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Futterpapst

04. Februar 2017 19:06; Akt: 05.02.2017 16:45 Print

«Wer nicht frühstückt, behandelt sein Auto besser als sich»

von Jürg Hösli - Futterpapst Jürg Hösli speckt in seiner heutigen Kolumne mit den bekanntesten Ernährungsmythen ab.

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(Bild: Lolostock, iStock)

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In der Ernährung hat heute sehr viel Angst Einzug gehalten. Unsicherheit ist an der Tagesordnung. Der letzte Beitrag war der Versuch, den Gedankenalltag einiger Menschen überspitzt darzusstellen, und in diesem Beitrag sollen nun Antworten folgen.

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41 %
21 %
38 %
Insgesamt 4232 Teilnehmer

Das Frühstück hat auf verschiedenen Ebenen einen wichtigen Einfluss auf unseren Tag. Wir messen mit allen Kunden den individuellen Stoffwechsel und analysieren die Auswirkungen von Sport und Ernährung auf Körperfett, mentale und körperliche Leistungsfähigkeit. Die Resultate zeigen klar: Wer frühstückt, wird mental leistungsfähiger und stressresistenter. Der Stoffwechsel steigt, wir verbrennen mehr Körperfett und haben am Abend weniger Hunger. Das Argument, am Morgen keinen Hunger zu haben, ist nachvollziehbar, doch wer ein paar Tage gefrühstückt hat, der kann es schon nach kurzer Zeit nicht mehr aus dem Alltag wegdenken. Das Frühstück hat zudem einen wichtigen psychologischen Effekt. Wenn wir mit Stress in den Tag starten und für uns selbst keine Zeit nehmen, dann vernachlässigen wir uns und unseren Körper auch eher über den Tag. Wir würden nie in ein Auto einsteigen, ohne es betankt zu haben. Wer nicht frühstückt, der behandelt sein Auto besser als seinen Körper.

Zwischenmahlzeiten werden heute ebenfalls heiss diskutiert. Noch an der Uni habe ich gelernt, dass wir bei übergewichtigen Menschen keine Zwischenmahlzeit anwenden sollten, da der Blutzucker tief gehalten werden sollte. In den letzten Jahren haben wir aber bemerkt, dass dies eben bei vielen Menschen falsch ist. Wer besonders viel Stress oder einen hohen Stoffwechsel, also hohen Verbrauch hat, der sollte auf Früchte, Nüsse, Gemüse als kleine Zwischenmahlzeiten zurückgreifen. Der körperliche Stress wird dadurch reduziert, die folgenden Mahlzeiten, insbesondere das Abendessen, fallen dadurch kleiner aus. Was uns auch erstaunte, ist, dass die Aussage, wer zwischendurch Früchte esse, behindere die Fettverbrennung, schlicht falsch ist, das Gegenteil ist bei diesen «Stresstypen» der Fall. Zwischenmahlzeiten können den Stoffwechsel erhöhen, dann haben wir auch mehr Fettverbrennung. Allein dieses Beispiel zeigt, wie individuell die Ernährung ist.

Wer rund ein Drittel des Tellers Kohlenhydrate zum Mittagessen einnimmt, der hat weniger Lust auf Süsses am späteren Nachmittag oder Abend. Das allein sorgt für eine Reduktion des aufgenommenen Zuckers. Am Abend scheint zudem der Hunger kleiner zu sein. So nehmen wir auch ab, insbesondere am Bauch. Wer übrigens nur ein Drittel des Tellers Kohlenhydrate isst, der wird auch direkt nachher weniger müde als nach einem Teller Pasta.

Wer vor einem intensiven Training keine Kohlenhydrate isst, der wird nie so hart trainieren können und hat so auch einen kleineren Trainingseffekt. Vor einem Training sollten es aber keine Vollkornprodukte sein, sondern Zucker oder schnell verdauliche Kohlenhydrate, weil Vollkornprodukte zu lange im Magen verweilen würden. Ein Laugenbrot mit Bündnerfleisch oder ein veganer Proteinshake mit Banane wäre hier eine tolle Lösung.

