Jobbörsen

13. November 2016 21:24; Akt: 13.11.2016 21:24 Print

Zwei von drei Stellen werden nie ausgeschrieben

Über 60 Prozent aller Stellen in der Schweiz werden niemals auf Jobportalen im Internet veröffentlicht. Das zeigt eine neue Studie.

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Wer auf Jobsuche ist, sollte seine Suche unbedingt auf Firmenwebsites ausweiten: Der grösste Teil aller Stellen wird in der Schweiz niemals auf öffentlichen Jobportalen landen. Laut einer neuen Studie schreiben Firmen in der Schweiz gerade mal eine von drei offenen Stellen auf Stellenbörsen im Internet aus. Das zeigt eine Untersuchung der Firma Metapage, Betreiber der Plattform Markenjobs.ch. Für die Studie wurden 100 mittelgrosse bis grosse Schweizer Arbeitgeber analysiert.

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Noch viel extremer sind die Zahlen einiger Grossfirmen: Denner, Ikea oder Novartis beispielsweise schreiben nicht einmal 10 Prozent ihrer offenen Stellen auf grossen Jobportalen aus. «Für Generalisten benötigt Novartis kein externes Portal, da wir mit der Ausschreibung auf unserer Website ausreichend geeignete Kandidaten finden», sagt Satoshi Sugimoto zu 20 Minuten. Suche man Spezialisten, nutze man nicht die allgemeinen Jobportale, sondern Stellenbörsen, die auf den entsprechenden Berufszweig spezialisiert seien.

Bewerbungsflut vermeiden

Auch Denner sagt, gerade bei offenen Stellen im Bereich Logistik und Verkauf erreiche man über die eigene Website bereits genügend geeignete Bewerber. Ikea-Sprecher Aurel Hosennen erklärt das Vorgehen des Möbelhauses wie folgt: «Als Erstes werden Job-Vakanzen bei uns für zwei Wochen intern ausgeschrieben.» Konnte die Stelle so nicht besetzt werden, wird sie auf der Firmenwebsite veröffentlicht. Oft reiche das, um eine regelrechte Bewerbungsflut auszulösen: «Bis zu 150 Bewerbungen innert drei bis fünf Tagen sind bei Verkaufs- und Logistikstellen keine Seltenheit», so Hosennen.

Klar ist auch, dass sich so viel Geld sparen lässt, denn Firmen, die ihre offenen Stellen online auf Stellenportalen ausschreiben wollen, müssen dafür viel Geld in die Hand nehmen: Zwischen 590 und 650 Franken kostet ein Inserat auf den grössten Schweizer Jobportalen pro Monat.

(dv)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani am 13.11.2016 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RAV

    Ich bin zur Zeit auch Arbeitslos, auf dem Markt sieht es leider nicht rosig aus desshalb ging ich zum RAV. Ich wurde dort sehr enttäuscht sowie abgefertigt von einer Deutschen Angestellten. Wir alle zahlen Arbeitslosengelder und werden so behandelt ich konnte es kaum fassen. Ich hoffe auf bessere Zeiten.

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  • carmen diaz am 13.11.2016 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    dafür braucht es keine studie,...

    ...das war schon immer so...

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  • Blödsinn am 13.11.2016 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hang zur Realität verloren?

    Viel Geld in die Hand nehmen? Diese Firmen machen teilweise Milliardengewinne. Da merkt man ein paar Hundert Franken nicht mal wenn sie fehlen würden. Nur bei den Mitarbeiterlöhnen ist man dann in der Regel knausrig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A.F am 14.11.2016 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe

    Ich suche auch noch eine Stelle im Kanton SG oder GL. Weiblich, 38, gelernte Floristin. Erfahrung im Verkauf, Lager und Büro...

  • Anton Keller am 14.11.2016 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    spezialisiertes Portal

    Auf einem spezialisierten Portal habe ich eine Programmier-Stelle in Mendrisio gefunden, die für 30000 Fr. p.a. ausgeschrieben wurde. Klar, dass solche Firmen das RAV meiden. Ein italienischer Grenzgänger wird die Entlohnung garantiert genügend finden.

  • Benni Trachsler am 14.11.2016 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Im Westen nichts Neues...

    Dass das RAV einem oder einer Firma eine Stelle vermittelt, ist wie ein Sechser im Lotto. In unserer Firma (180 Angestellte) finden wir rund 50% durch Mund zu Mund Propaganda und 25% über Praktikas, danach werden geeignete Leute unter Vertrag genommen. Den Rest suchen wir über Online- und Printmedien-Inserate (fachspezifische, spezialisierte Zeitschriften). Mitarbeiter werben Mitarbeiter; wenn eine Anstellung zustande kommt, bekommt der Mitarbeiter CHF 250 und einen Tag frei.

  • Arbeitgeber am 14.11.2016 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Ich entlasse jetzt 2 ü50. Warum? ich habe über ein Jahr gesagt, dass Sie sich PC und Englischkenntnisse aneignen müssen. Kurse hätte ich übernommen. Nein brauchten Sie 30 Jahre nicht jetzt wollen Sie es nicht mehr. Sorry leider kann ich meine Firma ( Hotel ) ...nicht mehr mit ein Schreibblock und ein Taschenrechner führen. ...und das ist das Problem bei 90% ü 50. ...deshalb schreibe ich auch nicht mehr beim Rav aus...da 70% nie auf die Stelle passen und sich nur bewerben müssen. Bzw Mutter Ü50 - 20 Jahre nicht im Job...sucht nun da geschieden...möchte 7000+ aber keine Erfahrung.

    • Sbu am 14.11.2016 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Arbeitgeber

      Ich beherrsche den PC und nebst Englisch spreche ich noch französisch und etwas italienisch. Bin auch Ü50 und suche eine neue Herausforderung.

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  • Rinaldo Caminada am 14.11.2016 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach....

    Viele Hoteliers inserieren nur in ausländischen Medien, um Saisonmitarbeiter zu finden. Diese reisen dann auf eigene Kosten an, um sich vorzustellen. Oft wird die Porbezeit im Vetrag absiczhtlich auf 4 Wochen angesetzt, um dann im Januar, wenn die Gästzahlen rapide sinken, viele von ihnen grundlos zu entlassen. So z.B. passiert vor einigen Jahren in Valbella.

    • Rolf Müller am 14.11.2016 09:57 Report Diesen Beitrag melden

      Traurig

      Genau so ist es. Eine gängige Praxis in den Saisonbetrieben. Im Januar wird ausgesiebt. Eine Riesensauerei !!

    • marius am 14.11.2016 10:13 Report Diesen Beitrag melden

      ja so ist es

      ja sie können auch bleiben...bekommen halt einfach kein lohn...was soll die gastro machen...einzig wo geld ins haus kommt ist durch dem gast. kein schnee - kein gast.

    • Stan am 14.11.2016 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rinaldo Caminada

      nicht nur in Valbella, auch in anderen Skiorten (Wallis) gang und gäbe...

    • Frank Walter am 14.11.2016 14:57 Report Diesen Beitrag melden

      immer öfters

      Das nennt sich: Abwälzung des Geschäftsrisikos auf die Angestellten. Die ALK darf dann zahlen. Schlussendlich also wie überall: Gewinne privatisieren und Verluste der Allgemeinheit aufdrücken.

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