kann man von der Steuer nicht abziehen. Wir finden das nicht fair, wir haben hohe Ausgaben und werden so nicht richtig besteuert. Wir geben auch so anderen Lehrer ihre Arbeitsplätze. Die dann ihr Lohn somit auch versteuern müssen. Der Staat sollte auch die schulisch schwächeren Kinder unterstützten.

    • Goldie am 28.03.2015 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ach jaaa?

      Villeicht sollten sie und ihr Sohn damit abfinden, dass er schlicht ungeeignet ist für seinen Traumberuf? Ich würde mich jedenfalls nicht gern von einem Arzt operieren oder Anwalt vertreten lassen, der es erst im zweiten Anlauf und nach der Privatschule packte. Genauso wenig würde ich mein Auto einem Mechaniker überlassen der seine LAP zuerst nicht bestand.

    • Steueropfer am 28.03.2015 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Goldie

      Ach ja, und weil sie Hellseher sind und wissen wer wo wie was Studiert hat. Soll man nur die sogenannten gescheiteren unterstützen? Auch die besser qualifizierte Schüler packen es zum teil nicht beim ersten Mal.Fakt ist, dass man Ausgaben hat. Und somit sollte jedermann diese als Abzug auch in Anspruch nehmen dürfen.

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