Ein- und Ausstempeln

30. September 2019 16:42; Akt: 30.09.2019 16:50 Print

Ohne Zeiterfassung arbeiten wir deutlich mehr

Wer seine Arbeitsstunden nicht erfasst, arbeitet laut einer Studie 6 Stunden mehr in der Woche und kann Familie und Beruf weniger gut vereinbaren.

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Ein- und Ausstempeln ist bei vielen Jobs Alltag. Wird auf die Erfassung der Arbeitszeit verzichtet, fallen pro Woche rund 6 Arbeitsstunden mehr an: Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Genf im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco).

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Wird gestempelt, beträgt die Arbeitszeit laut Studie im Schnitt 39,6 Stunden pro Woche. Arbeitnehmer, die auf die Zeiterfassung verzichten, arbeiten hingegen wöchentlich rund 45,6 Stunden. Wer eine vereinfachte Arbeitszeiterfassung verfolgt, arbeitet etwa 41,8 Stunden pro Woche. Bei der vereinfachten Zeiterfassung wird nicht gestempelt. Stattdessen wird nur die Anzahl geleisteter Arbeitsstunden dokumentiert.

Stempeln reduziert Stress nicht unbedingt

Arbeitnehmer, die keine Zeit erfassen, sind auch oft von atypischen Arbeitszeiten betroffen, etwa Einsätzen am späten Abend. Fehlt die Zeiterfassung, kommt es zudem zu mehr Schwierigkeiten, Familie und Beruf zu vereinbaren.

Der Gesundheitszustand leidet aber nicht darunter und ist nicht schlechter als bei jenen, die ihre Arbeitszeit systematisch erfassen. Ebenfalls besteht kein direkter Zusammenhang zwischen der Art der Arbeitszeiterfassung und dem Ausmass an Stress.

Allerdings müssen Begleitmassnahmen wie Homeoffice oder Sport- und Schulungsangebote im Unternehmen gegeben sein. Fehlen diese, steigt die Unzufriedenheit und das Stressniveau der Arbeitnehmer ohne Zeiterfassung schnell an.

(bsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PJ am 30.09.2019 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Streitfall wichtiges Beweismittel

    Je nachdem wie man es sieht.. Ein Nachweis für geleistete Arbeit schadet nicht. Weder dem Arbeitnehmer noch dem Arbeitgeber. Es gibt auf beiden Seiten "schwarze Schafe". Eine Arbeitszeit-Erfassung erleichtert aber in jedem Fall Klarheit (bei Diskussionen) zu schaffen.

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  • Vordenker am 30.09.2019 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Angeschafft

    Bei uns wurde die Arbeitszeiterfassung gerade abgeschafft. Mehr unternehmerische Freiheit war der Marketingspruch... Das wahre Motiv dürften die hier erwähnten zusätzlichen Stunden sein...

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  • Marc am 30.09.2019 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitszeitnachweis ist Pflich

    Arbeitszeitnachweis ist Pflich, wenn das Anstellungsverhältnis nicht mit einem Kadervertrag vereinbart ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ehrlicher am 01.10.2019 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Betrüger

    Tja, und die, welche die Zeit trotzdem aufschreiben müssen (nicht elektronisch). Wer kennt das nicht? Effektiv täglich von 8 - 12 und 13 bis 16 präsent, also 35 anstatt 40 Stunden/Woche, aber jeden Tag eine halbe Stunde Überzeit aufschreiben. Macht 3 Wochen zusätzlich Ferien/Freizeit im Jahr. Davon gibt es en masse.

  • Gottfried am 01.10.2019 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geben und nehmen

    Nicht mehr stempeln = weniger Stress und mehr Bewegungsfreiheit. Aber! Es braucht eine GL die Vertrauen in die Mitarbeiter hat. Wichtig! Es ist ein geben und nehmen. Wenn ich mal unter Tags weg muss, kein Thema.

  • Dr.Spock am 01.10.2019 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auch so

    habe trotz stempeln 120 überstunden

  • Samanta am 01.10.2019 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    abgestempelt 4ever.

    Hallo, jemand zu Hause? Ich bins. Noch 10 Monate und ich bin dann weg und kann abstempeln für ever. 65 im Frühling , genug geschuftet und dann geht die Post ab. Kanns kaum erwarten, bin müde , aber bis dahin motivierts mich noch.

  • Sabrina am 01.10.2019 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Darum braucht es Stempeluhren

    Zeitmanagement, unternehmerisches Denken, Verantwortung übernehmen, Selbständigkeit und Vertrauen sind Tugenden welche die wenigsten haben.