Versicherungen

10. Februar 2011 07:21; Akt: 10.02.2011 15:52 Print

Zurich Financial Services mit Gewinneinbruch

Der Versicherungskonzern Zurich Financial Services (ZFS) hat im vergangenen Geschäftsjahr Gewinn eingebüsst: Unter dem Strich blieben 3,4 Mrd. Dollar.

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Erdbeben und Unwetter haben beim Versicherungskonzern Zurich Financial Services (ZFS) auf den Gewinn gedrückt: Unter dem Strich blieben 3,43 Mrd. Dollar. Das sind 13 Prozent weniger als im Vorjahr.

Für Konzernchef Martin Senn verbirgt der 2010 erlittene Gewinnrückgang aber die Profitabilität und das gesunde Geschäft des Unternehmens, wie er am Donnerstag in Zürich sagte. In seinem ersten Jahr als CEO hätten sich Grossschäden überdurchschnittlich gehäuft, die Mehrkosten gegenüber 2009 betrügen über 600 Mio. Dollar.

Alleine das Erdbeben in Chile schlug mit 175 Mio. Dollar zu Buche. Die Unwetter in Australien im Dezember kosteten 100 Mio. Dollar, die Überschwemmungen in Brisbane im Januar würden wohl darüber liegen, sagte Finanzchef Dieter Wemmer.

Weitere Sonderbelastungen waren der Abschreiber von 330 Mio. Dollar auf das aufgegebene Geschäft mit gewerblichen Immobilienkrediten in Irland und Grossbritannien sowie die Beilegung einer Sammelklage wegen überhöhter Gebühren in Amerika, die im dritten Quartal für 295 Mio. Dollar erzielt worden war.

Aber auch die Einnahmen schrumpften: Beim Gesamtumsatz (Bruttoprämien, Policengebühren, Beiträge mit Anlagecharakter und Managementgebühren) büsste die Zurich Financial Services Group (ZFS) 3 Prozent ein auf 67,7 Mrd. Dollar. Der operative Gewinn (Business Operating Profit, BOP) sank um 13 Prozent auf 4,9 Mrd. Dollar.

Genügend Mittel für Dividende

Die Zuversicht für die Geschäftsstrategie wolle Zurich mit einer «äusserst attraktiven» Dividende unterstreichen, sagte Senn, der im Dezember ein Sparprogramm im Umfang von rund 500 Mio. Dollar angekündigt hat, das aber nicht zu Entlassungen in grossem Ausmass unter den rund 60 000 Angestellten führen soll.

Die Aktionäre profitieren nicht nur von einer auf 17 (Vorjahr: 16) Fr. erhöhten Ausschüttung pro Titel. Die Dividende ist zudem in der Schweiz nicht verrechnungssteuerpflichtig, weil sie aus den Reserven der Kapitaleinlagen geleistet wird. Es ist die höchste Dividende seit dem Jahr 2000.

Zurich sieht sich mit einem Eigenkapital von 32 Mrd. Dollar als gut kapitalisiert an, auch wenn sich die vom Konzern intern berechnete Solvenzquote innert Jahresfrist von 136 auf 119 Prozent der erforderlichen Eigenmittel verschlechterte. Zahlen gemäss neuem Schweizer Solvenztest (SST) will Zurich im Frühling vorlegen.

Übernahme-Ambitionen

Senn sieht Möglichkeiten für Übernahmen «rund um den Globus, nicht nur in Wachstumsmärkten», will aber nicht blind einkaufen. Stark entwickelt hat sich Zurichs Anteil von 20 Prozent am Lebensversicherer New China Life, der einen Aufwertungsgewinn von rund 1 Mrd. Dollar brachte.

In Tiefzinsländern wie der Schweiz trat Zurich bei den Lebensversicherungen angesichts der zu leistenden Verzinsung auf die Bremse. Dennoch wuchs das Geschäft weltweit um 6 Prozent auf 27,7 Mrd. Dollar. Der operative Gewinn (BOP) der Sparte stagnierte bei 1,5 Mrd. Dollar.

Im Sachversicherungsgeschäft brach der BOP um 23 Prozent auf 2,7 Mrd. Dollar ein, was neben den Grossschäden auch an tieferen Anlageerträgen lag. Die Bruttoprämien und Policengebühren der Sparte schrumpften um 3 Prozent auf 33,1 Mrd. Dollar. Stark gestiegen ist das Anlageergebnis des Konzerns, das um 35 Prozent auf 8 Mrd. Dollar kletterte.

(sda)