19 Prozent billiger

30. August 2015 10:53; Akt: 30.08.2015 15:24 Print

Zum Apotheker statt Arzt – und Prämien sparen

Wer sich zuerst beim Apotheker beraten lässt, soll rund 19 Prozent weniger bei der Grundversicherung berappen. Der Ärzteverband kritisiert das neue Versicherungsmodell.

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«Wir sparen Geld im Gesundheitswesen»: Viele Fälle könnten auch von Apothekern behandelt werden, so Swica-Sprecherin Silvia Schnidrig. (17. Januer 2006) Foto: AP Photo/Kai-Uwe Knoth

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Die Krankenkasse Swica lanciert zusammen mit den Toppharm-Apotheken eine neuartige Krankenversicherung. Kunden, die sich anstelle vom Arzt als erstes vom Apotheker beraten lassen, erhalten rund 19 Prozent Rabatt auf die normale Grundversicherungsprämie. Das Versicherungsmodell sei noch nicht formell abgesegnet, man rechne aber damit, dass es so eingeführt werden könne, sagt Swica-Sprecherin Silvia Schnidrig gegenüber der «Schweiz am Sonntag».

Die 687'000 Grundversicherten der Winterthurer Krankenkasse sind bereits heute zu einem grossen Teil in alternativen Managed-Care-Modellen versichert. Konkret sieht die neue Versicherung vor, dass sich Versicherte bei Krankheitsfällen zunächst in speziell zertifizierten Apotheken des Netzwerks Toppharm beraten lassen. Diese über eigens dafür eingerichtete Beratungszimmer und beschäftigten mindestens einen für diese Tätigkeit vom Apothekenverband Pharmasuisse zertifizierten Apotheker.

«Wissen der Apotheker reicht nicht»

Während die Kooperation für die angeschlossenen Apotheken einen gesicherten Mehrumsatz bietet, verspricht sich die Swica tiefere Arztkosten. «Viele Fälle lassen sich in der Apotheke lösen», sagt Sprecherin Silvia Schnidrig. «Wir sparen Geld im Gesundheitswesen, wenn die Versicherten nicht bei jeder Bagatelle erst zum Arzt gehen.» Viele Leute handelten bereits heute so. Mit einem solchen Versicherungsmodell könne man sie belohnen.

Kritik zum neuen Modell kommt vom Ärzteverband FHM. Er bezweifle, dass dieses Modell wirklich die Kosten senke, sagt Verbandspräsident Jürg Schlup. «Der Apotheker wird nur wenige Fälle abschliessend behandeln können.» Für eine Diagnose genügten die Kenntnisse der Apotheker im Vergleich zu jenen der Ärzte nicht, auch wenn die Kompetenzen der Apotheker unlängst erweitert worden seien. «Falls der Apotheker Zusatzuntersuchungen empfiehlt, um seine Diagnose abzusichern, kann es durchaus teurer werden.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • FMH. Bergen am 30.08.2015 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gang in die Apotheke

    Finde ich gut. Warum immer zuerst zum Arzt rennen? Bei einer normalen Grippe ohne Komplikationen oder leichten motorischen Beschwerden kann das durchaus Sinn machen. Schöner Nebeneffekt ist ja das somit das Gesundheitswesen auf dem Buckel der Allgemeinheit geschont wird.

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  • Sally Mami am 30.08.2015 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    Die Apotheker und Assistentinnen haben eine sehr gute Ausbildung! Sie wissen auch wann der Gang zum Arzt wichtig ist! Der Apotheker hat genau wie der Arzt studiert und hat nicht ein so eingeschränktes Sortiment an Medikamenten wie der arzt! Es können Erkältung und Grippesymtome sowie Hautkrankheiten und andere Leiden professionell erkannt und behandelt werden. Da habe ich schon mehr schlechte Erfahrungen mit Ärzten gemacht!

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  • Sparfuchs am 30.08.2015 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr sparen

    Und wenn ich vorher die Swisscom-Auskunft anrufe wird es dann noch billiger?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • riri am 31.08.2015 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dr.

    Das wird mit Sicherheit nicht billiger! Die Aptheker schicken uns täglich Leute, die nichts haben und auch nicht gekommen wären, wenn sie nicht schnell ein Verbändli in der Apotheke geholt hätten... Die Apotheker sind unsere rentabelsten Zuweiser.

  • Felix W am 31.08.2015 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naivität

    Die Idee ist generell interessant und nicht nur in der Medizin. Ich denke wenn ich das nächste Haus baue gebe ich einem Zeichner den Auftrag und nicht dem Architekt. Es wird sicher weniger Kosten. Interessant .. In der Schweiz wird für alles Fähigkeitsnachweis und Diplom verlangt. Eidgenossischdiplomierte Putzleute usw. Aber unsere Gesundheit wollen wir den Laien anvertrauen damit es weniger kostet? Ohne mich!

    • christian am 31.08.2015 23:51 Report Diesen Beitrag melden

      echt naiv

      Leihen sind heute die Dr. mit den Diplomen. Hier geht es nur noch ums pure Geld und nicht mehr um qualifizierte Heilung (Sprech hier von allgemein prakt. Ärtze) Übrigens Apotheker sind näher an den Leuten und Verfügung um auch sehr gute Ausbildungen (Diplome) Schwachsinn, das auf Papier zu reduzieren.

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  • Goldmelisse am 31.08.2015 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheitskosten vermindern

    Ist für alle die nicht blindlings den Arztempfehlungen vertrauen sehr sinnvoll. Mit Eigeninititiative und -interesse an medizinischen und Gesundheitsthemen absolut empfehlenswert.

  • B. Wiederkehr am 31.08.2015 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    möglichst grosser Selbstbehalt wählen.

    Um die Gesundheitskosten tief zu halten, wählt man am besten einen hohen Selbstbehalt. Dann rennt man automatisch nicht sofort zum Arzt wegen jedem Zipperlein. DAS RECHNET SICH! Ich weiss das dieses Modell für viele Menschen nicht in Frage kommt, da viele kronisch kranke teure Medikamente und Behandlungen benötigen.

  • N. Liber-Feudalmann am 31.08.2015 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Genau

    Anstelle einen studierten Mediziner zu konsultieren, ist es doch besser, gleich zumVerkäufer für Pharmaprodukte zu gehen. Der hat ja alles Interesse daran, dass man möglichst wenige seiner feinen und gesunden Produkte konsumiert, die Milliardengewinne und Millionenboni für die Pharmaindustrie generieren. Aber ja nicht im Internet im Ausland bestellen. Das ist dann ja gefährlich. Werft mal endlich diese Lobbyisten aus der Regierung!