Der Franken ist schuld

14. Februar 2012 17:42; Akt: 14.02.2012 19:11 Print

Zürich ist die teuerste Stadt der Welt

Der «Economist» hat Zürich zum kostspieligsten Pflaster der Welt erkoren. Nirgendwo sind die Lebenshaltungskosten so hoch wie «world class swiss made». Mitverantwortlich ist der starke Franken.

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Bisher waren Tokio, Osaka oder Oslo immer die teuersten Städte der Welt. Die Erhebung wird seit über 20 Jahren vom renommierten britischen Wirtschaftsmagazin «Economist» gemacht. Zum ersten Mal hat es jetzt Zürich auf den ersten Platz geschafft.

Die Banken- und Finanzstadt hat damit vier Plätze gut gemacht. Auf Rang drei liegt mit Genf bereits die nächste Schweizer Stadt. Auch sie hat mit sechs Plätzen kräftig aufgeholt. Laut dem «Economist» sind in Genf die Lebenshaltungskosten seit dem letzten Jahr um 30 Prozentpunkte angestiegen.

Starker Franken macht Zürich teuer

Dass die Schweiz und Japan im Ranking derart klar an der Spitze liegen, hängt auch mit ihrer starken Währung zusammen. Für Zürich ist der starke Franken wohl der Hauptgrund, dass die Stadt sich an die Spitze der Rangliste setzen konnte, schreibt der «Economist».

Die Währungsstärke ist denn auch ein Grund, weshalb auch die australischen Städte wie Sydney und Melbourne so weit oben platziert sind. Aber auch Städte wie Paris oder Frankfurt - schaffen es trotz des verhältnismässig schwachen Euro immer noch unter die teursten zehn.

Asiens Städte holen auf

Teurer zum leben werden zudem je länger je mehr auch asiatische Metropolen. So hat Singapur zwar im aktuellen Ranking drei Plätze verloren und landet auf Platz neun. Doch die Präsenz anderer asiatischer Städte wie Hongkong, Schanghai oder Peking in der Rangliste der teuersten gewinnt an Bedeutung. Bereits stammen 14 der 50 teuersten Städte aus dem asiatischen Raum. 24 der teuersten Städte der Top 50 sind europäisch.

Wenn man das Feld von hinten aufrollt, also die weltweit billigsten Städte zum Leben sucht, ergibt sich folgendes Bild: Am günstigsten lebt es sich in der pakistanischen Hafenstadt Karachi, gefolgt von Mumbai (Indien) und Teheran (Iran).

Was kostet Weissbrot, Reis oder Benzin?

Für die Berechnung der Lebenshaltungskosten erstellt der «Economist» einen Index (World Cost of Living Index, WCOL, vgl. Grafik unten). Alle Städte werden verglichen mit New York City, dessen WCOL-Index 100 beträgt. Die Grundlage für die Preisberechnungen bilden über 400 Preise von 160 Produkten und Dienstleistungen (Nahrung, Kleidung, Haushaltprodukte, Wohn-, Transport-, Bildungs- sowie Freizeitkosten).

Dazu werden in den Städten werden jeweils über 50 000 verschiedene Preisbeispiele gesammelt. In jeder Stadt werden so die Kosten für mehr als 160 verschiedene Produtke berechnet. Verglichen werden zum Beispiel die Kosten für ein Kilo Weissbrot aus dem Supermarkt, ein Kilo Reis oder einen Liter bleifreies Benzin.

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www.worldwidecostofliving.com

(egg)