Neuer VR?

10. Dezember 2008 22:50; Akt: 11.12.2008 08:56 Print

Ziehts Ackermann zur UBS?

von Werner Grundlehner - Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, soll das VR-Präsidium der UBS übernehmen. Experten mögen der Meldung der «Zeit» aber nicht viel Glauben schenken.

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Die Online-Ausgabe der deutschen «Zeit» berichtete am Mittwoch, die Schweizer Grossbank sei seit Wochen auf der Suche nach einer neuen Führung. In Josef Ackermann, dem Schweizer CEO der Deutschen Bank, sei nun ein VR-Präsident gefunden worden. Bankenexperte Hans Geiger schenkt dieser Meldung wenig Glauben: «Für die UBS ist eher Aufräumen als Aufbrechen angesagt.» Zudem sei die Mannschaft um VR-Präsident Peter Kurer selbst relativ neu. «Man muss im Zusammenhang mit dem Hilfspaket auch davon ausgehen, dass die aktuelle Führung das Vertrauen von Bund und Behörden geniesst.»

Vorzeige-«Buh-Banker»

Ackermann hält die Deutsche Bank, die einen höheren Verschuldungsgrad als die UBS aufweist, erstaunlich erfolgreich auf Kurs. In deutschen Medien wird er aber regelmässig als der Vorzeige-«Buh-Banker» angeprangert. Laut «Zeit» würde Ackermann kaum absagen, falls ein Jobangebot der UBS durch die Anfrage einer Regierungsstelle ergänzt würde. Dazu Manuel Ammann, Professor an der Uni St. Gallen: «Der Bund hat das Hilfspaket so konzipiert, dass er juristisch nicht UBS-Aktionär ist. Somit kann er nicht direkt eingreifen und mitwirken.»