Betrug bei der Einreise

29. Januar 2020 07:51; Akt: 29.01.2020 13:10 Print

Drei von vier Schweizern deklarieren Waren nicht

von Dominic Benz - Wer im Ausland auf Einkaufstour geht, muss bei der Rückreise seine Waren verzollen. Laut Umfrage betrügen aber rund drei Viertel der Schweizer.

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Für viele Schweizer gehört die Einkaufstour in den Ferien im Ausland dazu. Doch bei der Rückreise schmuggeln viele ihre Einkäufe am Zoll vorbei. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Buchungsplattform Ebookers.ch. So deklarieren rund drei Viertel der Schweizern ihre Waren ab und zu nicht und spazieren etwa am Flughafen direkt durch den grünen Zollbereich – obwohl der Wert ihrer importierten Waren den zollfreien Betrag von 300 Franken überschreitet und daher der Mehrwertsteuer unterliegt Laut Umfrage schmuggeln die Reisenden am häufigsten Alkohol über den zollfreien Mengen in die Schweiz. Aber auch bei Kleidern, elektronischen Geräten sowie Schmuck und Uhren wird der zollfreie Wert oft überschritten. Wer aber mit nicht deklarierten mehrwertsteuerpflichtige Waren am Zoll erwischt wird, riskiert teils hohe Strafen, da es sich um ein Offizialdelikt handelt. «Es gibt ein Zollstrafverfahren und eine Busse. Zudem müssen die hinterzogenen Abgaben nachbezahlt werden», sagt Michael Steiner, Sprecher der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV), zu 20 Minuten. Wer beispielsweise Kleider im Wert von 400 Franken nicht verzollt, muss mit einer Busse zwischen 50 und 120 Franken rechnen. Zusätzlich müssen die hinterzogenen Abgaben von rund 30 Franken bezahlt werden. Die Abgaben auf Tabak und Alkohol sind deutlich höher: Im Gegensatz etwa zu Kleidern kommen neben Mehrwertsteuern noch Zollabgaben hinzu. «Entsprechend fallen auch die Bussen für Tabak- oder Alkoholschmuggel höher aus», so der EZV-Sprecher. Trotz Strafen scheinen die Schweizer aber keine Angst zu haben, beim Schmuggeln erwischt zu werden: 8 von 10 der Befragten treffen jeweils keine speziellen Massnahmen, um bei den Zollbeamten nicht aufzufallen. Vor allem die unter 50-Jährigen glauben, mit simplen Tricks einer Durchsuchung entgehen zu können. 5 Prozent dieser Gruppe ziehen daher die in den Ferien neu gekaufte Kleider gleich an, um den Beamten glaubhaft zu machen, die Jeans oder die Jacke seien nicht neu. Ebenso beliebt ist es, die Etiketten wegzuschneiden oder extra langsam durch den grünen Bereich zu gehen, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.

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Egal ob Jeans, Smartphones oder Souvenirs – Schweizer gehen in ihren Ferien gern auf Shoppingtour. Doch bei der Rückreise schmuggeln viele ihre Einkäufe am Zoll vorbei. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Buchungsplattform Ebookers.ch.

So deklarieren rund drei Viertel der Schweizern ihre Waren ab und zu nicht und spazieren etwa am Flughafen direkt durch den grünen Zollbereich – obwohl die importierten Waren die Wertfreigrenze von 300 Franken überschreiten und daher der Mehrwertsteuer unterliegen (siehe Box).

Offizialdelikt

Laut Umfrage schmuggeln die Reisenden am häufigsten Alkohol über den zollfreien Mengen in die Schweiz. Aber auch bei Kleidern, elektronischen Geräten sowie Schmuck und Uhren wird der zollfreie Wert oft überschritten.

Wer aber mit nicht deklarierten mehrwertsteuerpflichtige Waren am Zoll erwischt wird, riskiert teils hohe Strafen, da es sich um ein Offizialdelikt handelt. «Es gibt ein Zollstrafverfahren und eine Busse. Zudem müssen die hinterzogenen Abgaben nachbezahlt werden», sagt Michael Steiner, Sprecher der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV), zu 20 Minuten.