Essen nach dem Training – hier gibt es tausend Meinungen. Darum messen wir jeweils auch die Folgen verschiedener Varianten. Kurz gesagt, das Schlimmste für den Körper ist, wenn wir direkt nach dem Training über Stunden nichts mehr essen. Der körperliche Stress wird erhöht, der Stoffwechsel gesenkt, dadurch nimmt längerfristig die Fettverbrennung ab. Zudem vermeiden wir Hungerattacken rund 90 Minuten nach dem Training. Im nächsten Beitrag folgt mehr zu genau diesem Thema.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • about am 04.02.2017 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    16 Kilo weniger

    Ich habe innerhalb eines Jahres 16 Kilo abgenommen. Vorallem weil ich angefangen habe am Morgen sehr viel zu essen, und dadurch habs ich am Abend nicht mehr diesen Nachholbedarf an essen. Wenn ich mal das Frühstück weglasse, stopfe ich mir wieder sehr viel Abends rein. Man gewöhnt sich sehr schnell ans Frühstück....

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  • Deana Winchester am 04.02.2017 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Und was wenn einem vom Essen am Morgen einfach nur speiübel wird? Innerhalb der ersten anderthalb Stunden nach dem Aufstehen kann ich bloss trinken, sonst kommt das Essen postwendend wieder zurück nach oben.

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  • Oma am 04.02.2017 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein muss!!!

    So ein Quatsch... ich bin über 70J alt und hab schon als Kleinkind nie gefrühstückt ausser einem Jahr lang in Bournemouth! Bis heute gehts mir gut...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • dagmar gerlinde am 05.02.2017 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Nacht- und Wechseldienst

    Bedeutet Frühstück: "erste Mahlzeit nach der längsten Ruhepause" oder "(früh)morgens essen" ? Nach dem Nachtdienst (ende 7.00) esse ich nichts mehr. Beim Aufwachen gegen 13.00 "frühstücke"ich im sinne von tee-müsli-nüsse. Oder brot-ei-käse. Auf das Mittagessen hab ich erst um 14.00 appetit aber nur wenn vorher genug koffein im tank ist und ich nix dazugegessen habe. Sonst efst gegen 16.00. Ist jedesmal a bisi anders. Hängt auch vom Arbeitsaufwand der 2. Nachhälfte ab und ob lecker gekocht wurde....

  • Beppi am 05.02.2017 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Früstück gehts nicht

    Stehe um 5:30 auf, da würde ohne Frühstück nichts gehen bis zum Mittagessen, dass dann auch deftig sein darf. Abends dagegen nur eine Scheibe Brot mit Käse, mehr brauchst dann nicht. Und dann nachher gelegentlich etwas Sport, z.b. 1 1/2 Std Biken geht dann immer noch problemlos, ohne dass man nachher Hunger hat. Übrigens Sport ist ein sehr guter Appetit-regulator! Habe keine Gewichtsprobleme ohne dass ich gross aufs Essen achte.

  • Margrit Benker am 05.02.2017 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    Menschenverstand

    Warum nicht einfach seinen eigenen Menschenverstand walten lassen? Die Menge und Qualität des Essens neben Bewegung und Schlaf machts aus. Dann kann man auch mal faul sein oder ungesund essen und man verfettet nicht gleich.

  • timmi am 05.02.2017 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Uiuiui

    Ich esse nie etwas zum zmorgen aber habe dafür erst gerade das auto eingewachst und poliert. Zudem die sitze mit pflegemittel eingerieben. Scheint bei mir wohl 100% ig zu stimmen ;-).

  • Koch am 05.02.2017 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kein 0815 Tagesablauf

    Bei mir verhält es sich so. Ich bringe nach dem aufstehen 2 Stunden lang nichts runter. Nach diesen zwei Stunden kann ich etwas essen und weil ich in der Gastronomie arbeite ist das dann das Mittagessen. Somit verschieben sich die Mahlzeiten einfach. Anstelle des Frühstücks esse ich dann nach der Arbeit noch einmal. Diese späte Mahlzeit hält dann bis es dann wieder Mittagessen gibt hin. Klingt vielleicht nicht gerade gesund aber auf das Körpergewicht hat es zumindest bei mir keinen Einfluss (BMI 21).