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26. September 2016 07:00; Akt: 22.09.2016 21:26 Print

Investoren finanzieren Kundenrechnungen

Trotz offenstehender Kunden-Rechnungen knapp bei Kasse sein. Diese Situation kennen viele Jungfirmen und KMUs. Eine innovative Weblösung hilft, derartige Liquiditätsengpässe zu überbrücken.

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Maximilian Schickler von Advanon nimmt den WCM-Award 2016 in der Kategorie «Innovation» entgegen. (Bild: postfinance)

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Zeit ist Geld, heisst es, und manchmal ist beides knapp. Dieser Umstand kann Jungfirmen, aber auch Kleinbetriebe kurzfristig in ihrer Existenz bedrohen, weil ihr Spielraum begrenzt ist, um finanzielle Engpässe zu überbrücken. Eine innovative Zürcher Firma macht sich dies zunutze: Sie bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre ausstehenden Rechnungen online durch Investoren vorfinanzieren zu lassen.

Die Vorfinanzierung ist in der Regel in kürzester Zeit sichergestellt. «Gerade mal vier Minuten dauert es im Durchschnitt, bis eine Rechnung vorfinanziert ist», sagt Maximilian Schickler von Advanon, der Entwicklerin des gleichnamigen Webportals. Unternehmen können so im Nu Liquiditätsengpässe schliessen, die punktuell zum Beispiel durch anstehende Lohnzahlungen entstehen.

Hochgeladene Anlagemöglichkeit
Und so funktioniert es: Auf der einen Seite haben alle Unternehmen Zugang zur Plattform, wenn sie die erforderliche Kreditwürdigkeit aufweisen. Ist dem so, können Rechnungen bereits ab einem Mindestbetrag von 1000 Franken hochgeladen werden. Auf der anderen Seite stehen rund 300 Investoren, die im derzeitigen Umfeld mit tiefen Zinsen und volatilen Märkten alternative Anlagemöglichkeiten suchen. Sie übernehmen die Verpflichtungen und sorgen für eine pünktliche Zahlung der Rechnungen. Bis zu 20 Investoren können sich an der Vorfinanzierung beteiligen. Die bisher höchste vorfinanzierte Rechnung belief sich laut Schickler auf 280‘000 Franken.

Ausgezeichnetes Geschäftsmodell
Gerade mal 13 Monate ist Advanon online. Und dass das 17-köpfige Team mit seinem Webportal einen Nerv trifft, zeigt der Gewinn des WCM-Awards 2016 in der Kategorie «Innovation». WCM steht für Working Capital Management und hat zum Ziel, Liquidität und Kapitalbindung in Unternehmen zu optimieren. Verliehen wird der Award von der Universität St. Gallen, der Schweizerischen Post und PostFinance. In der Jury sitzen Experten aus grossen Schweizer Unternehmen.

Hausbank bleibt zentraler Partner
In seiner Begründung lobte der Juryvorsitzende Wolfgang Stölzle von der Universität St. Gallen den Ansatz von Advanon als fortschrittlich. Unter anderem, weil das Kreditrisiko intelligent eingeschätzt wird und für alle Beteiligten jederzeit Transparenz herrscht. Dass Onlineplattformen zur Finanzierung von kurzfristigen Forderungen an Bedeutung zunehmen, wird durch die aktuelle WCM-Studie untermauert. Dennoch: Innovative Finanzierunglösungen werden hierzulande erst in geringem Masse genutzt. Weit häufiger gehen Unternehmen noch zur Hausbank, wenn sie eine Finanzierung benötigen.

(thw/20 Minuten)

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