Hast du deine Einkäufe schon mal nicht verzollt? Was ist dann passiert? Wurdest du von Beamten durchsucht und erhieltst eine Busse? Erzähle uns hier von deinen Erlebnissen:

Hohe Bussen

Zudem gilt: Je mehr Waren illegal eingeführt werden oder je höher deren Wert ist, desto höher sind auch die hinterzogenen Abgaben. «Entsprechend fallen auch die Bussen höher aus», so Steiner. Diese würden gewöhnlich ein Mehrfaches der hinterzogenen Abgaben betragen – unabhängig davon, ob es sich um Tabak, Alkohol oder Kleider handle.

Wer beispielsweise Kleider im Wert von 400 Franken nicht verzollt, muss mit einer Busse zwischen 50 und 120 Franken rechnen. Zusätzlich müssen die hinterzogenen Abgaben von rund 30 Franken bezahlt werden.

Die Abgaben auf Tabak und Alkohol sind deutlich höher: Im Gegensatz etwa zu Kleidern kommen neben Mehrwertsteuern noch Zollabgaben hinzu. «Entsprechend fallen auch die Bussen für Tabak- oder Alkoholschmuggel höher aus», so der EZV-Sprecher.

Tricks der Reisenden

Trotz Strafen scheinen die Schweizer aber keine Angst zu haben, beim Schmuggeln erwischt zu werden: 8 von 10 der Befragten treffen jeweils keine speziellen Massnahmen, um bei den Zollbeamten nicht aufzufallen. Vor allem die unter 50-Jährigen glauben, mit simplen Tricks einer Durchsuchung entgehen zu können.

5 Prozent dieser Gruppe ziehen daher die in den Ferien neu gekauften Kleider gleich an, um den Beamten glaubhaft zu machen, die Jeans oder die Jacke seien nicht neu. Ebenso beliebt ist es, die Etiketten wegzuschneiden oder extra langsam durch den grünen Bereich zu gehen, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Hingegen getraut sich laut Umfrage kaum jemand, beim Schmuggeln fremde Personen zu involvieren. Auch die eigenen Kinder werden mehrheitlich dafür nicht benutzt.

Zielgerichtete Kontrollen

Die Zollverwaltung warnt aber vor solchen Tricks. «Im Rahmen eines Zollstrafverfahrens kann die Zollfahndung auch Informationen zu Kreditkartenabrechnungen einfordern», so Steiner. Zudem würden die Zollbeamten zielgerichtet und in Form von Stichproben kontrollieren. «Sie stehen täglich an der Grenze und verfügen deshalb über sehr viel Erfahrung im Erkennen von Schmuggeltricks.» Im letzten Jahr seien allein im Reiseverkehr über 30'000 Schmuggelfälle aufgedeckt worden.

Wer es trotz Schmuggeln über den Zoll geschafft hat, sollte sich aber noch nicht in Sicherheit wähnen. Laut Steiner können solche Verstösse nicht nur direkt an der Grenze, sondern auch zu einem späteren Zeitpunkt bestrafen werden – und zwar so lange, bis die Verjährung erreicht ist.


Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.Pagano am 29.01.2020 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wundert mich nicht

    Wenn Wunder es bei diesen Kosten und Preise in der Schweiz

    einklappen einklappen
  • Banana blanca am 29.01.2020 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grüezi

    Logo. Bezahlen sonst schon zuviel für unser lebensunterhalt...

    einklappen einklappen
  • Karl am 29.01.2020 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nein danke

    Zoll gehört ins Mittelalter und schmuggeln ist ein kavaliersdelikt.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Uli Wichelegger am 11.02.2020 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Verjährung

    Und wie lange geht es, bis die Verjährung erreicht ist? Das wäre doch mal eine Information.

  • Die Pessimistin am 03.02.2020 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz = Schurkenstaat

    Verzolle auch nix mehr aks Sozialhilfeempfänger 50plus.

  • ALCAPONE am 02.02.2020 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    UND JETZT?

    10 von 10 bänkern leben durch zinsen, aus geld geld schaffen...

  • Emanuel am 01.02.2020 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Verzollen ja, wenn der Betrag hoch ist

    Ich wollte einmal ein paar Biere, die ich zuviel eingekauft habe, verzollen. Als ich dem Zöllner den Kofferraum aufmachte, war ihm die Mühe dann doch zu gross und ich wurde durchgelassen.

  • Mgo am 31.01.2020 00:20 Report Diesen Beitrag melden

    Bargeld ist Gold wert

    Bargeld ist Gold wert!!!!! Zum Thema Kreditkartenabrechnungen einsehen vom Zoll!